Ukraine-Krieg
Schule und Gemeinde Aadorf informieren Ukraine-Flüchtlinge, Chrischona koordiniert

Die Solidarität bei der Flüchtlingswelle offenbarte sich auch für die Politische und Schulgemeinde Aadorf, wo im Saal der Chrischona-Gemeinde zwei Welten aufeinander trafen.

Kurt Lichtensteiger
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Die Veranstaltung stösst bei Geflüchteten und Helfern gleichermassen auf Interesse.

Die Veranstaltung stösst bei Geflüchteten und Helfern gleichermassen auf Interesse.

Bild: Kurt Lichtensteiger

42 Flüchtlinge sind am vergangenen Donnerstag mit dem Bus in Aadorf angekommen. 25 darunter sollen in der Gemeinde Aadorf in Privatfamilien aufgenommen worden sein, die anderen verteilten sich auf umliegende Gemeinden.

Zu einem ersten gegenseitigen Austausch kam es nun in Anwesenheit von rund 50 Gästen, zusammengesetzt aus Gastfamilien mit ihren Flüchtlingen, sowie aus Vertretern der Gemeinde, Schule, Kirche und Personen, die es in Betracht ziehen, eine Unterkunft anzubieten.

Was für eine gewaltige logistische Herausforderung der Zuzug für diese Institutionen geworden ist, offenbarte sich am gut einstündigen Informationsabend, koordiniert von der Chrischona. Diese empfing den ersten Bus mit Geflüchteten in Zusammenarbeit mit der Organisation «Kirchen – Helfen» mit Sitz in Frauenfeld.

Es gibt nur eines: Helfen

Gemeindepräsident Matthias Küng liess es sich nicht nehmen, die 25 ukrainischen Flüchtlinge in ihrer Muttersprache willkommen zu heissen. «Wir haben nur begrenzte Ressourcen, versuchen aber von der Gemeinde aus das Beste zu machen», sagte Küng und fügte hinzu, gleichwohl nicht zu hohe Erwartungen zu haben.

Gemeindepräsident Matthias Küng informiert die Anwesenden.

Gemeindepräsident Matthias Küng informiert die Anwesenden.

Bild: Kurt Lichtensteiger

Dann schritt Nadja Aeschlimann, stellvertretende Leiterin der Sozialen Dienste, ans Rednerpult, assistiert von Galya Stauffacher als Übersetzerin. Die Ukrainerin und Mutter zweier Kinder (14- und 13-jährig), seit 15 Jahren wohnhaft in Guntershausen, entledigte sich ihrer Aufgabe auf souveräne und gewinnende Art.

Nadja Aeschlimann wartete mit einer geballten Ladung an Informationen auf, mit denen die Flüchtlinge konfrontiert werden. Das geht von der Registrierung über den Familiennachzug, die Arbeitsbewilligung, die Versicherung, die Tierhaltung, allfällige Impfungen, den Ausweis mit Schutzstatus S, mögliche Erwerbstätigkeit und die finanzielle Unterstützung via Soforthilfe von Gemeinden.

Alles wissenswerte Probleme und Fragen, die auf Antworten warten. Von einem Mindestmass an Bürokratie, sprich dem Ausfüllen von Formularen und Dokumenten, wird kaum jemand verschont bleiben.

Nach den Frühlingsferien, nämlich am Dienstag nach Ostern, beginnt die Schule wieder. Über die Einschulung der Kinder ab dem Kindergarten, der Primar- und Sekundarschule, orientierte Peter Meier, Schulleiter der Oberstufe. Ob eventuell eine Integrationsklasse entsteht oder die Kinder auf die verschiedenen Schulhäuser verteilt werden, werde sich noch zeigen.

Am Freitag fand ein Gespräch im Schulsekretariat statt. Am 28. April soll ein weiterer Austausch stattfinden. Ob noch weitere Busse mit Flüchtlingen ankommen werden, musste offenbleiben. So oder so: Die Institutionen sind gefordert, und dies von einem Tag auf den andern. In einem Masse, wie man es vor einem guten Monat noch nie für möglich gehalten hat. Nicht überraschend, dass seit wenigen Tagen das Staatssekretariat für Migration (SEM) nach personeller Verstärkung in der Verwaltung sucht.