Tiere
Eine halbe Million Federn – Wallenwiler Ornithologe züchtet verschiedene Vogelarten

Luca Meier aus Wallenwil ist begeistert von Vögeln. Er züchtet verschiedene Vogelarten, pflegt eine wissenschaftliche Federnsammlung und betreut hundert Nistkästen in der Nähe von Wil.

Maya Heizmann
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Luca Meier mit einem Springsittich aus Australien.

Luca Meier mit einem Springsittich aus Australien.

Bild: Maya Heizmann

In der Wohnung von Primarlehrer Luca Meier ist es ruhig. Gekrächze oder gar schrille Schreie von Papageien sind keine zu hören. In einem Spezialzimmer steht eine grosse Voliere, hier wohnen die beiden Springsittiche aus Neuseeland. Ebenfalls hier untergebracht sind die kleinsten Hühnervögel, die vier Zwergwachteln. In dem Spezialzimmer kann Meier die beiden zahmen Sittiche auch frei fliegen lassen.

Luca Meier betreut seine Vögel bestens. Denn nebst einer abwechslungsreichen Ernährung erhalten sie Äste und Blätter zum Nagen. Der Primarlehrer würde seine zwei Sittiche und seine vier Wachteln eigentlich gerne draussen halten, doch das geht nicht. Der Grund: Er hat keinen Garten. Doch den Vögeln sei es in ihrem separaten Zimmer äusserst wohl.

Eine grosse Federnsammlung

Bereits als Kind begann Luca Meier, Federn zu sammeln. Denn er war von ihren vielfältigen Formen und ihren schönen Farben begeistert. So ist in all den Jahren eine einzigartige und umfassende Sammlung entstanden. Von Tauben, Lerchen, Papageien über Mehlschwalben, Blaumeisen, Fasanen bis zu Bachstelzen und noch vielen mehr. Insgesamt stammen die Federn von gut zehntausend Vogelarten. Die Federnsammlung von einer halben Million hat der Experte in rund 25 Ordnern festgehalten. In den Ordnern sind die Federn luftdicht verschlossen. Diese hat Meier in grossen Boxen gelagert. Dies hilft, dass keine Schädlinge eindringen können.

Vier erste Vögel zum Geburtstag

An seinem zehnten Geburtstag erhielt der Vogelfreund von seinen Eltern zwei Zebrafinken und zwei Wellensittiche. «Diese Tiere sind unkompliziert und deshalb auch gut für Anfänger geeignet», sagt er. In der Zwischenzeit hat er diverse Arten erfolgreich nachgezüchtet, von anderen Züchtern dazugekauft und bei sich aufgenommen. «Da ich jedem Vogel eine artgerechte Haltung bieten möchte, kann ich nicht unendlich viele Tiere bei mir aufnehmen», sagt er. «Wenn ich mich für einen Vogel entscheide, dann aber mit Rücksicht auf die jeweiligen Bedürfnisse des Tieres», sagt er. Der 24-jährige Primarlehrer betreut 22 Sechstklässler in Hittnau. Er gibt gerne Vorträge für Schulen und auch für Erwachsene. Er meint:

«Ich möchte die Faszination dieser Tiere auf die Menschen übertragen.»

Fast wie ein zweites Leben

In seiner Freizeit fertigt Luca Meier aus Vogelfedern Bilder an. Um die sechs Stunden braucht er, bis er ein einzigartiges Kunstwerk fertiggestellt hat. Jede Feder wird erst gereinigt und dann nebeneinander sorgfältig auf den entsprechenden Untergrund angeklebt. «So erhalten verstorbene Vögel ein zweites Leben», erklärt er. Die toten Vögel erhält er von Vogelzüchterkollegen aus dem Sing- und Ziervogelverein Kolibri Wil, wo er im Vorstand tätig ist und das jeweilige Jahresprogramm zusammenstellt.

Weiter kontrolliert Luca Meier jährlich um die rund hundert Nistkästen für Wildvögel in Dreibrunnen und auf dem Hofberg in Wil. Zurzeit sind einige seiner Federbilder in der Bibliothek Wängi ausgestellt. Bis im Juni 2023 können diese noch dort noch von den Besucherinnen und Besuchern betrachtet werden.