Strassensanierung
Bischofszell erhält vom Kanton bezüglich Haldenstrasse zwar positive Signale – aber kein Geld

Das kantonale Amt für Umwelt steht einer Sanierung der Bischofszeller Haldenstrasse «grundsätzlich positiv» gegenüber, wie es in einer Mitteilung schreibt. Doch wer sich alles am Projekt finanziell beteiligen soll, darüber sind sich Stadt und Kanton uneinig.

Manuel Nagel
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Der vom Hangrutsch betroffene Abschnitt der Haldenstrasse ist mit einer riesigen Plane bedeckt.

Der vom Hangrutsch betroffene Abschnitt der Haldenstrasse ist mit einer riesigen Plane bedeckt.

Bild: Manuel Nagel (Halden, August 2021)

«Wir haben jetzt lange Zeit gebangt», sagt Thomas Weingart. Bischofszells Stadtpräsident ist erleichtert und er gesteht: «Die Befürchtung, dass man gar nichts machen darf, die war wirklich sehr sehr sehr gross.»

Weingart spricht von der Haldenstrasse. Also eigentlich von jenem Teil, der gar keine Strasse mehr ist, sondern nur noch ein schmaler Weg, der zu Fuss oder mit dem Velo passiert werden kann. Für Motorfahrzeuge hingegen ist die Strasse gesperrt, weil wegen eines Hangrutsches ein Grossteil der Strasse weggebrochen ist. Die Stadt Bischofszell würde die Haldenstrasse gerne sanieren, damit der Ortsteil Halden nicht weiterhin abgeschnitten bleibt und nur über Umwege zu erreichen ist.

Ob aber diese Sanierung überhaupt in Angriff genommen werden darf, das sollten kantonale Fachstellen in einer Vorprüfung entscheiden. Die Stadt Bischofszell deponierte dazu im Frühjahr 2022 eine Bauanfrage beim Kanton. Ein halbes Jahr später traf nun die Antwort aus Frauenfeld in Bischofszell ein.

Stimmbevölkerung wird sicher darüber abstimmen

«Die kantonalen Fachstellen haben die Bauanfrage grundsätzlich positiv beantwortet», steht im Schreiben des Amtes für Umwelt, was den Bischofszeller Stadtpräsidenten zumindest ein wenig jubeln lässt. «Wir haben grosse Freude, dass es zumindest nach einem grünen Licht ausschaut», sagt Weingart, doch er schiebt gleich nach, dass mit dieser Bauanfrage noch gar nichts gemacht sei. Bis zur Baubewilligung sei es noch ein weiter Schritt, zumal dies auch noch von den Stimmbürgern abgesegnet werden müsse – und vor allem auch zu welchem Preis.

Wie hoch dieser sein wird, dazu will sich Thomas Weingart noch nicht äussern. Man habe schon gewisse Anhaltspunkte, was etwa die Hangfusssanierung unten beim Ufer der Thur und auch die Strassensanierung oben kosten könnten, aber zum jetzigen Zeitpunkt wisse man das noch nicht genau.

Stadt und Kanton uneinig, wer die Kosten zu tragen hat

Der Stadtrat wird nun am nächsten Mittwoch entscheiden, wie es weitergeht. Thomas Weingart geht davon aus, dass die Exekutive nun für die Projektplanung einen Betrag ins Budget 2023 aufnimmt, damit man dem Volk auch sagen könne, was die Sanierung kostet und wann es über diese abstimmen kann.

Bis dann sollte auch geklärt sein, wer welchen Betrag bezahlen muss, denn der Kanton stellt sich auf den Standpunkt, dass dies eine rein kommunale Angelegenheit sei, weil ohne die Haldenstrasse nichts an der Thur gemacht werden müsste. Also gebe es auch keine wasserbaulichen Subventionen von Kanton oder Bund, erklärt Martin Eugster, Leiter des Amts für Umwelt.

Er sei da nicht ganz einverstanden, sagt Thomas Weingart. Es gebe mehrere Untersuchungen, die zum Schluss kämen, dass die Thur mitverantwortlich sei, aber natürlich sei schwierig zu beweisen, wie gross dieser Einfluss sei. «Für uns ist aber die Thur ganz eindeutig mitverantwortlich für den Hangrutsch», betont der Stadtpräsident. Deshalb ist davon auszugehen, dass in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.