Gemeindeversammlung
Nur eine kurze Information über den Windpark an der Hüttlinger Berchtoldsgemeinde

An der Berchtoldsgemeinde in Hüttlingen war eine Diskussion um den geplanten Windpark am Wellenberg nicht erwünscht.

Manuela Olgiati
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Der Gemeinderat von Hüttlingen mit Jan Müller (noch bis Ende Mai) und den wiedergewählten Gemeinderäten Frank Zehnle, Brigitte Hascher, Gemeindepräsident Peter Maag und Raffael Wäspe (neu). Auf dem Bild fehlt wegen Abwesenheit aus gesundheitlichen Grüssen Thomas Brändle.

Der Gemeinderat von Hüttlingen mit Jan Müller (noch bis Ende Mai) und den wiedergewählten Gemeinderäten Frank Zehnle, Brigitte Hascher, Gemeindepräsident Peter Maag und Raffael Wäspe (neu). Auf dem Bild fehlt wegen Abwesenheit aus gesundheitlichen Grüssen Thomas Brändle.

Kurz nur war die Information über den geplanten Windpark am Wellenberg. Gemeindepräsident Peter Maag sagte: «Der Grosse Rat hat im Richtplan sechs Windenergiegebiete definiert.» Das Departement für Bau und Umwelt habe eine Petition aus der Gemeinde Amlikon-Bissegg beantwortet. Demnach sei die politische Gemeinde Thundorf für die Änderung der Rahmenumnutzungsplanung alleine zuständig. Gemeindeversammlungsentscheide der Nachbargemeinden seien nicht möglich. Zudem bereite der Grosse Rat derzeit eine parlamentarische Initiative vor, die einen einheitlichen Mindestabstand zu Wohnbauten verlange.

Votanten aus Harenwilen äussersten sich zu Schattenwurf und Lärmemissionen durch Windräder in Wohngebieten. Ein Votant möchte eine gemeinsame Diskussion mit den Gemeinden Thundorf und Amlikon-Bissegg. Gemeinderat Franz Zehnle sagt: «Der Gemeinderat gibt keine Meinung ab.» Die Gemeinde Hüttlingen werde sich in der Diskussion neutral verhalten.

185 Stimmberechtigte waren am Samstagnachmittag in die Mehrzweckhalle gekommen, um das Budget 2023 zu beraten und über Sachgeschäfte zu entscheiden. Auch die Gesamterneuerungswahlen standen an. Die Versammlung wählte den bisherigen Gemeindepräsidenten Peter Maag mit 176 Stimmen. Wiederwahl auch für die bisherigen Gemeinderäte. Auf Frank Zehnle fielen 162 Stimmen, Brigitte Hascher und Thomas Brändle erreichten 169 Stimmen. Für den zurücktretenden Jan Müller gewählt wurde der 43-jährige Raffael Wäspe (neu) mit 153 Stimmen.

Personell kämpfe die Gemeinde mit dem Fachkräftemangel, sagte Maag: «Wir hatten einige Wechsel auf der Verwaltung.» Doch das war nicht der Grund für eine lebhafte Diskussion. Das Traktandum über die Aufhebung und Abtretung des Kirchwegs in Hüttlingen beschäftigte und kam gar ins Stocken. Die Firma A. Kuratle, Schreinerei, Zimmerei und Bedachungen, hat Interesse, das Teilstück des Kirchwegs zwischen ihrem Verwaltungsgebäude und der Festix & Bars zu kaufen. An diesem Kauf hätte sich die Festix & Bars beteiligt. Es geht um 544 Quadratmeter Land, die Kuratle erwerben wollte, die Festix wäre mit 253 Quadratmetern zum Landpreis von 128 Franken pro Quadratmeter beteiligt. Gründe für den Landkauf sind für die Unternehmensweiterentwicklung, auch, um Arbeitsabläufe zu optimieren und mit Stapler und LKW den Streckenabschnitt sicher zu halten. Mehrere Anträge standen im Raum. Jener eines Votanten soll im Kaufvertrag die Ergänzung enthalten: «Sollte das Grundstück innert 15 Jahren eine Zweckänderung erfahren, muss die Firma den Preisunterschied bezahlen», den die Stimmberechtigten guthiessen. Für die zwei Anträge des Gemeinderates liess der Gemeindepräsident zuerst über den Landverkauf abstimmen, der zwar mit grossem Mehr ankam. Doch nach mehreren Anläufen mit ungleichen Abstimmungsresultaten lehnte die Berchtoldgemeinde schliesslich schriftlich die Aufhebung der beiden Teilstücke des Kirchwegs klar ab.

Unbestritten war hingegen der Kreditantrag für den Ersatz der Trafostation Schulhaus Mettendorf über 150 780 Franken, der mit grossem Mehr Zustimmung fand. Auch die angepassten Gebühren von Wasser, Abwasser, Entsorgung sind bewilligt.

Unmut machte sich unter einzelnen Votanten breit über den um 50 Prozent höheren Flächenbeitrag im Vergleich zum vergangenen Jahr von 30 auf neu 45 Rappen. Nach der Abstimmung sagte Gemeindepräsident: «Mit 115 Ja-Stimmen zwar angenommen, aber nicht komfortabel.» Schliesslich fand die Änderung zum Organisationsreglement des Feuerwehrzweckverbandes Wellenberg Zustimmung.

Aufnahme ins Bürgerrecht von Hüttlingen fand Helmuth Wenczel, österreichischer Staatsangehöriger.

Budget genehmigt

Das Budget 2023 rechnet bei einem Aufwand von 3,479 Millionen Franken und einem Ertrag von 3,448 Millionen Franken mit einem Defizit von 31 460 Franken. Das Budget mit dem bisherigen Steuerfuss von 60 Prozent genehmigten die Stimmberechtigten ohne Diskussion und einstimmig. Das Defizit kann noch mit dem Eigenkapital, welches 1,85 Millionen Franken beträgt, gedeckt werden. Doch schon im nächsten Jahr könnte eine Erhöhung des Satzes anstehen. Wie Gemeindepräsident Peter Maag erklärte, muss Hüttlingen Schulden abbauen.