Festival
Bühne frei für Thurgauer Hip-Hop: ZH meets TG brachte junge Hip-Hop-Künstler aus dem Thurgau in die Badi in Stettfurt

Am Festival «ZH meets TG» am Samstag in Stettfurt performten Newcomer wie Cri Scarcia aus Wängi, Alan Swatch aus Münchwilen, Xthedoc aus Sirnach oder Riskô aus Matzingen. Die Besucherzahl stimmte trotz durchzogenem Wetter.

Viola Stäheli
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Besucher verfolgen ein Konzert der insgesamt über 20 Künstler in der Badi Stettfurt.Bild: Andrea Stalder

Besucher verfolgen ein Konzert der insgesamt über 20 Künstler in der Badi Stettfurt.Bild: Andrea Stalder

Andrea Tina Stalder
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Bilder: Andrea Tina Stalder

«Ich rappe auf Italienisch, weil ich in Italien aufgewachsen bin», sagt der 18-jährige Rapper Cri Scarcia aus Wängi. «Auch wenn nicht viele im Publikum die italienischen Songtexte verstehen, gehen trotzdem alle wegen der Atmosphäre der Songs ab – der Vibe und die Melodie machen es aus.» Cri Scarcia hat erst 2019 durch seinen Schlagzeuglehrer zum Rappen gefunden, dieser hatte ihn ermutigt und ihm bei den ersten Probeaufnahmen geholfen. In der Zwischenzeit hat er bereits einige Singles veröffentlicht – die letzte mit dem Namen «WOW» erschien Ende März. Er ist einer der Newcomer, die am Festival «ZH meets TG» (Zürich trifft Thurgau) im Schwimmbad am Sonnenberg in Stettfurt am vergangenen Samstag performten.

Auch der 28-jährige Rapper Alan Swatch aus Münchwilen freut sich über die Möglichkeit, seine Musik am Festival zeigen zu können – er rappt im Thurgauer Dialekt, erst am vergangenen Freitag erschien sein dritter Song «Mini Wält». «Auch im Thurgau gibt es Musiker, die guten Hip-Hop machen. Das Festival bietet eine Bühne für Newcomer und die Chance, sich miteinander zu vernetzen», sagt er. Alan Swatch performte gemeinsam mit dem 25-jährigen Xthedoc aus Sirnach. «Ich rappe auf Englisch und produziere alles selbst. Ich mache die Beats, die Aufnahmen und mische anschliessend alles ab», erklärt Xthedoc seine Musik.

Zürcher Podcasterin und der Gemeindepräsident

«Es ist cool, dass Newcomern am ‹ZH meets TG› die Möglichkeit haben, ihre Musik zu zeigen. Und dass die beiden Kantone zusammenspannen. Ich selbst repräsentiere allerdings ganz klar Zürich», sagt Maimona Mejri und lacht. Die 38-jährige Zürcherin ist die Podcasterin von «Zürischnurre» und Besucherin des Festivals. Hingegen klar den Thurgau repräsentiert der Gemeindepräsident von Wängi Thomas Goldinger, der am Samstag ebenfalls in der Badi Stettfurt anzutreffen war:

«Es ist sensationell, dass hier bei uns auf dem Land ein so grossartiger Hip-Hop-Event stattfindet. Besonders freut es mich zu sehen, dass viele junge Künstler aus der Region auftreten.»
Thomas Goldinger, Gemeindepräsident Wängi.

Thomas Goldinger, Gemeindepräsident Wängi.

Bild: PD

Initiiert hatte die Hip-Hop-Open-Air-Pool-Party Fabien Gallo, Präsident des Zweckverbands Badi am Sonnenberg. «Ich habe seit 1985 eine Leidenschaft fürs Hip-Hop und hatte durch meine jahrelange Arbeit als Jugendleiter in Stettfurt immer mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu tun, weshalb die Idee für ‹ZH meets TG› entstand», sagt er. Der Name des Festivals habe sich ergeben, weil die Thurgauer Rapszene in dessen Rahmen die sehr viel traditionsreichere Zürcher Szene einlädt, um dadurch bekannter zu werden.

Stimmungsbilder zum Sonnenuntergang.

Stimmungsbilder zum Sonnenuntergang.

Bild: Viola Stäheli

Nur zwei Mutige trauen sich ins Bassin

Rund 500 Gäste zählte das Festival insgesamt. «Das ist erfreulich. Natürlich hätten noch mehr kommen können, aber das Wetter hat nicht mitgespielt», sagte Gallo. Trotzdem habe man Glück gehabt – überall in der Schweiz hat es geregnet, während sich in der Stettfurter Badi am späten Nachmittag sogar noch die Sonne zeigte.

Fabien Gallo, Organisator.

Fabien Gallo, Organisator.

Bild: Andrea Stalder

In den Pool haben sich aber nur zwei Mutige getraut, obwohl das Wasser wärmer als die Aussentemperatur war. «Ich bin zufrieden. Die Acts waren allesamt richtig gut und die Besucherzahl stimmt», sagt Gallo. Und:

«Ein grosser Applaus geht an alle Helfer und insbesondere an die drei Moderatoren, die sich sehr ins Zeug gelegt und an allen Fronten geholfen haben.»