Neuerung
Für ein friedliches Miteinander: Gemeinde Bettwiesen plant ein neues Ruhe-Reglement

Um die Ruhezeiten und Nachtruhe in der Gemeinde Bettwiesen weiterhin waren zu können, hat die Gemeinde ein neues Reglement erarbeitet. Über dieses kann die Bevölkerung abstimmen.

Francesca Stemer
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Die Gemeinde möchte die Ruhe in Bettwiesen beibehalten.

Die Gemeinde möchte die Ruhe in Bettwiesen beibehalten.

Bild: Benjamin Manser

Wie viele Hinterthurgauer Gemeinden wächst auch die Gemeinde Bettwiesen. Doch das bringe immer auch einige Herausforderungen mit sich. Gemeindepräsident Patrick Marcolin ist trotz der grösseren Verdichtung ein möglichst friedliches Miteinander in seiner Gemeinde ein Anliegen.

Gemeindepräsident Patrick Marcolin.

Gemeindepräsident Patrick Marcolin.

Bild: Olaf Kühne

Um beispielsweise allfällige Nachbarschaftsuneinigkeiten zu vermeiden, hat der Gemeinderat ein Reglement über Ruhezeiten und Nachtruhe erarbeitet. Dieses soll gemäss Marcolin als Leitplanke dienen, proaktiv wirken und die Vorschriften des Umweltschutzgesetzes und der Lärmschutzverordnung ergänzen. Im vergangenen Sommer fand die Vernehmlassung statt. Fragen und Bemerkungen aus der Bevölkerung hat der Gemeinderat anfangs Dezember besprochen und das neue Reglement genehmigt.

Keine bellenden Hunde und Rasenmähen

Dieses sieht eine Nachtruhe von 22 bis sechs Uhr vor. Die Ruhezeiten sind unter der Woche und am Samstag von 12 bis 13 Uhr festgehalten. Am Abend von 20 bis 22 Uhr und am Samstag ab 19 Uhr.

Während dieser Zeit sind unter anderem Rasenmähen, Heckenschneiden oder Stereoanlagen und ähnliches im Freien nicht erlaubt. Öffentliche Spielplätze und Spielwiesen dürfen bis 22 Uhr benutzt werden. Ausnahmen könne die Gemeinde erlassen.

Ein weiterer Punkt ist unter anderem, dass Tiere, hauptsächlich Hunde, so gehalten werden, damit sich Nachbarinnen und Nachbarn nicht gestört fühlen. Um weiterhin Ruhe zu gewährleisten, möchte die Gemeinde auch das Abbrennen von Feuerwerken regulieren. So dürfen Feuerwerke am 31. Juli, am 1. August und an Silvester und Neujahr gezündet werden. Für alle anderen Daten muss die Bewilligung des Gemeinderates vorliegen.

Noch gibt es offene Fragen

Wie die Einhaltung des neuen Reglements von der Gemeinde überprüft wird und ob allfällige Bussen notwendig werden, stehe momentan noch offen. Marcolin merkt an, noch sei unklar, wann der Gemeinderat darüber entscheide. Grundsätzlich gilt jedoch das Einführungsgesetz zum schweizerischen Strafrecht des Kantons Thurgau.

Das Reglement wird dem Stimmvolk der Gemeinde an einer der nächsten Gemeindeversammlungen vorgestellt. Der Souverän kann dann über die Annahme des Reglements abstimmen. Der Zeitpunkt der Inkrafttretung wird vom Gemeinderat festgesetzt.

Dem Gemeinderat ist bewusst, auch mit einem Regelwerk bleibt Rücksichtnahme und das Verständnis füreinander wichtig. Marcolin hebt hervor, dass das neue Reglement als Leitplanke dienen soll.

«Im Mittelpunkt soll hauptsächlich ein friedliches Miteinander stehen.»