Bezirkspartei
Nach zehn Jahren als Interimspräsident: David Zimmermann übergibt die Leitung der Hinterthurgauer SVP

Mit Priska Peter und Pascal Müller hat die SVP des Bezirks Münchwilen erstmals ein Co-Präsidium.

Olaf Kühne
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Kantonsrat und Gemeindepräsident bleibt David Zimmermann, das Bezirksparteipräsidium hingegen hat er nun abgegeben.

Kantonsrat und Gemeindepräsident bleibt David Zimmermann, das Bezirksparteipräsidium hingegen hat er nun abgegeben.

Bild: Donato Caspari

«Sie wissen ja, wie das in der Vereinsarbeit ist: Geht es um Ämter, drehen sich alle Köpfe immer ganz schnell weg», sagt David Zimmermann und lacht. Der Braunauer Gemeindepräsident und Kantonsrat konnte jüngst die Leitung der Hinterthurgauer SVP abgeben. Zehn Jahre lang war er Präsident der Bezirkspartei - notabene ad interim.

«Als damals Clemens Albrecht das Präsidium abgab, war ich Vizepräsident», blickt Zimmermann zurück. «Da hiess es einfach: Mach du mal interimistisch den Präsidenten, bis wir jemanden gefunden haben.» Und irgendwie seien dann zehn Jahre daraus geworden. Einmal habe er gesagt: Okay, diese Wahlen mache ich noch. Dann habe man ihn gebeten: Du machst das gut, mach doch die nächsten Wahlen noch.

Pascal Müller und Priska Peter übernehmen das Präsidium der Hinterthurgauer SVP von David Zimmermann.

Pascal Müller und Priska Peter übernehmen das Präsidium der Hinterthurgauer SVP von David Zimmermann.

Bild: PD

Bereits vor drei Jahren habe er dann aber parteiintern klargemacht, dass er das Präsidium noch wirklich gerne abgeben wolle. Die Suche nach einer Nachfolge begann - und sollte ein Weilchen dauern. Doch jüngst konnte die Bezirkspartei nach über zwei Jahren Coronapause wieder eine Delegiertenversammlung durchführen - und dabei Priska Peter und Pascal Müller zu ihren neuen Co-Präsidenten wählen.

Dass mit Priska Peter, die in Münchwilen auch die Ortspartei präsidiert, wieder eine Kantonsrätin an der Parteispitze steht, bezeichnet David Zimmermann als Glücksfall und wichtig für das Amt. «Es ist von grossem Vorteil», sagt er.

«Die Erfahrung, das Wissen, vor allem aber, dass man als Kantonsrat quasi an der Quelle des politischen Geschehens sitzt, helfen bei der Ausübung des Bezirksparteipräsidiums ungemein.»

Weiter sei es die Schaffung eines Co-Präsidiums gewesen, welche die Suche nach Nachfolgern stark erleichtert habe. «Wir dürfen nie vergessen: Das Parteipräsidium ist ein Ehrenamt, bringt aber doch einen gewissen Arbeitsaufwand mit sich», sagt Zimmermann und benennt als Beispiele die Präsenz an zahlreichen Wahlanlässen, den automatischen Einsitz im Kantonalvorstand der Partei, das turnusgemässe Präsidium der Interpartei und nicht zuletzt den eigentlichen Bezirksvorstand. «Der alleine hat sechs Sitzungen im Jahr, die es als Präsident auch vorzubereiten gilt.»

Die Frage, ob er auf gute zehn Jahre zurückblicke, beantwortet David Zimmermann mit einem spontanen und herzhaften Ja. Es sei der Hinterthurgauer SVP gelungen, ihre acht Sitze im Kantonsrat zu halten, obwohl während dieser Zeit neue Parteien dazugekommen - und teilweise auch wieder verschwunden - seien. Seine Kandidaten für das Bezirksgericht habe man stets problemlos durchgebracht. Überhaupt könne er besten Gewissens sagen, dass er die Partei in einem guten Zustand übergebe - und betont:

«Im Vorstand bleibe ich weiterhin.»

Eigentliche Tiefpunkte mag er erst nicht benennen, sagt dann aber doch: «Ein Wermutstropfen ist geblieben.» Nach wie vor bedauere er, dass es 2019 nicht gelungen sei, der Kantonalpartei mit Urs Schrepfer einen Hinterthurgauer als Regierungsratskandidaten schmackhaft zu machen. Überhaupt sei es schade, dass der Bezirk Münchwilen seit zig Jahren nicht mehr in der Thurgauer Kantonsregierung vertreten sei.

Vorerst stehen für den alten und für den neuen Parteivorstand aber andere Wahlen im Fokus: Im kommenden März kandidiert David Zimmermann erneut als Braunauer Gemeindepräsident. Und bereits im November will Pascal Müller erstmals in den Sirnacher Gemeinderat einziehen.