Berufliche Weiterbildung
Von Leseförderung über Lerncoaching bis Selbstbestimmung: Die Klaustagungen der Schulen Frauenfeld legten verschiedene Themenschwerpunkte

Die Schulen Frauenfeld luden ihre Lehrpersonen kürzlich zu den traditionellen Klaustagungen, die der Weiterbildung dienen. Referentinnen und Referenten waren bei der Primarschulgemeinde, im Heilpädagogischen Zentrum und bei der Sekundarschulgemeinde zu Gast.

Drucken
An der Klaustagung der Primarschulgemeinde.

An der Klaustagung der Primarschulgemeinde.

Bild: PD

Berufliche Weiterbildung für die Lehrpersonen wird grossgeschrieben. So führten die Schulen Frauenfeld kürzlich die traditionellen Klaustagungen der Primarschule, der Sek und des Heilpädagogischen Zentrums durch. Die Themenschwerpunkte waren vielfältig. Die Klaustagung der Primar fand zum Thema Lerncoaching statt. Aufgrund der angespannten Coronasituation wurde die Tagung dezentral in den Schulanlagen durchgeführt, und Referate wurden per Zoom übertragen.

«Mit dem Thema Lerncoaching wurden zentrale Aspekte aus dem Beurteilungskonzept der Schulen Frauenfeld vertieft betrachtet und Impulse für die Umsetzung im Unterricht vermittelt.»

Michele Eschelmüller, Leiter Ressort Unterrichtsentwicklung und Lernbegleitung der Fachhochschule Nordwestschweiz, referierte zu den Themen «Lerncoaching – relevante Handlungsfelder – Voraussetzungen für nachhaltige Lerngespräche» und «Mit Lerncoaching das Lernen der Schülerinnen und Schüler unterstützen».

Problematik der heilpädagogischen Tätigkeit thematisiert

An einem Referat an der Klaustagung des Heilpädagogischen Zentrums.

An einem Referat an der Klaustagung des Heilpädagogischen Zentrums.

Bild: PD

Beim Heilpädagogischen Zentrum Frauenfeld (HPZ) ging es um «Selbstbestimmung in alltäglichen Interaktionen». Der Referent Dr. Lars Mohr von der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) erläuterte dem Lehrpersonal des HPZ «Selbstbestimmung als Leitidee». Die Grundproblematik ist, dass Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung Gefahr laufen, ihr Wollen nur wenig im eigenen Leben umsetzen zu können.

«Sie sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, in der Alltagsgestaltung Fremdbestimmung zu erleben.»

Dies rührt daher, dass intellektuell Beeinträchtigte in der Regel auf eine betreuende Unterstützung beziehungsweise auf eine Assistenz angewiesen und so stärker sozial abhängig sind als andere Menschen. Dem zu begegnen, ist eine gesellschaftliche Funktion der heilpädagogischen Tätigkeit in derartigen Einrichtungen.

Referentin ist führende Experte auf ihrem Gebiet

Ein Referat an der Klaustagung der Sekundarschulgemeinde.

Ein Referat an der Klaustagung der Sekundarschulgemeinde.

Bild: PD

Die Klaustagung der Sek war dieses Jahr der Leseförderung gewidmet. Geeignete Lesestrategien sind für die Schülerinnen und Schüler ein Schlüssel zum Erfolg für ihr eigenes selbstorientiertes Lernen. Mit Prof. Dr. Afra Sturm, Leiterin Zentrum Lesen am Institut Forschung und Entwicklung der Fachhochschule Nordwestschweiz, konnte eine führende Expertin auf diesem Gebiet begrüsst werden, die den Lehrerinnen und Lehrern viel Wissen und gute Tipps vermittelte. Pandemiebedingt wurde die Tagung nicht, wie ursprünglich vorgesehen, zentral durchgeführt, die Schulanlagen Reutenen und Ost nahmen online teil, vor Ort wurde das Referat in der Schulanlage Auen von den dortigen Lehrpersonen mit viel Interesse verfolgt. (red)