Bildung
«Erstaunlich und erfreulich»: Schulen Frauenfeld wappnen sich mit vorsichtigen Budgets fürs kommende Jahr

Die Budgets 2022 der Schulgemeinden Frauenfeld schliessen beide mit einer Schwarzen Null ab. Grund dafür sind trotz der Pandemie unerwartet gute Prognosen für Fiskalerträge. Am 28. November finden die Abstimmungen statt. Zudem legt die Primarschulgemeinde einen Kredit von 1,52 Millionen Franken für den Kindergarten Stadt vor.

Samuel Koch
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Erläutern die Details zu den Abstimmungsvorlagen: Finanzleiter Christian Schwarz, Schulpräsident Andreas Wirth, Betriebsleiter Markus Herzog sowie Jeannette Schröter, Assistentin für Kommunikation und Dokumentation.

Erläutern die Details zu den Abstimmungsvorlagen: Finanzleiter Christian Schwarz, Schulpräsident Andreas Wirth, Betriebsleiter Markus Herzog sowie Jeannette Schröter, Assistentin für Kommunikation und Dokumentation.

Bild: Samuel Koch

Das finanztechnische Donnergrollen bleibt aus. Corona wirkt sich (vorerst) nicht wie erwartet negativ auf den Finanzhaushalt der Schulgemeinden Frauenfeld aus. «Die Zahlen sind erfreulich, wir präsentieren zwei unspektakuläre Budgets», sagt Schulpräsident Andreas Wirth am Dienstag an der Medienorientierung in der Schulverwaltung zu den Budgets 2022, über welche das Stimmvolk am 28. November befindet.

Die Primarschulgemeinde rechnet fürs kommende Jahr bei Ausgaben von rund 42,11 Millionen Franken mit einem Plus von zirka 137'000 Franken. Im Budget der Sekundarschulgemeinde wird bei einem Aufwand von rund 23,41 Millionen Franken ein Gewinn von knapp 176'000 Franken prognostiziert. Ein positiv gestimmter Schulpräsident Wirth spricht jeweils von einer schwarzen Null, sagt aber auch:

«Die Aufgaben gehen uns nicht aus.»
Andreas Wirth, Präsident Schulen Frauenfeld.

Andreas Wirth, Präsident Schulen Frauenfeld.

Bild: Kevin Roth

Für das ausbleibende Donnergrollen sind vor allem die Fiskalerträge verantwortlich, die sich gemäss Finanzleiter Christian Schwarz trotz Corona auf dem Niveau der Vorjahre bewegen. «Das ist erstaunlich», sagt er. Darum bleiben beide Steuerfüsse unverändert, bei der Primar bei 57 Prozent, bei der Sek bei 27 Prozent, nachdem die beiden Steuerfüsse fürs laufende Jahr wegen der Systemumstellung des kantonalen Finanzausgleichs um jeweils ganze 6 Prozentpunkte bei der Primar nach oben respektive bei der Sek nach unten korrigiert wurden. «Der Finanzausgleich hat die Situation für alle verbessert», sagt Schwarz. Jetzt gehe es darum, Erfahrungen zu sammeln.

Präventive Rücklage für Schutzmassnahmen

Wegen repetitiver Tests und der Unsicherheiten rund um allfällige Schutzmassnahmen haben die Schulgemeinden je 100'000 Franken in den jeweiligen Budgets vorsorglich zurückgelegt. Deshalb geht den Schulbehörden die Arbeit nicht aus, wie Schulpräsident Wirth andeutet. Vor allem bezieht sich seine Aussage aber auf den Finanzplan, der gerade bei der Primar hohe Investitionen vorsieht. «Die Schülerzahlen steigen weiter an», sagt Wirth. Deshalb hat die Primarschulgemeinde an der Schmidgasse zusätzlichen Schulraum zur Abfederung gemietet. Im Spanner ist ein Mittagstischangebot in Planung. In Erzenholz laufen Vorbereitungen für ein Provisorium, um die bestehende Schulanlage zu sanieren. Mittelfristig soll im Murgbogen-Gebiet eine weitere Schulanlage gebaut werden. Und kurzfristig will die Primarschulgemeinde den Kindergarten Stadt sanieren, sofern das Stimmvolk Ende November Ja sagt.

Investitionskredit für Stadtkindergarten

Die Stimmberechtigten der Frauenfelder Primarschulgemeinde stimmen am 28. November nebst dem Budget 2022 auch über einen 1,52-Millionen-Franken-Kredit für die Sanierung des Kindergartens Stadt an der Spannerstrasse 6 ab. Vor allem das Dach und die Fassade des als wertvoll eingestufte Gebäudes mit Baujahr Ende der 80er-Jahre sollen saniert werden. Zudem sind Verbesserungen betreffend Energie, Haustechnik und Behindertengerechtigkeit geplant. Sagt das Stimmvolk Ja, startet die Sanierung des Kindergartens im Herbst 2022, der im Frühling 2023 wieder bezugsbereit sein sollte. Für diese Zeit sucht die Schulgemeinde noch nach Lösungen, wo die Kinder unterrichtet werden sollen. (sko)

Der Stadtkindergarten an der Spannerstrasse.

Der Stadtkindergarten an der Spannerstrasse.

Bild: Samuel Koch

Die Primar rechnet fürs kommende Jahr mit Nettoinvestitionen von 2,276 Millionen Franken. Bei der Sek hingegen sind die grossen Investitionen mit dem Abschluss der Gesamtsanierung Schulanlage Auen vorerst vorbei. «In den nächsten Jahren sind nur noch kleinere Sanierungen vorgesehen», sagt Markus Herzog, Leiter Abteilung Betrieb. Deshalb stehen im Budget 2022 Nettoinvestitionen von 735'000 Franken zu Buche.