Frauenfeld
Vom Verein zur IG: Das Vermächtnis von Alfred Ilg wird weitergeführt

Die Alfred-Ilg-Gesellschaft löste sich an der Generalversammlung als Verein auf und gründete sich neu als Interessengemeinschaft Alfred Ilg.

Claudia Koch
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Stimmten dem Übergang von der Alfred-Ilg-Gesellschaft zu einer Interessengemeinschaft zu: Peter R. Gerber, Christoph Zinsstag, Andrea Cortolezis, Albert Bargetzi und Felix llg.

Stimmten dem Übergang von der Alfred-Ilg-Gesellschaft zu einer Interessengemeinschaft zu: Peter R. Gerber, Christoph Zinsstag, Andrea Cortolezis, Albert Bargetzi und Felix llg.

Bild: Claudia Koch

Zwei einschneidende Ereignisse prägten die Vereinstätigkeit der Alfred-Ilg-Gesellschaft. Einerseits fanden coronabedingt keine Vorträge statt. Andererseits starb im vergangenen August Präsident Hans Brunschweiler. «Er war mit viel Herzblut dabei und engagierte sich mächtig an der Ausstellung 2016 zum 100. Todesjahr von Alfred Ilg», sagte Rechnungsrevisor Albert Bargetzi.

Die klaffende Lücke konnte bis jetzt nicht gefüllt werden. Die stagnierenden Mitgliederzahlen von rund 20 Personen veranlassten deshalb den Vorstand, sich grundlegende Überlegungen über die Zukunft des Vereins zu machen. Bargetzi führte aus:

«Wir haben drei Lösungsvarianten diskutiert: Auflösung des Vereins, Weiterführung des Vereins oder Überführung in eine Interessengemeinschaft.»

Eine Auflösung als schlechteste Variante wollte der Vorstand nicht eingehen, den Status quo zu erhalten bedingt mehr Mitglieder. Deshalb wurde einstimmig beschlossen, den Verein per 31. März aufzulösen und per 1. April in eine Interessengemeinschaft umzuwandeln.

Thurgauer und Staatsminister

Wer ist dieser Alfred Ilg, dessen Vermächtnis zu erhalten den sieben anwesenden Frauen und Männern so am Herzen liegt? 1854 in Frauenfeld in finanziell bescheidenen Verhältnissen geboren, absolvierte Ilg nach einer zweijährigen Lehre als Mechaniker ein Studium zum Maschineningenieur. 1879 gelangte er beruflich nach Abessinien, dem heutigen Äthiopien, wo er am Hof von Kaiser Menelik II. diente. Er baute unter anderem eine Eisenbahnlinie und wurde zum Staatsminister ernannt. Somit war Ilg einer der bedeutendsten Thurgauer Ende des 19. Jahrhunderts und einer der ersten Schweizer im Ausland.

Für den Vorsitz der neuen Interessengemeinschaft konnte Vizepräsident Peter R. Gerber ein Vorstellungsschreiben von Monica Zwicky verlesen. Sie ist eine Cousine des anwesenden Felix Ilg, des letzten lebenden Enkels Alfred Ilgs. Ihre Wahl wurde wie der Jahresbericht und die Jahresrechnung einstimmig genehmigt.