Floristik
Erster Kunde war ein Italiener, der Nelken kaufte: Das Diessenhofer Blumenhaus Helg feiert sein 40-Jahr-Jubiläum

Anfang Februar 1982 eröffneten Trudi und Ignaz Helg einen kleinen Blumenladen an der Diessenhofer Bahnhofstrasse. Daraus sind mittlerweile 7000 Quadratmeter Betriebsfläche, moderne Verkaufsräume und eine eigene Produktionsgärtnerei geworden.

Thomas Brack
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Drinnen im Grünen: Betriebsgründer Ignaz Helg mit Ehefrau Trudi und Sohn Roger, der mittlerweile die Leitung übernommen hat.

Drinnen im Grünen: Betriebsgründer Ignaz Helg mit Ehefrau Trudi und Sohn Roger, der mittlerweile die Leitung übernommen hat.

Bild: Thomas Brack

«Garofani» wollte er. Ignaz Helg, Gründer des gleichnamigen Blumenhauses in Diessenhofen, kann sich noch gut erinnern: «Unser erster Kunde am ersten Februarmorgen 1982 war ein Italiener, der dreizehn Nelken kaufte.» Blumen zum Valentinstag zu schenken, sei damals noch wenig üblich gewesen. Entsprechend enttäuschend sei der Verkauf um den 14. Februar verlaufen. Frische und wohlduftende Blumen erfreuen das Herz und bringen Farbe in den Alltag. Im Dienst von Pflanzen und Menschen steht seit nunmehr 40 Jahren das Blumenhaus Helg.

Blick in die Produktion in Basadingen.

Blick in die Produktion in Basadingen.

Bild: PD

Doch schliesslich gelangte das Blumenhaus in der Region zu immer grösserer Bekanntheit und kann seit langem auf eine treue Kundschaft zählen. Das frische Angebot und die kompetente Beratung werden geschätzt und rege genutzt. Die Freude am selbstbestimmten Schaffen und die Liebe zur Pflanzenwelt führten zum guten Gelingen.

Ausbau auf 7000 Quadratmeter Betriebsfläche

Angefangen hatte es mit dem Blumenladen an der unteren Bahnhofstrasse neben der ehemaligen Bahnhofapotheke mit 45 Quadratmetern Fläche. Im Jahr 1984 eröffnete die Gärtnerei Helg in Basadingen die eigene Produktion von Blumen und Pflanzen. Mit dem Neubau des grosszügig konzipierten Blumenladens an der Basadingerstrasse kam die Sparte mit den Zierpflanzen dazu. So entstand eine Betriebsfläche von insgesamt 7000 Quadratmetern.

35 junge Menschen ausgebildet

Das Blumenhaus ist auch eine Aus- und Weiterbildungsstätte geworden. «Bis zum Jahr 2018 erhielten etwa 35 Auszubildende, inklusive Kader/Meister Höhere Fachschule, das nötige Fachwissen», sagt Firmengründer Ignaz Helg nicht ohne Stolz. Er selber amtete viele Jahre als Lehrlings- und Prüfungsexperte sowie als Pflanzenschutzexperte an den Zollämtern Schaffhausen und Thurgau, wo er das Washingtoner Artenschutzabkommen überprüfte. (tb)

Seit dem Jahr 2013 führt Sohn Roger Helg mit der Hydrohelg einen Betrieb, der spezialisiert ist auf Raumbegrünung.

Eine Arbeit des Blumenhauses Helg.

Eine Arbeit des Blumenhauses Helg.

Bild: PD
«Diese wird von immer mehr Firmen angestrebt, denn die Mitarbeitenden in Büros und anderen Räumen schätzen die Anwesenheit von Pflanzen im Arbeitsalltag.»

Das sagt Roger Helg, mittlerweile Chef des Blumenhauses Helg. Im Lauf der Zeit ist aus dem einstigen Blumenladen ein Produktions- und Dienstleistungsbetrieb mit sechs Fachpersonen entstanden.

Solaranlagen unterstützen den Energieaufwand

Die modernen Anlagen und Einrichtungen besitzen fünf verschiedene automatische Kulturzonen, so zum Beispiel für das Licht (Sonnenlicht), für die Feuchtigkeit oder auch die Temperatur. Die sensiblen Blumen und Pflanzen durchlaufen diese von der Vermehrung bis zur fertigen Produktion. Der dazu benötigte Energieaufwand wird mit eigenen Solaranlagen unterstützt. Diese erzeugen mit etwa 11'000 Kilowatt Leistung die Energie, welche 25 Einfamilienhäuser pro Jahr benötigen würden.