Landfrauen
«Das haben wir schon immer so gemacht»: Dieser Satz wird ersatzlos aus dem Vokabular gestrichen

Gewohnheiten hinterfragen und durchbrechen war das Motto an der Präsidentinnenkonferenz der Thurgauer Landfrauen im BBZ Arenenberg. Vereinscoach Hanu Fehr gab als Tagesreferent nach dem Impulstag im Mai weitere Anstösse, wie sich der verbreiteten Vereinsmüdigkeit entgegenwirken lässt.

Trudi Krieg
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Im Workshop wird vorgestellt, wie Düfte aus Pflanzen in Wasser destilliert werden.

Im Workshop wird vorgestellt, wie Düfte aus Pflanzen in Wasser destilliert werden.

Bild: Trudi Krieg

Regula Böhi-Zbinden, die Präsidentin des Kantonalverbands der Thurgauer Landfrauen, konnte die Präsidentinnen und weitere Vorstandsfrauen aus rund 50 örtlichen Sektionen begrüssen.

Neue Wege wagen im Verein

Es gebe einen Satz, den man nie mehr sagen dürfe. Vor allem, wenn man Junge für das Vereinsleben oder gar eine Mitwirkung im Vorstand gewinnen wolle, sagte Vereinscoach Hanu Fehr. Der Satz lautet:

«Das haben wir schon immer so gemacht.»

Junge Menschen ticken anders. Sie wollen sich vielleicht nicht für vier Jahre in den Vorstand wählen lassen, würden aber gerne bei einem Projekt mitmachen, etwa einen Anlass organisieren.

«Nehmt jeden Austritt ernst, fragt nach, warum, spürt den Erwartungen an einen Verein nach und versucht, dem gerecht zu werden. Entwickelt Visionen, wo der Verein in einigen Jahren stehen soll.»

Es brauche nicht unbedingt sieben Personen in einem Vereinsvorstand. Einzelne Aufgaben wie etwa das Gestalten und Betreuen der Website können an Geeignete aus dem Verein delegiert werden. «Und vergesst das Danken nicht, das spornt an!» Damit auch die anwesenden Vorstandsfrauen einmal ein Dankeschön bekommen, zündete Fehr eine Glitzerbombe und liess einen Goldregen auf die Landfrauen rieseln.

Ein Goldregen als symbolisches Dankeschön für die Landfrauen.

Ein Goldregen als symbolisches Dankeschön für die Landfrauen.

Trudi Krieg

Gemeinsam wirken in der Gesellschaft

Neue Medien wie Whatsapp und Instagram werden rege benutzt. Falls ein Vorstand eine eigene Plattform habe, können Sitzungsprotokolle kurzzeitig freigeschaltet werden für alle, das schaffe Vertrauen. Wichtig sei auch, dass immer mindestens zwei Personen das Passwort kennen für interne Plattformen oder die Website.

Ganz alles wollen sie nicht ummodeln, sagte eine Präsidentin. Aber Neues ausprobieren, wie etwa Besuche mit Blumen bei runden Geburtstagen von älteren Mitgliedern. Die Jungen einbinden sei das Eine, aber man wolle auch die Bedürfnisse und Gewohnheiten der älteren Mitglieder berücksichtigen. Die neuen Medien vermehrt nutzen und lernen, damit umzugehen, wollen alle. So lag das neue Kursprogramm nicht wie gewohnt in gedruckter Form bereit. Es ist aufgeschaltet auf der neuen Homepage des Thurgauer Landfrauenverbands, die zusammen mit Argo Marketing Thurgau gestaltet wurde. Wie vielerorts werden auch im Kantonalvorstand neue Mitglieder gesucht, da Isabella Weibel und Vreni Peter nächsten März zurücktreten.

Daniel Stamm, Leiter Bildung am Arenenberg, übernahm den musikalischen Teil der Versammlung unter dem Motto des Abends «anders geht es auch»: Rhythmus erlebbar machen ohne Singen. Mit Händen und Füssen wurden Melodien gespielt und dabei lockere, humorvolle Stimmungen erzeugt.