Fusion
Bäuerliche Hochzeit im Seebachtal: Landi Hüttwilen und Landi Stammertal spannen dank Segen der Genossen zusammen

Die beiden Landi Hüttwilen und Stammertal schliessen sich zusammen und heissen neu Landi Seebachtal. In einem ersten Anlauf sind die Pläne noch gescheitert.

Evi Biedermann
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Der nach dem Umbau wiedereröffnete Volg der neu fusionierten Landi Seebachtal.

Der nach dem Umbau wiedereröffnete Volg der neu fusionierten Landi Seebachtal.

Bild: Donato Caspari (09.02.2022)

Am Mittwoch sagten die Hüttwiler Ja, am Donnerstag auch die Stammertaler und am Freitagmorgen verkündete die Führungsriege das Resultat der beiden Abstimmungen. «Es war eindeutig», frohlockte Peter Maugweiler, Geschäftsleiter Stammheim, an der Medienorientierung.

38 Stimmberechtigte befürworteten an der Versammlung in Hüttwilen eine Fusion der beiden Genossenschaften Landi Hüttwilen und Landi Stammertal, zwei waren dagegen. In Stammheim stimmten alle 71 Anwesenden dafür. Maugweiler sagte:

«Es gab weder Fragen noch Wortmeldungen.»
Peter Maugweiler, Geschäftsleiter Stammheim.

Peter Maugweiler, Geschäftsleiter Stammheim.

Bild: Evi Biedermann

Dieser Abstimmung habe man mit Spannung entgegengeschaut, zumal der erste Anlauf der Stammheimer Verwaltung vor vielen Jahren an ihren Genossenschaftern gescheitert sei. «Damals jedoch hiess die Braut nicht Hüttwilen», stellte Thomas Keller klar, Präsident der Landi Hüttwilen. Man pflege schon lange gute Geschäftsbeziehungen mit dem Nachbarn im Stammertal, teile dieselben Werte, begegne sich auf Augenhöhe und mit Respekt. «Nun teilen wir auch den Namen.» Mit «Landi Seebachtal» werde dieser beiden Genossenschaften gerecht.

Thomas Keller, Präsident Landi Hüttwilen.

Thomas Keller, Präsident Landi Hüttwilen.

Bild: Evi Biedermann

Jährlicher Umsatz von 30 Millionen Franken

Die Fusion ist eine logische Reaktion auf Veränderungen, die auch die Landi-Genossenschaften spüren. Wer heute langfristig im Markt bestehen und wachsen will, erhöht mit einem gleichgesinnten Partner die Chance auf Erfolg. Die neue Landi Seebachtal erreicht mit beiden Genossenschaften einen jährlichen Umsatz von 30 Millionen Franken. Maugweiler sagte:

«Damit haben wir eine gesunde Grösse und sichern unseren Weiterbestand längerfristig.»

Durch die Fusion bleibe auch die Wertschöpfung in der Region erhalten. Beide Standorte Hüttwilen und Stammheim werden im bisherigen Rahmen weiterbetrieben, dazu gehören auch fünf Volg Läden und eine Agrola Tankstelle. Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten, die insgesamt 64 Mitarbeitenden werden zu den aktuell geltenden Arbeitsbedingungen in die neue Landi Seebachtal integriert.

Vermarktung von Spezialkulturen

Die Landi Hüttwilen wurde bereits 1932 gegründet und zählt heute 120 Mitglieder, die Hälfte davon sind Bauern. 1997 fusionierte sie mit der Landi Herdern-Lanzenneunforn. Die Genossenschaft hat sich auf die Abnahme und Vermarktung von Spezialkulturen wie Spargeln, Erd- und Strauchbeeren, Mini Kiwi und Wildfrüchte wie Aronia spezialisiert und erreicht damit eine landesweite Ausstrahlung. Die Landi betreibt auch einen Volg Laden, der im stark gewachsenen Hüttwilen eine zentrale Bedeutung hat. (bie)

Geplant ist zudem die baldige Erstellung eines Landesproduktezentrums. «Die Landi Stammertal besitzt noch Land in Unterstammheim», gab Maugweiler preis. Dort sollen die Annahme, Verarbeitung, Lagerung und Vermarktung für das ganze Wirtschaftsgebiet erfolgen. Durch den Neubau können betriebliche Abläufe optimiert und Kapazitäten erhöht werden.

Die Beteiligten der Landi-Fusion: Thomas Keller, Präsident Landi Hüttwilen, Peter Maugweiler, Geschäftsführer Landi Stammertal, Ruedi Grunder, Geschäftsführer Hüttwilen, und Stefan Griesser, Präsident Landi Stammertal.

Die Beteiligten der Landi-Fusion: Thomas Keller, Präsident Landi Hüttwilen, Peter Maugweiler, Geschäftsführer Landi Stammertal, Ruedi Grunder, Geschäftsführer Hüttwilen, und Stefan Griesser, Präsident Landi Stammertal.

Bild: Evi Biedermann

Thomas Keller präsidiert neue Landigenossenschaft

An der ersten gemeinsamen Generalversammlung vom 20. Mai wird die neue Verwaltung gewählt. Total sind 359 Genossenschafter stimmberechtigt, deren 167 sind Bauern oder Bäuerin. Die neue Verwaltung setzt sich aus neun Personen zusammen, vier aus Hüttwilen und fünf aus dem Stammertal.

Ruedi Grunder, Vorsitzender der Geschäftsleitung.

Ruedi Grunder, Vorsitzender der Geschäftsleitung.

Bild: Evi Biedermann

Vorsitzender der Geschäftsleitung wird Ruedi Grunder, langjähriger Geschäftsführer Hüttwilen. Als Präsident der neuen Landi Seebachtal stellt sich Thomas Keller zur Verfügung, noch Präsident der Landi Hüttwilen.