Glosse
Winterliche Erheiterung dank kontroverser Geschäfte des Frauenfelder Stadtrates

Murgspritzer über Frauenfelder, die zwar in die Berge fahren, dort aber nicht zum Skifahren kommen, über hitzigen Diskussionen in der Frauenfelder Lokalpolitik und die Fasnächtler, die bald wieder den Stadtrat entmachten. Mindestens eine Frage bleibt unbeantwortet.

Samuel Koch
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Pandemische Stadtübernahme der Frauenfelder Fasnachtsgesellschaft mit Stadtpräsident Anders Stokholm und Obernärrin Antonella I., die einander mit genügend Sicherheitsabstand zuprosten.

Pandemische Stadtübernahme der Frauenfelder Fasnachtsgesellschaft mit Stadtpräsident Anders Stokholm und Obernärrin Antonella I., die einander mit genügend Sicherheitsabstand zuprosten.

Bild: Andrea Stalder (11.02.2021)

«Alles fährt Ski, alles fährt Ski. Ski fährt die ganze Nation.» Unvergessen und als Ohrenwurm sondergleichen bleibt die Schweizer Winterhymne von Vico Torriani aus den frühen 1960ern in Erinnerung, die während der Sportferien von überall her im Flachland in die Berge lockt und zum Skifahren animiert. Nur fährt dort derzeit kaum jemand Ski, zumal das Unwetter Orkanböen über die Alpen ziehen lässt und in Frau-Holle-Manier Neuschnee vom Himmel fällt.

Da bleibt man doch lieber zu Hause, bewegt sich bei der Aktivsportwoche oder liegt einfach mal ein bisschen auf der faulen Haut herum. Denn für seelische Erheiterung sorgen aktuell ja die hitzigen Diskussionen in der Frauenfelder Lokalpolitik. Nichts da von winterlicher Sauren-Gurken-Zeit. Brandheisse Themen gibt es derzeit en masse, fast so viel wie Neuschnee in den Bergen. Autofreie Altstadt? War da nicht was? Allenthalben gefürchtete Steuererhöhung? Nein, kaum bei uns! Übernahme der Stadtkaserne? Hmm, man weiss es nicht so recht! Vielleicht wird aus 2023 ja plötzlich 2032, wenn die Armee einmal mehr ihr Auszugsdatum verschiebt.

Darüber lässt es sich sogar am Pistenrand oder im frühzeitigen Après-Ski grün und blau ärgern. Der Stadtrat jedenfalls hat die derzeitige Konzentration kontroverser Geschäfte erkannt und fürs gesellschaftliche Dampfablassen zweimal zum Gespräch in die Altstadt geladen. Wie erwartet blieb es ruhig, wie das Foto der blutleeren Strassen gezeigt hat. Nicht einmal mit dem Auto kamen die Leute, trotz Öpfelringli und Flyern aus den Händen von Damen und Herren Stadträte sowie der Stadtschreiberin. Lieber macht man die Faust im Sack und trinkt den Frust weg. Wie die Fasnächtler, die der Pandemie so richtig den Garaus machen wollen. Bald entmachten die Narren den Stadtrat für fünf Tage. Mal schauen, ob’s dann besser wird.