Interview
«Die Diskussion ist ergebnisoffen»: SP-Co-Präsident Peter Olibet zu einem möglichen Rückzug der Initiative «Kein Sonntagsverkauf in der Stadt St.Gallen»

Ob es am 15. Mai nächsten Jahres in der Stadt St.Gallen zu einer Volksabstimmung über die Ladenöffnungszeiten und den Sonntagsverkauf komme, sei offen, sagt SP-Co-Präsident Peter Olibet. Das breit abgestützte Initiativkomitee will diese Woche entscheiden.

Daniel Wirth
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Peter Olibet, Co-Präsident der SP der Stadt St.Gallen, sagt, es liege nicht an der SP alleine, über den Rückzug der Initiative zu entscheiden, das Komitee sei sehr breit abgestützt.

Peter Olibet, Co-Präsident der SP der Stadt St.Gallen, sagt, es liege nicht an der SP alleine, über den Rückzug der Initiative zu entscheiden, das Komitee sei sehr breit abgestützt.

Bild: Benjamin Manser

Das St.Galler Stadtparlament hat am Dienstagnachmittag die Initiative «Kein Sonntagsverkauf in der Stadt St.Gallen» abgelehnt und einen abgeschwächten Gegenvorschlag der Geschäftsprüfungskommission angenommen. Demnach soll der Sonntagsverkauf gestrichen, die Ladenöffnungszeiten von Montag bis Samstag aber erweitert bleiben. Ein Kompromiss also. SP-Co-Präsident Peter Olibet zum weiteren Vorgehen.

Hat Sie der Ausgang der Abstimmung im Stadtparlament überrascht?

Peter Olibet: Nein, ich habe mit diesem Ausgang gerechnet.

Zieht die SP die Initiative jetzt zurück?

Darüber entscheidet nicht die SP alleine. Das Initiativkomitee ist sehr breit abgestützt. Vertreterinnen und Vertreter aus Die Mitte, EVP, Grüne, Politischer Frauengruppe, Gewerkschaften und Teilen des Gewerbes und der Detaillisten sind darin vertreten. Wir werden diese Woche über einen Rückzug der Initiative diskutieren. Der Ausgang ist ergebnisoffen.

Aber das Ziel, die Abschaffung des Sonntagsverkaufs, ist erreicht.

Das ist das Ziel eines Teils des Komitees. Es gibt aber auch Kräfte unter den Initiantinnen und Initianten, die sind generell gegen längere Ladenöffnungszeiten.

Der Stadtrat hat umgesetzt, was aus dem Projekt «Zukunft St.Galler Innenstadt» als eine Massnahme gegen das Ladensterben hervorging.

Nein. Er hat weit über das Ziel hinausgeschossen. Der Wunsch der Detaillisten der Innenstadt war, den Abendverkauf um eine Stunde zu kürzen und dafür am Samstag von 17 bis 18 Uhr zu verlängern. Was herausgekommen ist im letzten Sommer, geht viel weiter als das.