Umwelt
Auch kleine Schritte führen zum Ziel: Aadorf erhält weitere Fläche für Biodiversität

Von den Passanten kaum wahrgenommen, hat «Garten Meyer» zusammen mit dem Natur- und Vogelschutzverein Aadorf einen Beitrag zur lebenswichtigen Vielfalt auf Sand und Kies geschaffen.

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Landschaftsgärtner Patrick Meyer zeigt sein Werk.

Landschaftsgärtner Patrick Meyer zeigt sein Werk.

Bild: Kurt Lichtensteiger

Passanten, seien es Autolenker oder Fussgänger, haben es beim nördlich gelegenen Eingang zur Migros meist eilig. Ein hastiger Gang an den Kiosk, zur Post, in den Denner oder hinunter in die Migros ist ihr vordringliches Ziel.

Bei dieser Eile wurde kaum beachtet, was sich in den vergangenen Tagen verändert hat. Beim Ausgang der Ausfahrt ist nämlich eine Ruderalfläche entstanden, ein sogenannter Pionierlebensraum. Auch wenn es sich bei den beiden Rabatten nur um eine Fläche von rund 8 Quadratmetern handelt, so offenbart sich doch ein Bewusstseinswandel, nämlich hin zu mehr Natur.

Dank öffentlicher und privater Hand

Patrick Meyer, zuständig für die Umgebungspflege des Migrosgebäudes, sagt dazu, dass diesbezüglich mit dem Chef von Migros Ostschweiz Kontakt aufgenommen worden sei. Dieser habe für das Anliegen, nämlich für mehr Biodiversität, offene Ohren gehabt.

Deshalb wurden die serbelnden Sträucher entfernt, die Rabatten mit Sand und Kies aufgefüllt und danach mit einheimischen Pflanzen bestückt. So spriessen nun Enzian, Wolfsmilch, Königskerzen, Geissbart und Steinkraut aus dem sandig-kiesigen Untergrund.

Eine Magerfläche, die der einheimischen Natur eine Chance zum Gedeihen bietet. Ganz im Unterschied zu kahlen Steingärten, die da und dort um Einfamilienhäuser entstanden sind, Insekten und Kleintieren keinen Lebensraum bieten und höchstens als Hitzeinseln gelten.

Offen für den Sinneswandel hat sich auch der örtliche Natur- und Vogelschutzverein Aadorf mit Präsident Rolf Sennhauser gezeigt. Er unterstützte das Vorhaben materiell und war für Design, Grafik und Ausführung der angebrachten Tafel verantwortlich. Sie soll die Bevölkerung auf die Problematik aufmerksam machen und diese für mehr Biodiversität sensibilisieren. Wohl ein kleiner Schritt, aber in die richtige Richtung.