Ukraine-krieg
Zum ersten Znacht gab's mexikanische Reispfanne und Beerentiramisu: Frauenfelder Tageshort Kurzdorf betreut ukrainische Flüchtlingskinder

Am Dienstagabend kamen zwei Mütter aus Kiew mit ihren drei Kindern (7, 9 und 10) in Frauenfeld an. Eine moldawisch-ukrainische Familie, deren Sohn in den Tageshort Kurzdorf geht, hatte die Flüchtlinge mit dem Auto in die Schweiz geholt. In der Kita werden das Meitli und die beiden Buben unentgeltlich betreut.

Mathias Frei
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Diese Zeichnung hat das zehnjährige Meitli im Tageshort Kurzdorf gemacht.

Diese Zeichnung hat das zehnjährige Meitli im Tageshort Kurzdorf gemacht.

Bild: PD/Susi Ammann

Ein wenig heile Welt in dieser schlimmen Zeit: Das dürfen drei Kinder aus Kiew, der ukrainischen Hauptstadt, seit Mittwoch im Tageshort Kurzdorf erleben.

Die drei Kiewer Flüchtlingskinder und der Sohn der moldawisch-ukrainischen Familien aus Frauenfeld (gelber Pulli).

Die drei Kiewer Flüchtlingskinder und der Sohn der moldawisch-ukrainischen Familien aus Frauenfeld (gelber Pulli).

Bild: PD/Susi Ammann
«Am Dienstagabend kamen die beiden Mütter und ihre Kinder in Frauenfeld an.»

Das erzählt Susi Ammann. Sie leitet die Kita an der Dorfstrasse, die vom Verein Tageshorte Frauenfeld betrieben wird. Zum ersten Znacht kochten Ammann und ihr Mann mexikanische Reispfanne für die beiden ukrainischen Familien. Zum Dessert gab es ein Beerentiramisu. Ein leckeres, kulinarisches Willkommenheissen.

Frauenfelder Familie fuhr an die slowakisch-ukrainische Grenze

Eine ukrainisch-moldawische Familie, die schon länger in Frauenfeld daheim ist, hat ihren Buben im Tageshort Kurzdorf. Dessen Eltern fuhren am Montag los an die slowakisch-ukrainische Grenze, wo sie die mit ihnen befreundeten Kiewer Familien mit dem Auto abholten. Die Flüchtlingsfrauen und ihre Kinder leben nun bis auf weiteres bei der Familie in Frauenfeld. Die drei Kinder – ein zehnjähriges Meitli und zwei Buben (7 und 9) – besuchen seither den Hort im Kurzdorf, unentgeltlich. Die Kosten übernimmt der Trägerverein. Susi Ammann erzählt:

Das zehnjährige Meitli am Spielen im Tageshort.

Das zehnjährige Meitli am Spielen im Tageshort.

Bild: PD/SusiAmmann
«Der Kleinste hatte eine erste schlimme Nacht. Man hat es ihm angesehen.»

Am Mittwochvormittag seien die drei Kinder dann am Spielen, Backen und Basteln gewesen. Aufgrund der Sprachbarriere seien sie eher noch unter sich oder mit dem Sohn der ukrainisch-moldawischen Familie zusammen. Die älteren zwei Kinder würden ein wenig Englisch sprechen können. Susi Ammann freut sich:

Der siebenjährige Bub im Tageshort.

Der siebenjährige Bub im Tageshort.

Bild: PD/Susi Ammann
«Unsere älteren Hortkinder haben sich bereits getraut, mit den ukrainischen Kindern zu reden und zu spielen.»

Die Solidarität für die zwei Kiewer Familien, bei denen die Väter und Ehemänner aufgrund des ausgerufenen Kriegsrechts im Land bleiben mussten, sei gross beim Verein Tageshorte Frauenfeld. So seien die Mütter mit Dingen versorgt worden, die sie in der ersten Zeit zum Leben benötigten, erzählt Hortleiterin Ammann. Ein Dank gelte auch den Vorstandsmitgliedern Inna Dobrasch, Daniela Affolter und Kathrin Ehrensperger, die sich mit grossem Engagement für die geflüchteten Familien einsetzen.

Eine Zeichnung des zehnjährigen Meitli.

Eine Zeichnung des zehnjährigen Meitli.

Bild: PD/Susi Ammann