Gemeinde Thundorf flickt ihre Strassen auf einer Länge von 24 Kilometern

Bis im Sommer will die Gemeinde einen grossen Teil ihres Flur- und Waldstrassennetzes sanieren. Dazu steuern Bund und Kanton einen Teil der Kosten bei. Möglich gemacht hat das aber erst das Stimmvolk.

Samuel Koch
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Thundorf bringt seine Strassen in Schuss. Dabei handelt es sich um 24 der insgesamt rund 97 Kilometer auf dem kommunalen Flur- und Waldstrassennetz, vor allem in den Ortsteilen Thundorf, Lustdorf und Rüti. Die Sanierung im Rahmen der Periodischen Widerinstandstellung der Flur- und Waldstrassen (PWI) soll noch im Frühling beginnen, wenn es nach der Behörde und Mathias Rickenbach im Speziellen geht.

Der gelernte Förster und für die Umwelt zuständige Gemeinderat präsidiert noch bis Ende Mai von Amtes wegen die Thundorfer Unterhaltskommission, die erst im vergangenen Jahr aus drei kleineren Korporationen zusammengeschlossen wurde. «In den alten Korporationen waren die Landwirte als Landanstösser Mitglied, heute ersetzt die Gemeindeversammlung die Mitgliederversammlung», sagt Rickenbach.

Zweimalige Zustimmung zwingend

Ohne die zuletzt von der Gemeindeversammlung bewilligte Fusion hätte das Stimmvolk an der Bechtelisversammlung im Frühjahr 2018 dem PWI nicht zustimmen können, womit Thundorf die rund 660'000 Franken für die jetzige Sanierung alleine stemmen müsste. Rickenbach meint:

«Das war essenziell für die jetzige Sanierung.»
Mathias Rickenbach, Präsident Unterhaltskommission Thundorf. (Bilder: Andrea Stalder)

Mathias Rickenbach, Präsident Unterhaltskommission Thundorf. (Bilder: Andrea Stalder)

Somit konnte der Gemeinderat kurze Zeit später den Antrag ans kantonale Landwirtschaftsamt für eine Kostenbeteiligung stellen. Denn PWI-Projekte, die zu spät eingereicht werden, unterstützen der Kanton wegen des Sparprogramms HG2020 nicht mehr.

Dank der zugesagten Beteiligung jedoch muss Thundorf nur noch zirka die Hälfte der Gesamtkosten aus dem eigenen Kässeli bereitstellen. Eine weitere finanzielle Spritze kommt aus Bundesbern ins Tuenbachtal. Zudem müssen sich die Landanstösser an den Kosten beteiligen. Rickenbach sagt:

«Trotzdem bleibt es für unsere kleine Gemeinde ein grosser Lupf.»

Bis zirka Mitte April laufen die Vorarbeiten der Tiefbauarbeiten, für welche die Geiges AG aus Warth-Weiningen den Zuschlag erhalten hat.

Aufasten, verstärken, abranden, erneuern

Auf einzelnen sanierungsbedürftigen Abschnitten kommen bereits grössere Steine des sogenannten Strassenkoffers zum Vorschein. «Die Wege haben teils tiefe Furchen, weshalb oft Wasser darin liegen bleibt und nicht mehr versickert», sagt Rickenbach. Einerseits resultiere das aus natürlicher Erosion, andererseits aus teils schwerer gewordenen Land- und Forstmaschinen.

Nach einer sogenannten Aufastung der Wege und der teilweisen Verstärkung des Strassenkoffers folgen ein beidseitiges Abranden und die Erneuerung der sogenannten Verschleissschicht durch Kies, erklärt er. Die Wölbung bleibt als Bestandteil der Flur- und Waldstrassen erhalten, damit das Wasser wieder von den Strassen fliesst. «Diese Bombierung ist wichtig.»

Ein Abschnitt einer Waldstrasse, die saniert werden muss.

Ein Abschnitt einer Waldstrasse, die saniert werden muss.

Für eine möglichst effiziente Sanierung ersucht Rickenbach die Landanstösser und Grundstückeigentümer, die vorhandenen Zäune zurückzusetzen und an den Strassenrändern abgestellte Maschinen oder Holzbeigen wegzuräumen. «Das erleichtert die Arbeiten enorm», sagt er.

Reitverbot ohne Kontrollen

Sobald die jetzt geplanten Wiederinstandstellungsarbeiten – weitere sind frühestens in zehn bis 15 Jahren geplant – vollbracht sind, dürfen die Abschnitte der Flur- und Waldstrassen nur eingeschränkt benutzt werden. So gibt es etwa ein Reitverbot, damit sich der eingebaute Kies verfestigen kann. «Wir signalisieren die Verbote so gut wie möglich und hoffen, dass ihnen Folge geleistet wird», meint Rickenbach. Kontrollen gibt es jedenfalls keine.