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Für den Hochwasserschutz: Gemeinde Sirnach kauft Land in Busswil

Kürzlich konnte die Gemeinde Sirnach in Busswil eine Landwirtschaftsparzelle kaufen. Dort plant die Gemeinde eine Bachöffnung gegen Hochwasser.

Francesca Stemer
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Aufgenommen vor zwei Jahren, das Bild zeigt auf, dass die Abflusskapazität des Tiefenwiesenbachs und Weidbachs im Siedlungsgebiet nicht ausreicht.

Aufgenommen vor zwei Jahren, das Bild zeigt auf, dass die Abflusskapazität des Tiefenwiesenbachs und Weidbachs im Siedlungsgebiet nicht ausreicht.

Bild: PD

Durch Busswil fliessen drei Bäche. Über die Ufer treten diese nur selten. Dennoch kann es vorkommen, denn bei starkem Regen ist die Abflusskapazität der Bachleitungen zu gering. Um diesem Problem entgegenzuwirken, eignen sich Bachöffnungen. So hat die Gemeinde Sirnach ein entsprechendes Bachöffnungsprojekt weitgehend entwickelt.

Kurt Baumann, Gemeindepräsident.

Kurt Baumann, Gemeindepräsident.

Bild: Donato Caspari

Jedoch, weil die Bäche durch private Grundstücke fliessen, kann die Gemeinde Sirnach nicht ohne weiteres Änderungen betreffend des Hochwasserschutzes vornehmen. Doch kürzlich ereignete sich für die Gemeinde ein Glücksfall, wie Gemeindepräsident Kurt Baumann betont.

So konnte die Gemeinde am südöstlichen Dorfrand von Busswil Grundstücke erwerben. Dabei handelt es sich um drei Landwirtschaftsparzellen und zwei Flurstrassen mit insgesamt rund 76‘500 Quadratmetern Fläche. Durch diese Parzellen fliessen zwei Bäche, der Tiefenwiesenbach und der Weidbach. Bei diesen könne nun eine Bachöffnung erfolgen. Gemäss Baumann bleiben die Bäche dabei weiterhin eingedohlt, ihre Kapazität wird aber erhöht.

Sobald der Kauf der Parzellen abgeschlossen ist, werden die Arbeiten für das Bachöffnungsprojekt wieder aufgenommen. Gemäss Baumann wird das im kommenden Jahr erfolgen. Jedoch:

«Ein konkreter Zeitplan existiert noch nicht. Es gibt keine feste Terminvorgabe für das Bachöffnungsprojekt.»

Land verpachten

Überbauungen von Seiten der Gemeinde seien keine geplant. Mit einem Augenzwinkern merkt Baumann an, dass die Gemeinde auch nicht vorhabe, eigene Kühe auf der Weide grasen zu lassen.

Im Gegenteil, gemäss Baumann möchte die Gemeinde die Parzellen in Zukunft verpachten. Oder anderen Landwirten als Ersatz für die Abtretung von Landwirtschaftsland zu Gunsten des Bachöffnungsprojektes zur Verfügung stellen.

Kompakte Bauzone schaffen

Angrenzend an die landwirtschaftlichen Flächen, welche die Gemeinde kaufen konnte, grenzt eine weitere Parzelle des Verkäufers. So möchte dieser den Hof, der bis anhin auf der Parzelle stand, aufgeben. Dabei soll auf der Fläche eine Möglichkeit für Wohnbau entstehen.

Weil die Parzelle jedoch eine ungünstige Form hat, soll für die bessere Bebaubarkeit ein flächengleicher Abtausch durchgeführt werden. Das Ziel: Mit der Verlagerung der Teilfläche könne eine kompakte Bauzonenfläche geschaffen werden. Es handelt sich dabei um eine Fläche von 406 Quadratmetern. Der Gemeinderat hat dem zugestimmt.

Aktuell läuft in diesem Fall das Mitwirkungsverfahren. Dabei können die Unterlagen auf der Website oder auf der Bauverwaltung der Gemeinde Sirnach eingesehen werden. Rückmeldungen können bis am 18. Oktober eingebracht werden. Danach wird die Zonenplanänderung während 20 Tagen öffentlich aufliegen.