Verkehr
Gemeinderat Frauenfeld debattiert über Wochenend-Tageskarten für den Stadtbus, das bleibt allerdings ohne Folgen

Die Interpellation von SP-Gemeinderat Alfred Bloch für spezielle Tageskarten für den Stadtbus an Wochenenden führt im Stadtparlament Frauenfeld zu Diskussionen. Die Debatte bleibt aber ereignislos, nachdem sich mehrere Fraktionen gegen die Einführung von Spezialtickets aussprechen.

Samuel Koch
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Stadtbusse am Bahnhof Frauenfeld.

Stadtbusse am Bahnhof Frauenfeld.

Bild: Andrea Stalder

Das geforderte Novum im öffentlichen Verkehr bleibt bei der Forderung. Denn am Mittwochabend hat der Gemeinderat Frauenfeld der Diskussion auf die Interpellation von SP-Gemeinderat Alfred Bloch zwar zugestimmt, welche die Einführung einer Wochenend-Tageskarte für den Stadtbus zum Preis von drei Franken pro Person verlangte. Bei der Debatte im Rat bleibt es aber, trotz mahnenden Worten des Interpellanten. Bloch sagte:

«Leider entpuppte sich das tatkräftige Handeln als ein Strohfeuer.»
Alfred Bloch, SP-Gemeinderat und Interpellant.

Alfred Bloch, SP-Gemeinderat und Interpellant.

Bild: PD

Der Interpellant sprach damit die zuletzt mutigen Entscheide des Stadtrates an, etwa den Kauf der drei Altstadtliegenschaften oder das geplante Kanalbad bei der Walzmühle, wofür er dem Stadtrat Mut attestierte. Für die Stadtbus-Spezialtageskarte gehe dem Stadtrat ebendieser Mut allerdings abhanden, weshalb er sich ob der schroffen Ablehnung seiner Forderung überrascht zeigte. «Mein Fazit: eine verpasste Chance!», sagte Bloch und verlangte zumindest einen Versuchsbetrieb bis Ende 2023. «In dieser Zeit können Erfahrungen gesammelt werden und über eine Weiterführung des Angebots diskutiert werden», meinte Bloch.

FDP will zusätzliche Subventionen nicht auf Kosten der Steuerzahler

Reto Brunschweiler, Gemeinderat FDP.

Reto Brunschweiler, Gemeinderat FDP.

Bild: PD

Aus den meisten Fraktionen erhielt der Stadtrat Rückendeckung, trotz vielen lobenden Worten für die Entwicklung der Stadtbusbetriebe. Eine Ableitung, «dass der Stadtbus auf Kosten der Steuerzahler weiter günstiger gemacht werden soll, finden wir den falschen Schluss», sagte Gemeinderat Reto Brunschweiler für die FDP.

Andres Storrer, Gemeinderat SVP.

Andres Storrer, Gemeinderat SVP.

Bild: PD

Auch für die SVP/EDU-Fraktion deckt sich deren Haltung mit jener des Stadtrates, wie SVP-Gemeinderat Andres Storrer kurz und bündig sagte.

Samuel Kienast, Gemeinderat EVP.

Samuel Kienast, Gemeinderat EVP.

Bild: Donato Caspari

Als gute Idee, den Stadtbus attraktiver zu machen, bezeichnete Gemeinderat Samuel Kienast (Mitte/EVP) Blochs Pläne. Diese sei aber nicht geeignet, viel eher plädierte Kienast für kreative Aktionen wie Gratistickets fürs Stadtfest oder allenfalls sogar Gratisbillette für den Stadtbus.

Roman Fischer, Gemeinderat Grüne.

Roman Fischer, Gemeinderat Grüne.

Bild: PD

Und Gemeinderat Roman Fischer (CH/Grüne/GLP) sprach von einer «problematischen Tarifstruktur» und einem «etwas willkürlich ausgeschnittenen Kuchenstück aus der grossen Stadtbustorte». Er forderte den Stadtrat auf, «endlich selbst eigene Vorschläge zur Lösung der Probleme betreffend Wucher-Innerstadt-Tarifen und Kompensation der weggebrochenen Abos zu erarbeiten» sowie mit der Überarbeitung des Abstellplatzreglementes dafür zu sorgen, den Stadtbus noch attraktiver zu machen.

Versuchsbetrieb ist für Stadtrat keine Option

Andreas Elliker, Stadtrat Bau und Verkehr.

Andreas Elliker, Stadtrat Bau und Verkehr.

Bild: Ralph Ribi

Der zuständige Stadtrat Andreas Elliker gelobte, die Ideen für Aktionen den Mitarbeitenden der Stadtbusverwaltung weiterzugeben, die für das operative Geschäft zuständig seien. Trotzdem sei ein Versuchsbetrieb, wie von Bloch gefordert, keine Option. Bei Gratisbilletten sei zu bedenken, dass die Kosten für den Stadtbus drei Steuerprozenten entspreche. «Das ist in der aktuellen politischen Lage schwierig», sagte Elliker. Und zum Abstellplatzreglement versprach er, dass es noch in diesem Jahr kommen werde, und ermahnte die Gemeinderatsmitglieder: «Reichen Sie nur noch mehr Vorstösse ein, dann kommt es immer später.»

Die Debatte bleibt trotz verschiedener Voten im Rat ohne Folgen.