Bischofszeller Schreibwettbewerb
Gewinnerin Petra Haas sorgt für ein schönes Leseerlebnis

Erzählungen, Gedichte, philosophische Essays: Das hohe literarische Niveau begeistert das Publikum am Bischofszeller Schreibwettbewerb.

Barbara Hettich
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Petra Haas aus Matzingen gewinnt mit «De Max chunnt au» den 4. Bischofszeller Schreibwettbewerb.

Petra Haas aus Matzingen gewinnt mit «De Max chunnt au» den 4. Bischofszeller Schreibwettbewerb.

Bild: Barbara Hettich
(Bischofszell,
24. September 2022)

«Als Bub war Max für mich eine Plage. Er war eine Peinlichkeit, für die ich mich geschämt habe. Heute schäme ich mich für meine bösen Gedanken, die ich meinem Bruder als Kind wünschte.» Petra Haas aus Matzingen liest im «Bistro zuTisch» aus ihrem Text, den sie für den vierten Bischofszeller Schreibwettbewerb «schreibLust & leseNacht» eingereicht hatte. Eine berührende Geschichte von zwei ungleichen Brüdern. Der eine mit einer Beeinträchtigung, der andere, der erst spät begreift, dass sein Bruder ihm menschlich weit überlegen war. «Was für ein schönes Leseerlebnis», würdigte Jurorin Charlotte Kehl die auserkorene Siegerin des Abends.

Von insgesamt 76 Teilnehmenden hatten 62 in der Kategorie Erwachsene mitgemacht, die von der Jury ausgewählten besten fünf Texte durften in der Lesenacht einem breiten Publikum präsentiert werden. Wie auch in den Jahren zuvor waren sich Jury und Publikum allerdings nicht ganz einig, welches nun wirklich der beste Text ist.

Publikumspreis geht an Daniel Badraun

Den Publikumspreis «Die goldene Feder» durfte Daniel Badraun aus Schlattingen für seine Geschichte «Azurblau ist mein Meer» entgegennehmen. Im Final in der Kategorie Erwachsene standen zudem Katharina Michel aus Amriswil (2. Platz), Regula Granwehr aus Winkeln (3. Platz) sowie Kathrin Berger aus Zürich.

Das Motto lautete «bewegen»

Zum vierten Mal wurde der Schreibwettbewerb «schreibLust & leseNacht» durchgeführt, organisiert von Bücher zum Turm, Bibliothek Bischofszell und Schreibwerk Ost. Das Motto lautete «bewegen» und als Aufgabenstellung hatten alle Teilnehmenden einen Satz auf Seite 15 in einem kürzlich gelesenen Buch in ihren Text einzubauen. Die Jury: Jutta Benedix-Niedermann, Jana Herzog, Peter Höner, und Reto Trunz (Kategorie Kinder), sowie Elisabeth Geisser, Charlotte, Kehl, David Lendenmann, Michèle Minelli und Georg Stelzner (Kategorie Jugendliche und Erwachsene). (het)

Nicht nur in der Kategorie Erwachsene war das literarische Niveau der Texte erstaunlich hoch. Die 15-jährige Celeste Bürki aus Hauptwil wurde von der Jury für ihre märchenhaft-fantasievolle Geschichte «Der Tod und seine kleine Schwester» mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Eine Geschichte über die Sinnhaftigkeit des Lebens und das Gleichgewicht von Leben und Tod.

Die 15-jährige Celeste Bürki aus Hauptwil ist die Gewinnerin in der Kategorie Jugendliche.

Die 15-jährige Celeste Bürki aus Hauptwil ist die Gewinnerin in der Kategorie Jugendliche.

Bild: Barbara Hettich
(Bischofszell,
24. September 2022)

Den zweiten Platz und den Publikumspreis sicherte sich die 14-jährige Malina Heymann aus Frauenfeld für ihre Casting-Geschichte «Manchmal brauchts etwas Glück». Der 3. Rang ging an die 17-jährige Sara Brändle aus Kradolf für ihren tiefgründigen Text über bewegen und stehen bleiben: «Bewege ich mich in die falsche Richtung oder ist es die Welt, die dies tut?»

Die Preisverleihung in der Kategorie Kinder wurde bereits am Samstagnachmittag in der Buchhandlung Bücher zum Turm durchgeführt. Rund 50 Personen lauschten den fünf auserwählten jungen Autorinnen und Autoren. Die Jury erkor den 12-jährigen Nino Steinmann aus Oberbüren mit seiner Geschichte «Die Prüfung des Alphas» zum Sieger. Den 2. Rang und den Publikumspreis sicherte sich die 12-jährige Anna Torre aus Bernhardzell für «Konfettigrau». Mit dem 3. Rang wurde Aiyana Schefer aus Zihlschlacht für «Franky der Bewegungsmuffel» ausgezeichnet.