Unfall auf Weinfelder Spielplatz: Metallkante gefährdet spielende Kindergärtler

Ein Kindergärtler verletzte sich am Metallrahmen auf dem Spielplatz Schwärze. Dieser wird nun nachgerüstet. Der Platz entspreche der Norm, sagt die Schulleiterin.

Sabrina Bächi
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Der Spielplatz ist mit einem Metallrahmen umrandet. Hier verletzte sich ein Kind am Kopf.

Der Spielplatz ist mit einem Metallrahmen umrandet. Hier verletzte sich ein Kind am Kopf.

(Bild: Andrea Stalder)

Seit den Sommerferien ist das neue Kindergartenzentrum Schwärze in Betrieb. Nebst dem Gebäude wurde auch der Spielplatz neugestaltet. Dieser sorgt nun aber für Ungemach. Zum einen habe es laut Eltern Pflanzen, die giftig seien. Und: Metallrahmen rund um die Spielgeräte seien gefährlich für die Kinder.

Tatsächlich hat sich im Herbst ein Kind am Kopf verletzt, als es auf den Metallrahmen fiel. Es musste ins Spital und die Wunde musste genäht werden.

Auf Anfrage bestätigt Schulleiterin Eva Noger den Unfall. «Aufgrund dessen haben wir den Spielplatz mit der Baukommission nochmals angeschaut.» Fakt ist: Der Spielplatz erfüllt – auch mit dem Metallrahmen – die Normen. Geplant wurde die gesamte Anlage von Spielplatzexperten. Ausgeführt von einem hiesigen Gartenbauer. «So einen Vorfall nehmen wir jedoch ernst», sagt Noger.

Spielplatz wird nachgerüstet

Stolperfalle Metallrahmen. Hier sollen Gummilappen die scharfen Kanten abdecken.

Stolperfalle Metallrahmen. Hier sollen Gummilappen die scharfen Kanten abdecken.

(Bild: Andrea Stalder)

Auch wenn der Spielplatz keine Fehlplanung sei und grundsätzlich alles in Ordnung ist, wird nun nochmals etwas nachgerüstet. «Es gibt mehr Kies auf den Flächen, damit der Metallrand noch etwas besser abgedeckt ist», sagt die Schulleiterin. Des Weiteren werden punktuell die scharfen Kanten des Rahmens mit Gummilappen abgedeckt. «Diese Nachbesserungen kosten nicht viel und werden zeitnah erledigt.»

Für den Kies habe man sich entschieden, weil es eine sehr gute dämpfende Wirkung habe. «Das schont die Gelenke der Kinder, wenn sie von den Geräten springen», sagt Noger. Dass dadurch Kies auch im Kindergartenzentrum in den Garderoben liegt, nimmt man in Kauf. Zu den giftigen Pflanzen sagt Noger Folgendes:

Eva Noger, Schulleiterin.

Eva Noger, Schulleiterin.

(Bild: Mario Testa)
«Es hat Pflanzen, deren Beeren in rauen Mengen verzehrt, unbekömmlich sind.»

Giftige Pflanzen wie Maieriesli etwa werden bei Schulanlagen nicht gepflanzt. Am Ende sei es immer ein Abwägen.

Stadt verwendet Holzbalken statt Metallrahmen

Keine Gefahrenquelle auf einem Spielplatz zu haben, sei fast unmöglich. Kinder könnten sich auch an Bordsteinen verletzten. Das sieht auch Thomas Gimmi so. Er ist bei der Stadt verantwortlich für die Spielplätze. Bei der Planung achtet er darauf, möglichst viele Gefahrenquellen auszuschliessen.

Die Stadt verwendet deshalb zur Abtrennung ihrer Spielplätze vom Rasen beispielsweise Holzbalken und als Bodenunterlage Holzschnitzel. Wichtig sei, dass die Normen eingehalten werden, bestätigt auch er.

Spielplatz ist beliebt

Insgesamt, sagt Schulleiterin Eva Noger, sei der Spielplatz beim Kindergartenzentrum Schwärze bei den Kindergärtnerinnen und den Kindern sehr beliebt. «Er bietet viele Möglichkeiten, wurde liebevoll gestaltet und hat tolle Spielgeräte.» Auch der kleine Garten sei toll und etwa auch der Pavillon oder die Wippe seien sehr beliebt.

Auch von Seiten der Eltern hat die Schulleiterin, ausser dem Unfall, nichts Negatives gehört. «Wenn es negative Kritik gibt, bin ich immer froh davon zu wissen. Dann kann ich reagieren oder erklären, weshalb etwas so ist», sagt sie.

Neuer Spielplatz

Kinder dürfen mitgestalten

Am Mittwochnachmittag hat auf dem Gelände des alten Spielplatzes beim ehemaligen Schulhaus Schwärze eine Geländebegehung mit Kindern stattgefunden. Der Spielplatz wird von der Stadt in Zusammenarbeit mit Kindern aus dem Quartier neu gebaut, erklärt Stadträtin Ursi Senn-Bieri. «Das Ziel ist es, einen Spielplatz zu bauen, wie er eben nicht in jedem Garten steht.» Naturnah, kinder- und generationenfreundlich soll der Platz werden, sagt Senn-Bieri. In zwei Wochen werde mit interessierten Kindern eine mögliche Planung besprochen.