Schneewittchen im Primarschulhaus Diessenhofen

Die Kinder der Primarschule und der Kindergärten verwandelten in der vergangenen Woche das Primarschulhaus Diessenhofen in eine Märchenlandschaft.

Dieter Ritter
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Die Schülerinnen Valentina (9) und Solana (8) lasen in einem Schulzimmer das Märchen «Schneewittchen».

Die Schülerinnen Valentina (9) und Solana (8) lasen in einem Schulzimmer das Märchen «Schneewittchen».

(Bild: Dieter Ritter)

Am Wochenende luden sie ihre Eltern und Angehörigen ein und zeigten ihnen, was sie in der Projektwoche geschaffen hatten. Die rund 300 Kinder im Alter von vier bis dreizehn Jahren hatten vergangene Woche das Primarschulhaus Diessenhofen in eine Märchenlandschaft verwandelt. Das Treppenhaus war reich dekoriert. Blumen, Vögel, Fledermäuse und rund hundert Sterne hingen von der Decke. Mit bunten Stellwänden und selbst gebastelten Requisiten wurden aus Schulzimmern Fantasiewelten.

Dort liessen künstlerische Darbietungen Märchen aufleben. Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler traten in prächtigen Kostümen auf. Valentina (9), und Solana (8) sassen vor einer besonders schönen Kulisse und lasen die Geschichte vom Schneewittchen vor. Das Bild hinter ihnen zeigte die böse Königin in einem schwarzen Umhang.

Unsichtbar hinter dem Gemälde machten Kinder zur Geschichte passende Geräusche und brachten damit die Zuschauer zum Lachen. Fünf riesige Kronleuchter – aus Styropor und mit Goldfarbe bemalt – machten aus einem Schulzimmer ein Märchenschloss. «Ich wett emol im Märliland für ein Tag König si», sangen die Kinder. Dann hätten sie jeden Tag zum Znüni einen Gugelhopf.

Urs Steinacher, Schulleiter.

Urs Steinacher, Schulleiter.

(Bild: Dieter Ritter)

Urs Steinacher, Schulleiter der Primarschule, erklärte die Ziele der Projektwoche. Die schöpferischen Fähigkeiten der Kinder sollten gefördert werden. Noch wichtiger aus seiner Sicht sei aber, dass sie eng zusammenarbeiten mussten und sich dadurch näher kennen lernten. Das bringe ein besseres Schulklima, besonders auf dem Pausenplatz.

Überwältigender Besucheraufmarsch

Für die drei Besuchszeiten, eine am Freitagabend und zwei am Samstagvormittag, gingen je rund 220 Anmeldungen ein. Schülerinnen und Schüler der vierten bis sechsten Klasse empfingen die Gäste vor dem Schulhaus. Sie führten sie in Gruppen von etwa 30 bis 40 Personen durch die Märchenwelt.

Vor einem Bild mit Rapunzel, deren Haar aus dem Burgfenster hängt, stehen vier düstere Gestalten. Es sind die schlimmsten Bösewichte aus der Märchenwelt.

Vor einem Bild mit Rapunzel, deren Haar aus dem Burgfenster hängt, stehen vier düstere Gestalten. Es sind die schlimmsten Bösewichte aus der Märchenwelt.

(Bild: Dieter Ritter)

Sämtliche Kinder der Primarschule und der Kindergärten waren am Projekt beteiligt. Sie waren in fünfzehn Gruppen eingeteilt, sechs Gruppen für Bauten und Dekoration, sechs für die Darbietungen und je eine Gruppe für Kostüme, für den täglichen Znüni sowie die Kaffeestube am Samstag und für die Dokumentierung. Letztere verfasste Texte zum Projekt und machte Fotos.

Schulleiter Steinacher organisierte den Anlass, die Lehrkräfte unterstützten ihn.

«Viele kamen selbst am schulfreien Donnerstagnachmittag. Sie leisteten grossen Einsatz»

sagte er. Während der ganzen Woche begleitete Sylvie Vieli das Projekt. Dank ihrer Erfahrung als Theaterpädagogin beim Schultheater Bilitz konnte sie den Lehrpersonen wertvolle Tipps geben.