Wirtschaft
«Erprobt, aber doch mit negativem Einfluss aufs Geschäft»: Gewerbeverein der Region Frauenfeld muss Generalversammlung erneut auf schriftlichem Weg abhalten

Der Gewerbeverein Region Frauenfeld führt seine GV erneut schriftlich durch. In seinem Jahresbericht blickt Vereinspräsident Urs Schönholzer mit gemischten Gefühlen zurück aufs Jahr 2021. Zumindest im Herbst konnten vereinzelt Anlässe stattfinden.

Samuel Koch
Drucken
Letztmals ist eine Generalversammlung mit physischer Präsenz im Februar 2020 unter der Leitung von Gewerbevereinspräsident Urs Schönholzer im Casino über die Bühne gegangen.

Letztmals ist eine Generalversammlung mit physischer Präsenz im Februar 2020 unter der Leitung von Gewerbevereinspräsident Urs Schönholzer im Casino über die Bühne gegangen.

Bild: Donato Caspari

Planbar ist derzeit fast nichts, zumindest nicht eine Generalversammlung mit der Anwesenheit von Dutzenden Mitgliedern. Zwar ist der Gewerbeverein Region Frauenfeld noch vor einem Monat davon ausgegangen, dass die 171. Generalversammlung Anfang Februar über die Bühne gehen kann. In seiner Einladung schreibt Urs Schönholzer, Präsident des Gewerbevereins, aber:

«Leider haben die neusten Entwicklungen rund um Covid-19 und die zurzeit verordneten Massnahmen von Bund und Kanton erneut negative Auswirkungen auf die Durchführung der Generalversammlung.»
Urs Schönholzer, Präsident Gewerbeverein Region Frauenfeld.

Urs Schönholzer, Präsident Gewerbeverein Region Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari

Deshalb hat der Vorstand entschieden, die diesjährige GV wie bereits im Vorjahr abzusagen und dafür schriftlich durchzuführen. Bis zum 7. Februar sind die neuerdings 433 Mitglieder (per Ende 2021, zehn mehr als im Vorjahr) angehalten, mittels Formular über die traktandierten Geschäfte abzustimmen.

Positive Rechnung, Beinahe-Punktlandung im Budget

Eines davon ist die Jahresrechnung 2021, die bei einem Gesamtaufwand von knapp 58'846 Franken mit einem Gewinn von rund 8307 Franken abschliesst, was einer Verbesserung gegenüber Budget von fast 10'000 Franken ausmacht. Das Eigenkapital per Ende Geschäftsjahr steigt damit auf rund 49'283 Franken. Als Gründe für den positiven Abschluss führt Schönholzer folgende Faktoren auf:

  • Höhere Einnahmen dank gesteigerter Mitgliederzahlen und zusätzlichen Erträgen von Firmenlogos
  • Tiefere Kosten durch tieferer Teilnahme an Genussversammlung und Medienberichten
  • Beitrag der IG-Fit ist neu in der Position Öffentlichkeitsarbeit aufgeführt

Im Budget 2022, das ebenfalls zur Abstimmung steht, prognostiziert der Gewerbevereinsvorstand bei einem Gesamtaufwand von 67'400 Franken einen marginalen Gewinn von 235 Franken. Trotz leicht höherer Anzahl an Mitgliedern rechnet der Gewerbeverein mit höheren Kosten für die schriftlich durchgeführte GV sowie die geplante Genussversammlung im zweiten Quartal, die mit einer Firmenbesichtigung kombiniert werden soll. Hinzu kommen Beiträge an den Tag der Frauenfelder Wirtschaft (5000 Franken), den TG-Shop (1500 Franken) sowie Kosten für den Event Trends am Mittag (3000 Franken), die Firmenbesichtigung (500 Franken) sowie für Medienberichte.

Zwei Rücktritte im Vorstand und gemischte Gefühle des Präsidenten

Auf die schriftliche GV hat der Vorstand zwei Rücktritte zu verkraften, einerseits von Florian Küng (Ressort Berufsbildung, seit 2010) und Remo Schütz (Ressort Entwicklung Regio/Stadt, seit 2018). «Die ausführliche und persönliche Verdankung der Tätigkeiten dieser beiden abtretenden Vorstandsmitglieder wird anlässlich der Genussveranstaltung stattfinden», schreibt Urs Schönholzer, der Küng und Schütz für ihren Einsatz dankt. Ersatzwahlen seien auf die nächste Generalversammlung geplant. Ebenfalls später soll die Verleihung des Förderpreises 2021 über die Bühne gehen.

In seinem Jahresbericht blickt Gewerbevereinspräsident Schönholzer mit gemischten Gefühle aufs 2021 zurück. Einerseits seien alle aus dem Vorjahr schon erprobt, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen. Andererseits aber habe es auch für einen Teil der Betriebe weiterhin Vorgaben und Beschränkungen gegeben, die einen massgeblichen, negativen Einfluss auf deren Geschäftstätigkeit gehabt hätten. Schönholzer schreibt:

«Ich bin überzeugt, dass wir uns auch in Zukunft immer wieder mal mit gewissen Einschränkungen befassen müssen.»

Grundsätzlich blicke er auf eine grundsätzlich stabile Wirtschaft, eine sehr gute Beschäftigung sowie auf eine florierende Börse. Was Schönholzer aber Sorgen bereitet, sei der teilweise schon vorhandene und in Zukunft immer stärker werdende Fachkräftemangel in vielen Branchen, auch herbeigeführt durch den demografischen Wandel. Ehe er auf die Anlässe des vergangenen Jahres – Trends am Mittag im August, den Tag der Frauenfelder Wirtschaft im September und die Genussversammlung im Oktober – zurückblickte, teilt er mit: «Hier ist dringend ein gemeinsames Vorgehen von der Politik, den Wirtschaftsverbänden und anderen involvierten Stellen gefragt.»