Kultur
Das Sirnacher Theater Jetzt zeigt «Trainingslager» in Oberwangen

Für ungewöhnliche Aufführungsorte sind Oliver Kühn und sein Theater Jetzt längstens bekannt. Nun zeigt der Sirnacher sein Erfolgsstück Trainingslager im Oberwanger «Schattstübli».

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Szenenbild des Stücks «Trainingslager» des Sirnacher Theaters Jetzt.

Szenenbild des Stücks «Trainingslager» des Sirnacher Theaters Jetzt.

Bild: PD

«Wie ticken die Ostschweizer? Und warum können’s die Thurgauer, Appenzeller und St.Galler im alles entscheidenden Moment nicht miteinander? Dieser und anderen Fragen geht das schräg-komische Kammer-Musical «Trainingslager» nach. Dafür spürt es die Geschichte eines real verbürgten Olympiastadions nach, das in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts für die Ostschweiz geplant worden war. Auf Einladung der «Tannzäpfler» spielen Monika Romer, Sandro Schneebeli und Oliver Kühn am Sonntag, 13. Februar um 18 Uhr im «Schattstübli» in Oberwangen.

«Mir Oschtschwyzer müesstet emol allne so richtig bewiese, wer mir sind und wa mir chönt». Also planen Rudolf Emil Pfändler (Oliver Kühn) aus St.Gallen, Renate aus Langrickenbach (Parallelbesetzung Monika Romer) und Josef und Josef aus Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden als Olympiakomitee ein Stadion.

Ein real verbürgtes Vorhaben, stammt doch aus dem Jahre 1929 tatsächlich eine minutiös durchdachte Planzeichnung. Warum die gross angedachte Sache aber an kleinspurigen «Kantönligeistern» scheitern muss – davon handelt dieses Stück. Als sich Rudolf Emil Pfändler nämlich nach langwierigen Debatten erdreistet, alleine und als «leuchtendes Beispiel» auf einen Baum zu steigen und die «akrobatische Feuerrolle» zu machen, fällt er tief. Sehr tief. Und auf den Kopf. Seither liegt er in seinem Bett und hat neben seiner Lampe (Sandro Schneebeli), der Frau Doktor nur noch sein Publikum zum Reden. Dabei dämmert es Pfändler langsam, wie es hat soweit kommen können.

Prominente Recherchepartner

Dass das Thema vom gemeinsamen Projekt für die Ostschweiz auch in der Neuzeit nicht frei erfunden ist, weiss man spätestens seit der 2016 abrupt beendeten Diskussion über die Durchführung einer Expo in der Ostschweiz. 2027 hätte diese stattfinden sollen – wenn nicht die Ostschweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Projekt schon beim Planungskredit gebodigt hätten.

Die Macher von Trainingslager unterhielten sich deshalb im Vorfeld mit Martin Heller (künstlerischer Direktor der Expo 2002 und Berater zur geplanten Expo 2027), Marco Sacchetti (Pro Expo 2027, Generalsekretär des Thurgauischen Departementes für Bau und Umwelt) und der Nationalrätin Esther Friedli (Contra Expo 2027, SVP, SG). Ihre und andere Meinungen über die Ostschweizer und ihre Eigenheiten und «Mödeli» flossen in die Entstehung von «Trainingslager» mit ein. (red)