Freizeit
Frauenfelder Winzerfest: Es war alles endlich wieder so wie früher

Die Leute kamen scharenweise und der Rebensaft floss in Strömen: dem Frauenfelder Winzerfest war am Samstag ein grosser Erfolg beschieden.

Christof Lampart
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Am Winzerfest bleibt Platz für einen regen Austausch.

Am Winzerfest bleibt Platz für einen regen Austausch.

Bild: Reto Martin

Blauer Himmel, eine leichte Brise und sommerliche Temperaturen – die äusseren Umstände für das nunmehr bereits siebte Winzerfest des Vereins GenussThur Thur-Seebachtal hätten bei seiner nunmehr zweiten Durchführung auf der Frauenfelder Promenade schlichtweg nicht besser sein können. Dementsprechend gross war auch der Besucheraufmarsch. Wer um 18 Uhr vorbeischaute, fand wohl einen Sitzplatz an den vielen Tischen. Doch wer mit einer kleinen Gruppe kam, musste schon gezielt suchen. Eines war offensichtlich: Wer einen Platz hatte, gab ihn nicht mehr so schnell her.

Schon früh das Vorjahr übertroffen

Bei der Gläserausgabe strahlte OK-Mitglied und Weinbauer Hanspeter Wägeli mit den Gästen um die Wette: «Es läuft sehr gut. Ich hatte hier 1’200 Weingläser – und 800 sind schon weg», erklärte Wägeli kurz nach 18 Uhr stolz. Zum Vergleich: im Jahr 2021, als das Winzerfest erstmals und unter Corona-Auflagen (Absperrung, Zertifikatskontrolle etc.) auf der Promenade stattfand, zählten die Organisatoren für den ganzen Abend 800 Gäste – und waren damals schon zufrieden. Das Weinglas, dass man für 15 Franken kaufen konnte, galt es dann auch an alle Stände mitzunehmen. Wer Weine degustieren oder gegen Entgelt einen Weissen, Roten oder Rosé beziehen wollte, hätte ohne ein solches Glas wieder unverrichteter Dinge abziehen müssen.

Impressionen vom Winzerfest auf der Promenade in Frauenfeld.
7 Bilder

Impressionen vom Winzerfest auf der Promenade in Frauenfeld.

Bild: Reto Martin

«Heute passt einfach alles»

Auch Markus Frei vom Weingut Engel aus Uesslingen-Buch, zog schon früh eine positive Bilanz:

«Um 17 Uhr war hier schon voll und seitdem kommen und kaufen die Gäste. Wir sind zufrieden, die Gäste auch; heute passt einfach alles».

Fritz und Lisa waren mit Freunden aus Wil angereist. «Wir sind zum ersten Mal hier und finden es hier lässig, denn die Überschaubarkeit des Geländes, die vielen Stände, die Musik und die Bäume, tragen super zum gemütlichen Ambiente bei», so das Paar.

Ein Besucher bei der Degustation.

Ein Besucher bei der Degustation.

Bild: Reto Martin

Tatsächlich: Während man im Jahr 2021 von allen Seiten sehr darauf bedacht war, das Sicherheits- und Festgefühl so hinzukriegen, dass allen Besucherinnen und Besuchern mehr oder weniger wohl war, kannte die 2022-Ausgabe der Frauenfelder Winzerfestes diesbezüglich keine Einschränkungen mehr. Es herrschte eine ungezwungene Atmosphäre; ein Lebensgefühl von «dolce far niente» umwehte das Gelände vor dem «Glaspalast». Die Leute lachten, scherzten und plauderten ungezwungen. An den Tischen, auf den Wegen, vor den Ständen, in der Warteschlange – und nirgendwo war eine Maske auszumachen.

Und immer wieder lautes Lachen

Oft war nicht nur ein Lächeln zu sehen, sondern auch ein lautes Lachen aus der Menge zu hören. Wo man vor einem Jahr für ein solches Verhalten zumindest noch den einen oder anderen schrägen, wenn nicht sogar bösen Blick geerntet hätte, störte sich jetzt niemand mehr daran. Angst vor einer Tröpfchenübertragung? Aber nein auch: höchstens Angst davor, den nächsten Genuss, den nächsten Gag zu verpassen. Die Buuremusig aus Sirnach blies ohne Sicherheitsbedenken, die nachfolgende Pop-Band coverte ungehemmt Jimmy Hendrix. Es schien an diesem glücklichen Abend so, als hätte Bacchus Corona definitiv den Garaus gemacht. Es war alles wieder so wie es – gefühlt – früher immer schon so war.