Gemeindeversammlung
Die Kassen füllen sich: Gewinne von Schule und Gemeinde Lommis fliessen in die Sanierung von Mehrzweckhalle und Schulhaus

Die Lommiser Gemeindeversammlung genehmigte am Montagabend die Rechnungsabschlüsse von Schule und Gemeinde.

Olaf Kühne
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Mehrzweckhalle und Schulhaus stehen in Lommis vor einer umfassenden Sanierung. Das Projekt kommt am 26. Juni an die Urne.

Mehrzweckhalle und Schulhaus stehen in Lommis vor einer umfassenden Sanierung. Das Projekt kommt am 26. Juni an die Urne.

Bild: Olaf Kühne

Finanziell läuft es in Lommis. Gemeinde wie auch Primarschule konnten der Gemeindeversammlung vom Montagabend überaus positive Rechnungsabschlüsse präsentieren. Höhere Grundstückgewinnsteuern sowie überhaupt bessere Steuereinnahmen sorgten in beiden Körperschaften dafür, dass 2021 weit besser als budgetiert über die Bühne ging.

So konnte Primarschulpräsident Peter Haas den 52 anwesenden Stimmberechtigten einen Überschuss von 282'000 Franken vorlegen, nachdem das Budget für das vergangene Jahr noch einen Verlust von 20'000 Franken vorgesehen hatte.

Gleiches hörten die Stimmbürger anschliessend von Gemeindepräsident Fritz Locher. 419'000 Franken Gewinn anstelle eines Defizits von 74'000 Franken lautet die Bilanz der Politischen Gemeinde.

Rechnung und Gewinnverwendung einstimmig bewilligt

Weil gleich für Schule und Gemeinde grosse Investitionen anstehen (siehe Kasten), sorgten auch die von den Behörden vorgeschlagenen Gewinnverwendungen für keinerlei Diskussionen und einhellige Zustimmung. Die Primarschulgemeinde kann nun für die Sanierung des Schulhauses 149'000 Franken in den Erneuerungsfonds einlegen, der dadurch auf 729'000 Franken steigt. Der entsprechende Fonds der Gemeinde für die anstehende Sanierung der Mehrzweckhalle nimmt um 250'000 Franken auf just eine Million Franken zu. Die restlichen Überschüsse fliessen in das jeweilige Eigenkapital.

Abstimmung über Sanierungen am 26. Juni

Weil in Lommis das Schulhaus im Besitz der Primarschulgemeinde ist, die angebaute Mehrzweckhalle hingegen der politischen Gemeinde gehört, haben die beiden Körperschaften für die dringlichen Sanierungen in beiden Gebäuden eine gemeinsame Baukommission ins Leben gerufen. Deren Präsident ist Bauberater und Schulbehördenmitglied Alex Müller. Er informierte die Gemeindeversammlung am Montagabend darüber, dass es für den angestrebten Abstimmungstermin am eidgenössischen Wochenende vom 15. Mai zu knapp geworden sei, weshalb nun die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 26. Juni erneut an die Urne gerufen werden. Auf die Bauphase habe dies indes keinen Einfluss, sagte Müller weiter. Ziel bleibe es, noch in diesem Jahr die Baubewilligungen zu erhalten und mit der Sanierung im kommenden Jahr starten zu können. Auf eine gesonderte Informationsveranstaltung wolle man trotz der komplexen Vorlage verzichten, dafür eine sehr detaillierte und informative Abstimmungsbotschaft verschicken, versprach der Baukommissionspräsident. (kuo) 

Reto BrüllmannSchulleiter

Reto Brüllmann
Schulleiter

Archivbild: Urs M. Hemm

Weitere Traktanden standen an diesem Abend nicht an, weshalb die Schule ausführlich über das vergangene und künftige Geschehen informieren konnte. So erfuhren die Anwesenden von Schulleiter Reto Brüllmann, dass man zumindest bis im vergangenen September ziemlich gut durch die Coronapandemie gekommen war. «Wir hatten den tiefsten Stellvertretersatz im ganzen Thurgau», sagte er. «In den letzten drei Monaten hatten wir dann aber reihenweise Ausfälle.» Ansonsten stehe die Schule Lommis trotz der generell angespannten Stellensituation personell aber gut da. «2021 hatten wir gar keine Personalwechsel, und die drei im laufenden Jahr sind allesamt Pensionierungen.»

Mittagstisch wird weitergeführt

Seitens Schulbehörde informierte Susanne König darüber, dass der Mittagstisch auch dank der Unterstützung durch die Gemeinde im neuen Schuljahr weitergeführt wird. «Wir haben nur eine grosse Sorge», sagte König. «Wir haben zu wenige Helferinnen und Helfer.» Selbstredend war damit ein Aufruf an die Anwesenden verbunden, sich bei ihr zu melden.

Doch keine Flüchtlinge zugewiesen

Von Gemeindepräsident Locher schliesslich erfuhren die Lommiserinnen und Lommiser, dass die Gemeinde neun ukrainische und vier weitere Flüchtlinge aufnehmen sollte. «Wir wurden vom Kanton avisiert, dass wir sofort mit einer Zuweisung rechnen und den erforderlichen Wohnraum bereitstellen müssen», sagte er. «Kaum hatten wir eine Wohnung gemietet, erfuhren wir, dass es aktuell doch keine Zuweisungen geben werde, weil der Thurgau schon überdurchschnittlich viele Geflüchtete aus der Ukraine beherberge.»

Der Urnengang vom 26. Juni ist in Lommis nicht der nächste Termin der Lokalpolitik, informierte Locher zum Schluss. Bereits für den 20. Juni werden die Stimmbürger zu einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung eingeladen, um über die Gründung einer gemeinsamen EW-Netzgesellschaft der Gemeinden Lommis, Stettfurt und Thundorf zu befinden. Schon am 18. Mai findet darüber ab 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle ein Informationsanlass statt.