Arbeitsmarkt
Arbeitslosenquote im Kanton Thurgau verharrt auf tiefen 2,3 Prozent

Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren im Kanton Thurgau verzeichnen eine aussergewöhnliche Abnahme bei der Zahl arbeitsloser Personen. «Im langjährigen Vergleich ist ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen von Dezember auf Januar aussergewöhnlich.»

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Am deutlichsten gesunken sind diesmal die Arbeitslosenzahlen in der Kategorie Hilfsfunktion.

Am deutlichsten gesunken sind diesmal die Arbeitslosenzahlen in der Kategorie Hilfsfunktion.

Bild: Benjamin Manser

Die drei Thurgauer RAV-Zentren registrierten per 31. Januar 3501 arbeitslose Personen. Das bedeutet 30 Personen weniger als im Vormonat und eine Quote von 2,3 Prozent, wie das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Thurgau mitteilt.

Bei den Stellensuchenden ist ebenfalls ein leichter Rückgang zu verzeichnen: Seit Ende Dezember 2021 hat sich die Anzahl von 6847 Personen um 99 auf aktuell 6748 Personen reduziert; die Quote verharrt im Vergleich zum Vormonat bei 4,4 Prozent.

Aussergewöhnlich starke Abnahme im Winter

«Im Vorjahresvergleich ist die Abnahme der Stellensuchenden beachtlich», heisst es weiter in der Mitteilung des AWA. Demnach haben im Januar 2021 bei einer Quote von 5,2 Prozent 7992 Personen eine Stelle gesucht. Ende Januar 2022 belief sich diese Zahl noch auf 6748, also 1244 Stellensuchende weniger. Auch die Quote der Arbeitslosen ist im Vorjahresvergleich von 2,9 Prozent auf gegenwärtig 2,3 Prozent markant gesunken. Die Anzahl Arbeitsloser hat sich innert Jahresfrist von 4544 um 1043 auf aktuell 3501 zurückentwickelt.

«Im langjährigen Vergleich ist ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen von Dezember auf Januar aussergewöhnlich», hält das AWA fest. Seit 1990 sei über den Jahreswechsel stets eine Erhöhung zu verzeichnen gewesen. Auch bei den Stellensuchendenzahlen hat sich die Zahl einzig von Dezember 1998 auf Januar 1999 und von Dezember 2010 auf Januar 2011 zurück.

Mehr junge Menschen als arbeitslos gemeldet

Während die Arbeitslosigkeit generell leicht zurückging, erhöhte sie sich bei den arbeitslosen 15- bis 24-Jährigen von 329 im Dezember 2021 auf 341 (+12) im Januar 2022. In den restlichen Alterskategorien ist eine leicht sinkende Tendenz festzustellen. Dabei ist laut AWA in der Altersgruppe der 25- bis 49-Jährigen der markanteste Rückgang auszumachen: von 1928 im Dezember 2021 auf 1900 (–28) Ende Januar 2022. Bei bei den über 50-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit von 1274 im Dezember 2021 auf 1260 Ende Januar 2022 leicht gesunken.

Kürzere Dauer der Arbeitslosigkeit

Zu beobachten ist laut AWA auch, dass die Dauer der Arbeitslosigkeit sinkt. So ist der Anteil derjenigen Personen, die zwischen einem und sechs Monaten arbeitslos sind, von 54,5 Prozent auf 57,1 Prozent gestiegen: Im Dezember 2021 waren 1923 und Ende Januar 2022 insgesamt 1998 Personen (+75) betroffen. Im Gegensatz dazu ist bei einer Arbeitslosendauer von über sieben Monaten ein Rückgang zu verzeichnen (-105). Am deutlichsten gesunken sind die Arbeitslosenzahlen in der Kategorie Hilfsfunktion. In dieser waren per Ende Januar 1270 (-27) Personen arbeitslos. Bei Personen in einer Fachfunktion 1941 (-2), beim Kader 204 (-5), bei Lehrlingen 40 (-2), bei Schülern und Studierenden 24 (+2) sind die Zahlen recht stabil.

Per 31. Januar waren bei den Thurgauer RAV 2404 offene Stellen registriert (+802 gegenüber Vormonat). 2007 dieser Stellen waren meldepflichtig, 397 nicht. Zugänge gab es im Januar 2305 (+802), 1997 meldepflichtige und 308 nicht meldepflichtige Stellen. Abgänge bei den offenen Stellen wurden 1504 (+32) verzeichnet. Davon waren 1207 meldepflichtig und 297 nicht meldepflichtig. (red)