Thurgau
In den Wasserschutzzonen werden Feuerstellen angelegt, Reitwege hindurchgeführt und Gülle verspritzt

Die Thurgauer Wasserfassungen sind oft ungenügend geschützt. Bei manchen würde es reichen, einen Zaun aufzustellen. Der Regierungsrat will die Nutzungskonflikte bis 2024 weitgehend beheben.

Thomas Wunderlin
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Bauer düngt Wiese mit Gülle.

Bauer düngt Wiese mit Gülle.

Bild: Pius Amrein / Luzerner Zeitung

Für lediglich 53 Prozent der insgesamt 228 ausgeschiedenen Thurgauer Grundwasserschutzzonen sind die erforderlichen Zonen rechtsgültig, wie der Regierungsrat am Donnerstag mitteilte. Bei den für die Versorgung wichtigsten Fassungen bestehen oftmals Nutzungskonflikte, die gelöst werden müssen.

Der Kanton Thurgau bezieht 60 Prozent der Trinkwassermenge aus Quell- und Grundwasserfassungen. Die Trinkwasserqualität ist gut und wird regelmässig überprüft. Allerdings erfüllen viele Schutzzonen rund um die Wasserfassungen die gesetzlichen Vorgaben nur teilweise. Zugleich nimmt der Druck auf die Schutzzonen immer mehr zu, unter anderem durch die Bautätigkeit.

Der Regierungsrat hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, bis 2024 90 Prozent der Trinkwassermenge aus Quell- und Grundwasserfassungen mit rechtskonform ausgeschiedenen Grundwasserschutzzonen zu sichern. Nun liegen die Resultate aus den ersten beiden Projektphasen vor.

In 17 Prozent dringender Handlungsbedarf

Mehrheitlich entsprechen auch die rechtsgültig ausgeschiedenen Schutzzonen nicht mehr den gewässerschutzrechtlichen Anforderungen. Rund zwei Drittel sind nicht ausreichend dimensioniert. 71 Grundwasserschutzzonen wurden vor Ort überprüft. In allen vor Ort überprüften Schutzzonen wurden Nutzungskonflikte vorgefunden.

Beispiele sind eine fehlende oder unzureichende Strassenentwässerung, Verletzungen der Grasnarbe, unzulässige Freizeitnutzung (zum Beispiel Reitweg oder Feuerstelle in Schutzzone S1), nicht zulässige Parkplatzbeläge sowie unzulässige Bewässerung und Düngung von landwirtschaftlichen Kulturen in der Schutzzone S2.

In 17 Prozent der Konflikte ist der Handlungsbedarf dringend, wobei viele dieser Konflikte mit relativ geringem Aufwand behoben werden können, beispielsweise mit der Verlegung einer Feuerstelle bzw. eines Holzlagers oder dem Aufstellen eines Zauns.