Gemeindeversammlung
Wagenhausen veräussert 12'000 Quadratmeter an Stein am Rhein: Die Stimmbürger geben grünes Licht für den Landverkauf und das Budget 2022

An der Budgetversammlung stimmen die Wagenhauser Stimmberechtigten allen Anträgen des Gemeinderats zu. Von grösserem Interesse sind vor allem zwei Traktanden: der Beitritt zum Verein Soziale Dienste Untersee und Rhein sowie ein beträchtlicher Landverkauf.

Margrith Pfister-Kübler
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Trotz Pandemie ist die Budgetgemeinde mit 53 Stimmberechtigten in der Turnhalle Kaltenbach gut besucht.

Trotz Pandemie ist die Budgetgemeinde mit 53 Stimmberechtigten in der Turnhalle Kaltenbach gut besucht.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

«Das Klatschen nach Wortmeldungen ist zu unterlassen», sagt Wagenhausens Gemeindepräsident Roland Tuchschmid an der Budgetversammlung vom Freitagabend in der Turnhalle Kaltenbach. Die wichtigsten Traktanden sind der Beitritt zum Verein Kompetenzzentrum Soziale Dienste Untersee und Rhein sowie ein Landverkauf von über 11'000 Quadratmetern.

Speziell begrüsst Tuchschmid René Walther, Gemeindepräsident von Münsterlingen, mit dessen Unterstützung die Grundlagen zum «Beitritt zum Verein Soziale Dienste Untersee und Rhein» erarbeitet werden. Denn mit der problembehafteten Situation in Steckborn stellt sich auch für Wagenhausen die Frage: Wie weiter? So wird eine Arbeitsgruppe um Gemeindepräsident Roland Tuchschmid und Gemeinderätin Mirjam Leibinger gegründet. Die Gemeindeversammlung nimmt den Antrag einstimmig an. Er tritt am 1. Januar 2022 in Kraft.

Wagenhausens Stimmbürger gaben des Weiteren mit nur einer Gegenstimme grünes Licht für den Verkauf von 11800 Quadratmetern Land. Das entspricht einem Drittel der Landparzelle Schäferwies, ausgangs Kaltenbach, und wird zum Preis von 140 Franken pro Quadratmeter an die Stadt Stein am Rhein veräussert – mit Gewinnanteilsrecht. Zwei Drittel der Parzelle sind bereits im Besitz der Stadt Stein am Rhein.

Wegen der Lage auf der Gemarkung bringt die Parzelle bei einer Überbauung keinen Steuerertrag für Wagenhausen, argumentiert der Gemeindepräsident.

«Um die Liquidität für die Gemeindekasse zu generieren, ist ein Verkauf trotzdem interessant.»

Mit dem Ja der Gemeindeversammlung ist es indes noch nicht getan. Es braucht nun noch die Zustimmung des Einwohnerrates von Stein am Rhein, der am 10. Dezember darüber befinden wird. Diskussionslos bewilligten die Anwesenden auch das Budget 2022. Die Erfolgsrechnung sieht einen Aufwandüberschuss von 281'520 Franken vor. Weiter stehen Investitionen von über 1,5 Millionen Franken an. Der gleichbleibende Steuerfuss von 56 Prozentpunkten hat ebenfalls keinen schweren Stand.