Gemeindeversammlung
Anbau und Sanierung: Die Münchwiler Hallengeschichte erhält an der Gemeindeversammlung weitere Kapitel

An der Budgetversammlung vom 24. November wird die Münchwiler Schulbehörde einen Planungskredit für die Sanierung der denkmalgeschützten Mehrzweckhalle Oberhofen beantragen. Auch in das Investitionsbudget der Politischen Gemeinde hat das Thema Einzug gehalten.

Olaf Kühne
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Die 81-jährige Turnhalle Oberhofen ist sanierungsbedürftig.

Die 81-jährige Turnhalle Oberhofen ist sanierungsbedürftig.

Bild: Donato Caspari

Politikum des Jahres war in Münchwilen das Thema Mehrzweckhalle. Aus einem Antrag der örtlichen Vereine hervorgegangen, unterbreitete die Schulgemeinde ihren Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern am 26. September den Planungskredit für eine neue Mehrzweckhalle.

Indes wies die Geschichte zu diesem Zeitpunkt schon zahlreiche Kapitel aus. Hätte doch die denkmalgeschützte, aber auch sanierungsbedürftige Mehrzweckhalle Oberhofen dem von den Vereinen gewünschten Neubau weichen müssen.

Deutliche Ablehnung eines Neubaus

Dagegen hatte im vergangenen Winter ein Petitionskomitee Unterschriften gesammelt. Dieser Widerstand und wohl auch die Abstimmungsempfehlung der Schulbehörde, welche in ihrer eigenen Botschaft den Planungskredit zur Ablehnung empfahl, führten dazu, dass das Vorhaben im September mit knapp 60 Prozent Nein-Stimmen klar scheiterte.

Doch damit ist die Geschichte noch nicht fertig erzählt. Mindestens ein weiteres Kapitel wird an der Gemeindeversammlung vom 24. November geschrieben. Vielleicht auch zwei. Da die alte Oberhofen-Halle nun definitiv nicht abgebrochen wird, unterbreitet die Schulbehörde dem Souverän einen Kredit über 204'000 Franken. Damit sollen die Projekt- und Planungsarbeiten für die Renovation der 81-jährigen Mehrzweckhalle in Angriff genommen werden.

Luftbild der Münchwiler Dreifachsporthalle Waldegg.

Luftbild der Münchwiler Dreifachsporthalle Waldegg.

Bild: Olaf Kühne

In ihrer Botschaft zur Schulgemeindeversammlung beschreibt die Schulbehörde den Umfang der angedachten Sanierung. Pikant daran ist, dass die Bühne für den Mittagstisch umgenutzt werden soll. Weil dadurch der Hinterthurgauer Bezirkshauptort über keinen grösseren Veranstaltungsort für beispielsweise Abendunterhaltungen mehr verfügen würde, brachten Schulbehörde und Gemeinderat das sogenannte Combo-Projekt ins Spiel: Anstelle des Neubaus einer Mehrzweckhalle soll – um den Vereinen gerecht zu werden – auf der Schulanlage Waldegg die bis anhin reine Sporthalle um einen Anbau mit Bühne erweitert werden.

Vereine wollen Anbau nicht

Entsprechend stellte Schulpräsident Lukas Weinhappl bereits an der Gemeindeversammlung vom 31. Mai das sogenannte Combo-Projekt vor: Sollte der Neubau im September an der Urne scheitern, kann die Gemeindeversammlung im November über den alternativen Bühnenanbau befinden. Die Krux: Die Vereine wollen diesen Anbau gar nicht. Am Abstimmungssonntag im September sagte deren Sprecher Hanspeter Wehrle gegenüber unserer Zeitung vehement: «Die Sportvereine brauchen das nicht, und für die Kulturvereine ist die Dreifachhalle zu gross und akustisch ungeeignet.»

Nadja Stricker,Gemeindepräsidentin Münchwilen.

Nadja Stricker,
Gemeindepräsidentin Münchwilen.

Bild: Olaf Kühne

Dennoch legt der Gemeinderat nun die 187'000 Franken teuren Planungskosten für diesen Anbau vor. Zwar nicht als eigenständiges Traktandum, aber als klar deklarierter Budgetposten in der Investitionsplanung 2022. «Wir wollen nichts verstecken», antwortet Gemeindepräsidentin Nadja Stricker auf die entsprechende Frage unserer Zeitung. «Vielmehr gibt unsere Gemeindeordnung vor, dass wir einmalige Ausgaben über 500'000 Franken als separaten Antrag abfragen müssen.»

Man sei sich aber im Gemeinderat bewusst, dass vielleicht aus Vereinskreisen, sicher aber von einer Ortspartei der Antrag auf Streichung des Budgetpostens gestellt werde. «Bei unserem Vorgehen haben wir nicht nur auf die Vereine geschaut», stellt Nadja Stricker klar. «Vielmehr hat die Schulbehörde diesen Fahrplan so in ihrer Abstimmungsbotschaft kommuniziert, und es gibt bestimmt auch Stimmbürger, die sich darauf verlassen. Denen wollen und müssen wir genauso gerecht werden.»