Tobel-Tägerschen
Viele konkrete Vorstellungen sind da, nur bei der Energie- und Wärmeversorgung spalten sich die Meinungen

In Tobel-Tägerschen hat am Samstag ein Workshop zur Gestaltung des Areals Postacker stattgefunden. Für die Teilnehmer hat der Bau einer generationendurchmischten Siedlung mit Wohnungen und Reihenhäusern Priorität.

Christof Lampart
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Die Bewohner wünschen sich eine Kindertagesstätte sowie ein Restaurant.

Die Bewohner wünschen sich eine Kindertagesstätte sowie ein Restaurant.

Bild: Christof Lampart

Über zwei Dutzend Personen – von Jugendlichen bis zu Rentnern – fanden sich am Samstagvormittag in der Primarschulturnhalle Tobel ein. Unter der Leitung von Gemeindepräsident Rolf Bosshard und Projektleiter Benjamin Müller vom St. Galler Raumplanungsbüro Strittmatter Partner AG, wurden Workshops die Wünsche hinsichtlich der zukünftigen Ausgestaltung des zentrumsnahen Areals Postacker gesammelt und diskutiert.

Die Ideen sollen in die «Testplanung» einfliessen. Einem Studienauftrag, bei dem mehrere Architekturteams gemeinsam eine Grundidee für die zukünftige Entwicklung des Postackers erarbeiten. Diese soll dann wiederum die Grundlage für einen späteren Gestaltungsplan bilden.

Wohnraum, aber keine Alterswohnungen

2,84 Hektare des rund 3,6 Hektare umfassenden Areals gehören der Politischen Gemeinde Tobel-Tägerschen. Bosshard sagt:

«Planerisch ist das ein Riesenvorteil.»

Er freute sich auch: «Dass sich schon heute sich so viele Menschen dafür interessieren, wie die Wohnformen der Zukunft in unserem Dorf aussehen sollen.» Ziel der Gemeinde sei es, die Parzelle in den nächsten zehn bis zwölf Jahren etappenweise zu überbauen.

Gemeinepräsident Rolf Bosshard freut sich über das Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner.

Gemeinepräsident Rolf Bosshard freut sich über das Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner.

Bild: Christof Lampart

Bezüglich der Vorstellung, was und wie genau gebaut werden sollte, stimmten die Ideen der drei Workshopgruppen stark überein. Für viele hat der Bau einer generationendurchmischten Siedlung mit Wohnungen und Reihenhäusern Priorität. Weniger gefragt waren hingegen klassische Alterswohnungen oder Gewerbeliegenschaften. Letztere – hier bestand ein Konsens – sollten entlang der Hauptstrasse zu liegen kommen und vom Wohnbereich deutlich abgegrenzt sein. Dies, weil hier zum einen die Lärmimmissionen nicht stark ins Gewicht fallen würden und zum anderen so das Gewerbe gut erreichbar wäre.

Während in der Nähe der Hauptstrasse dreistöckig gebaut werden könnte, sei – je weiter man sich räumlich entferne – eine niedrigere Bauweise die Richtige, so der Tenor. Somit könne man, ohne das gesetzliche Gebot der verdichteten Bauweise zu verletzen, den Verkehrslärm durch höhere Bauten dämmen und der Überbauung ausserdem ein ästhetisches Gesicht verleihen. Viele betonten, dass im zukünftigen Lebensraum Postacker viel Wert auf ökologische Anliegen und eine gute Lebensqualität gelegt werden sollte.

Ein Platz zum Wohlfühlen

Das Quartier solle viele grüne Flächen enthalten und auch ohne eigentlichen Dorfplatz ein Ort sein, an dem man sich wohlfühle. Die Autos der Bewohner sollten in Tiefgaragen abgestellt werden, die oberirdischen Parkplätze den Gewerbetreibenden und den Besuchern vorbehalten bleiben. Ein grosser Kinderspielplatz, der von der Gemeinde betrieben werde, sollte die obligatorischen Mini-Spielplätze bei den Blöcken ersetzen.

Häufig genannte Wünsche waren auch jene nach einer Kindertagesstätte und einem Restaurant. Jedoch betonten alle, dass Letzteres zu führen nicht die Aufgabe der Gemeinde, sondern von Privaten sei. Bezüglich Energie- und Wärmeversorgung unterscheiden sich die Wünsche hingegen. Während sich eine Gruppe für den Postacker eine Gasleitung wünscht, fordert eine andere eine Bauweise nach dem Standard Minergie plus – einer Bauart, welche die Verwendung fossiler Energieträger praktisch ausschliesst.