Thurgau
Regierungsrätin Cornelia Komposch an der SP-Mitgliederversammlung: «Das Personal beisst immer noch an der Nullrunde im Pandemiejahr»

Aus erster Hand hat SP-Regierungsrätin Cornelia Komposch der Mitgliederversammlung ihrer Partei Einblicke ins Regierungsgeschäft geboten. Zu denken gibt der Kantonsregierung die Stimmungslage beim Personal.

Christian Kamm
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Berichtete vor den Mitgliedern ihrer Partei über die Regierungstätigkeit: Cornelia Komposch (SP).

Berichtete vor den Mitgliedern ihrer Partei über die Regierungstätigkeit: Cornelia Komposch (SP).

Reto Martin

Die Pandemiejahre waren schwierige Jahre. Da machte die Thurgauer Kantonsregierung keine Ausnahme. «Zwei Jahre Pandemiebewältigung fühlten sich fast wie vier Jahre an», offenbarte Regierungsrätin Komposch vor den SP-Mitgliedern. Es sei nicht immer einfach gewesen, in einem Fünfergremium wie dem Regierungsrat einen gemeinsamen Nenner zu finden. «Das führt auch zu Spannungen und Belastungen in der Regierung.»

Bekanntlich hat die Kantonsregierung ihr Krisenmanagement evaluieren lassen. Im Grossen und Ganzen habe man gut abgeschnitten, so Komposch. «Die Finger wurden aber auch auf kritische Punkte gelegt.» Zum Beispiel müsse die Stabsarbeit künftig regelmässig geübt werden. «Sonst wird man von den Ereignissen überrollt.»

Ein klarer Handlungsbedarf

Nicht nur die Regierung, auch das Kantonspersonal hatte während der Pandemie zu kämpfen. Das Resultat der letzten Personalumfrage fiel laut Komposch «mässig gut» aus. Wirklich schlecht sei es in den Bereichen Lohn und Wertschätzung. Da gebe es durchs Band Kritik. «Das müssen wir ernst nehmen», betonte die SP-Regierungsrätin. Hier gebe es einen klaren Handlungsbedarf. Ein Bericht zu Lohnmassnahmen zeige ihn auf. Für Komposch ist klar: «Das Personal beisst immer noch an der Nullrunde im Pandemiejahr.»

Einstimmig für den Erweiterungsbau

Geschlossen votierte die SP-Mitgliederversammlung für den Erweiterungsbau der Kantonsschule Frauenfeld, über den am 27. November abgestimmt wird. Vorgestellt hatte die 16,3 Millionen Franken schwere Vorlage Kantonsrätin Nina Schläfli. Sowohl aus pädagogischer als auch ökologischer Sicht sei es nötig, die als Provisorium gedachten 50-jährigen Baracken aufzuheben. Zudem brauche die Kanti mehr Raum. «Bauen hat seinen Preis», räumte Schläfli ein, aber der Kubikmeter liege mit 917 Franken absolut im Bereich vergleichbarer Projekte. (ck)