Wängi
Tödlicher Unfall auf der A1: Das Auto gehörte nicht dem Toten

Am Pfingstmontag fuhr ein 19-Jähriger von der Autobahn A1 bei Wängi in einen Strommast und verbrannte im Fahrzeug. Die Polizei gibt neue Details bekannt und ein Brandexperte ordnet ein.

Judith Schönenberger
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Das Fahrzeug nach dem Unfall: Stark beschädigt und ausgebrannt.

Das Fahrzeug nach dem Unfall: Stark beschädigt und ausgebrannt.

Bild: Kapo TG

Nach dem tragischen Autounfall bei Wängi am frühen Pfingstmontag ist noch vieles unklar. Mittlerweile hat die Kantonspolizei Thurgau jedoch den Autolenker mittels DNA-Analyse identifizieren können, wie Mediensprecher Daniel Meili bestätigt. Es war ein 19-jähriger St.Galler, der in einem roten Kia am frühen Morgen allein auf der Autobahn A1 unterwegs war. Wie es genau zum Unfall gekommen ist, klärt die Polizei momentan noch ab. Was klar ist:

«Der Fahrer ist neben die Fahrbahn geraten und dann in den Strommast geprallt.»

Die Leitplanke, die etwa 80 Meter vor dem Strommast beginnt, blieb dabei unbeschädigt. Das Auto ist wohl auf den Grasstreifen neben der Fahrbahn gefahren und vom Strommast abrupt gestoppt worden.

Das Opfer war zuvor mit Freunden im Ausgang gewesen. Dabei habe der 19-Jährige als Fahrer fungiert und keinen Tropfen Alkohol getrunken, zitiert «20 Minuten» Bekannte des Toten. Naheliegend ist die Vermutung, dass der 19-Jährige am Steuer vom Schlaf übermannt wurde und deshalb in den Strommast fuhr. Daniel Meili will diese These nicht bestätigen:

«Die Unfallursache ist nach wie vor unklar.»

Gemäss dem Mediensprecher gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass der Lenker alkoholisiert war. Auch ob der 19-Jährige durch den Aufprall oder erst durch den Autobrand ums Leben kam, ist derzeit nicht bekannt. Was Meili sagen kann: «Das Auto, mit dem der 19-Jährige unterwegs war, gehörte nicht ihm, sondern jemand anderem.» Genauere Angaben dazu macht er jedoch nicht.

Autobrände sind selten

Daniel Krähemann arbeitet beim kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei.

Daniel Krähemann arbeitet beim kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei.

Bild: Andri Vöhringer

Beim roten Kia handelt es sich um ein Fahrzeug mit Benzinantrieb. Dass Fahrzeuge bei Unfällen in Brand geraten, ist laut Daniel Krähemann vom kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei Thurgau durchaus möglich. «Wenn die Zerstörung gross ist, kann es zum Beispiel sein, dass eine Kraftstoffleitung oder der Kraftstofftank beschädigt wird. Durch heisse Fahrzeugteile oder durch Kurzschlüsse im Kabelbaum können sich in der Folge Brände entwickeln», sagt er. Dass es zu einer Explosion komme, wie man das aus Filmen kennt, sei aber praktisch nicht möglich. «Bis ein Feuer in die Fahrgastzelle übergreift, dauert es relativ lange, also mehrere Minuten. Wenn das Auto aber vorne stark beschädigt und eingedrückt ist, dann ist klar, dass das Feuer schneller in den Fahrgastraum gelangt», erklärt Krähemann.

«Vor allem Treibstoffe, die Pneus und der Kunststoff, von dem in neueren Modellen eher viel verbaut ist, brennen.»

Insgesamt seien Fahrzeugbrände aber nicht sehr häufig, auch nicht bei Elektroautos. Wer während der Fahrt Feuer bemerke, solle an den Strassenrand fahren, das Auto sicher verlassen und die Feuerwehr oder Polizei informieren, sagt Krähemann.