Freizeit und Sport
Kleiner Ball ganz gross: Minigolfclub Matzingen feiert 50-Jahr-Jubiläum und richtet diesen Sommer die Einzel-Schweizer-Meisterschaft aus

Der Vorstand hat schon alle Hände voll zu tun, obwohl noch gar nicht Saison ist. Auf der Matzinger Minigolfanlage stehen diesen Sommer zwei grössere Anlässe an: die 50-Jahr-Feier des Minigolfclubs Matzingen am 23. Juli sowie die Schweizer-Einzelmeisterschaften vom 21. bis 24. Juli.

Claudia Koch
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Der Minigolfclub Matzingen feiert sein 50-Jahr-Jubiläum und führt im Juli die Minigolf-SM durch.

Der Minigolfclub Matzingen feiert sein 50-Jahr-Jubiläum und führt im Juli die Minigolf-SM durch.

Bild: Belinda Schmid

Noch ist Winterschlaf. Kein Kindergelächter auf der Matzinger Minigolfanlage, kein Glace vom Kiosk, kein Jubelgeschrei, wenn der Ball mit einem Schlag ins Loch ploppt. Doch der Vorstand des Clubs hat seit Wochen schon alle Hände voll zu tun. Allen voran Martha Heer, die neu das Präsidium des Traditionsklubs innehat. Zusammen mit ihren Vorstandskollegen organisiert sie gleich zwei Grossanlässe: das 50-Jahr-Jubiläum des Klubs und die Einzel-Schweizer-Meisterschaft vom 21. bis 24. Juli, die dem Verein zugesprochen wurde.

Ein Ballset.

Ein Ballset.

Bild: Belinda Schmid
«Das Jubiläumsfest ist öffentlich und findet am Samstag, 23. Juli, statt – mit einem Musiker und allem, was dazu gehört.»

Das sagt Präsidentin Heer. Während des Trainings und des Turniers, wenn sich die Besten der Schweizer Minigolfszene messen, darf die Anlage nicht betreten werden. «Vom Zaun aus lässt sich alles bestens mitverfolgen», sagt Heer.

Für ein Wochenende Schweizer Minigolf-Hauptstadt

Vom 21. bis 24. Juli werden auf der klubeigenen Minigolfanlage in Matzingen (Wide 510) die Einzel-Schweizer-Meisterschaften durchgeführt. Rund hundert der besten Schweizer Spielerinnen und Spieler zeigen dabei ihr Können und kämpfen nach coronabedingter Pause um den Titel. Schon beim Training kann man dabei zuschauen, wie die Spielenden mit möglichst wenig Schlägen ein gutes Resultat erreichen werden. In der Schweiz gibt es knapp 50 Minigolfklubs, die in allen Sprachregionen zu finden sind. (clk)

www.mgcmatzingen.ch

Es ist wenig Ausrüstung erforderlich

Das Matzinger Klubrestaurant.

Das Matzinger Klubrestaurant.

Bild: Belinda Schmid

Martha Heer kam auf Umwegen zu ihrem Hobby. «Ich organisierte jeweils die Tombola für die Volksturniere. Da es an einem Turnier an Spielerinnen und Spielern fehlte, nahm ich kurzerhand den Schläger in die Hand und spielte mit. Das hat mir gepasst», sagt sie. Seit 2005 arbeitet sie im Vorstand mit und ist die einzige Frau mit einer Lizenz im Klub, der 19 Mitglieder zählt. Heer erklärt:

«Eine Lizenz kann jeder beantragen, der gerne, gut und regelmässig spielt. Mit der Lizenz wird man an Turnieren zugelassen und kann sich somit für die Schweizer Meisterschaften qualifizieren.»
Eine Bahn in Matzingen.

Eine Bahn in Matzingen.

Bild: Belinda Schmid

Was eine Lizenzspielerin von einer Plauschspielerin unterscheidet, offenbart sich, sobald Martha Heer ihren Koffer öffnet: Zahlreiche Bälle in unterschiedlichen Farben und mit mannigfaltigen Oberflächen reihen sich aneinander. Auch das Gewicht der Bälle variiert. Ein Ball kostet zwischen 20 und 25 Franken. Zum Starten empfiehlt Heer zehn Bälle. Ein Schläger ist von 60 bis zu 200 Franken zu haben. Hat man sich die Ausrüstung einmal zugelegt, fallen nur noch wenige Kosten an. «Oft bekommen wir Bälle geschenkt, wie jene vom amtierenden Weltmeister Beat Wartenweiler, der ursprünglich aus dem benachbarten Häuslenen stammt», so Heer.

Konzentration und Präzision sind gefragt

An der Minigolfanlage Matzingen.

An der Minigolfanlage Matzingen.

Bild: Belinda Schmid

Für die Werbung und die Sponsoren des Jubiläumsfestes im Juli ist Vorstandsmitglied Erich Tanner besorgt. Minigolf ist jedoch nicht sein Ding.

«Ich bin ein Musikmensch, kein Ballmensch.»

Das sagt der Klarinettist beim Veteranenspiel St.Gallen. Dafür hat er ein kreatives Händchen, wenn es um die Gestaltung des Logos, der Flyer und des Festführers geht. Tanners Affinität zu Gedrucktem trug ihm die Anfrage eines Klubmitglieds ein, im Vorstand mitzuhelfen. Was er seit einem Jahr mit Freude und offensichtlichem Engagement macht. Hurtig hat er für die Fotografin Schläger und Bälle besorgt, damit Martha Heer Modell stehen kann.

Präsidentin Martha Heer auf der Anlage.

Präsidentin Martha Heer auf der Anlage.

Bild: Belinda Schmid

Denn alle Räumlichkeiten wie auch das Restaurant, geführt von Pächterin Jeannette Katter, sind bis zur Saisoneröffnung im Frühling geschlossen. Sobald man einen professionellen Schläger in den Händen hält und die richtige Haltung einnimmt, wird einem bewusst, um was es beim Minigolf geht: um Konzentration und Präzision. Deshalb ist Minigolf ein idealer Ausgleichssport. Welche der 18 Bahnen Martha Heer am wenigsten behagt? «Die mit dem Fensterli, die mag ich nicht so gern», sagt’s und versenkt an einer anderen Bahn einen Ball mit einem Schlag.