Gerichtsfall
Streit um falsche Eizellen: Thurgauerin klagt gegen Fortpflanzungsklinik in Bregenz – und verliert in zweitem Urteil

Ihr seien 2016 falsche Eizellen eingesetzt worden, behauptete eine Thurgauerin. Falsch, meinte das Landesgericht Feldkirch 2020 nach einem langjährigen Zivilprozess. Nun bestätigt ein zweites Urteil mit neuen Gutachten den ersten Entscheid.

Christiane Eckert
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Eizellen werden im Labor befruchtet.

Eizellen werden im Labor befruchtet.

Bild: Birgit Groh, MAN

2016 wurde eine Thurgauerin in einer Bregenzer Fortpflanzungsklinik behandelt. Das Schweizer Paar wünschte sich ein Kind, zwei Versuche schlugen fehl, danach kam es seitens der Schweizerin zu mehreren Vorwürfen. Ihr seien falsche Eizellen eingepflanzt worden, es habe Verwechslungen gegeben. Ausserdem verlangte sie die Herausgabe von angeblich vorhandener weiterer «Reserveeizellen», dazu 10'000 Euro Schmerzensgeld für die psychische Belastung. Dokumentationsschlampereien wurden behauptet, ein jahrelanger, sehr kostspieliger Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch begann.

Im Mai 2020 endete der sogenannte «Zech-Prozess» in erster Instanz mit einer Abweisung der Klage und einem Sieg der Vorarlberger In-vitro-Fertilisationsklinik. Ärzte und Geschäftsführer waren erleichtert.

Neuer Rechtsgang und neue Gutachten

«Bereits im ersten Rechtsgang haben zwei Gutachten und sonstige Beweise die korrekte Vorgehensweise der Klinik bestätigt», betont der Mediensprecher der Klinik, Dieter Bitschnau. Das Berufungsgericht ordnete jedoch die nochmalige Überprüfung durch weitere Gutachten an. Zu Wort kamen ein Reproduktionsmediziner sowie mehrere IT-Spezialisten. Alle Experten wurden auch nochmals in weiteren Verhandlungen eingehend befragt, ehe nun das zweite erstinstanzliche Urteil des Landesgerichtes erging.

«Die Sachverständigen haben neuerlich bestätigt, dass sowohl die medizinische Behandlung als auch deren Dokumentation korrekt waren. Für das Gericht steht daher erneut fest, dass die IVF-Behandlungen richtig ausgeführt wurden.», sagt Bitschnau.

«Die Klage wurde nun zum zweiten Mal vom Landesgericht vollinhaltlich und kostenpflichtig abgewiesen.»

Ob dies nun das letzte Wort in der Causa «Kinderwunschklinik» ist, bleibt ungewiss. Die Klägerin kann Berufung einlegen und den Fall ans Oberlandesgericht Innsbruck weiterziehen.