Glosse
1 Tschumpeli beim Stadtrat: Welche Vorteile es hätte, wenn die Stadt Frauenfeld eine Beiz betreiben würde

Murgspritzer: Die Stadt hat das Ristorante Cittadella übernommen. Damit gehören Spesenskandale unter Frauenfelder Lokalpolitikern ein für allemal der Vergangenheit. Und über das Trinkgeld in der Stadtkasse kann man sich auch freuen. Findet TZ-Redaktor Mathias Frei.

Mathias Frei
Drucken
Am Frauenfelder Oktoberfest 2015: Stadtpräsident Anders Stokholm übt sich im Zapfen von Bier.

Am Frauenfelder Oktoberfest 2015: Stadtpräsident Anders Stokholm übt sich im Zapfen von Bier.

Bild: Reto Martin

Wie heisst es doch so schön: Wer nichts wird, wird Wirt. Im Notfall kann man sich ja immer noch in ein politisches Amt wählen lassen. Wer die nächsten Tage ein wenig mobilisiert, schafft es vielleicht noch in den Regierungsrat. Apropos Trinkstube: Jetzt geht die Stadt also unter die Beizer – und übernimmt das Ristorante Cittadella in der Altstadt. Ein neues Gastronomiekonzept und innovative Wirte sind also gesucht. Denn sonst übernimmt womöglich der Stadtrat. Dass da definitiv keine Dönerbude reinkomme, verspricht Stadtrat Elliker. Obwohl sich Frauenfeld zukünftig auszeichnen könnte mit feinem Kalbskebab vom Elliker’schen Bachhof, der Dürüm gerollt vom Autofrei-Stadtrat persönlich.

Mathias Frei.

Mathias Frei.

Bild: Andrea Stalder

Wichtig wäre einfach, dass das Trottoir vor dem neuen In-Spunten nicht schon um halb elf hochgeklappt wird. Stapi Stokholm könnte sich gleich selber eine Bewilligung erteilen für regelmässige Wochenendverlängerungen bis mindestens halb vier. Und wenn Not am Zapfhahn wäre, könnte er einspringen. Die Skandinavier seien ja noch trinkfest, sagt man. Aber gell, das Trinkgeld wird dann brav in die Stadtkasse abgeliefert. Und vom Bürgerwein dürfte dann nur tschumpeli-weise ausgeschenkt werden. Damit das Kantonsspital nicht überlastet werden würde. Die Stadtratsmitglieder in der Gastronomie? Man mag es sich noch nicht bildlich vorstellen – und beim Frölein «no e Stange» bestellen. Etwas Gutes hätte dieser neue Nebenverdienst aber – nebst dem Trinkgeld, das man gleich in eine Stadtentlastung verbauen könnte: Spesenskandale bei Frauenfelder Lokalpolitikern wären vergangen und vergessen. Denn dank diesem Clübli könnte man alle «Konsumationen» intern verrechnen.