Wahlen
«Hier wird schon viel Gutes gemacht»: Hans-Jörg Saner will an die Spitze seiner Wahlheimat Münsterlingen

Der Landschlachter Hans-Jörg Saner möchte Gemeindepräsident von Münsterlingen werden. Der 55-Jährige ist einer von zwei Kandidaten, die sich am 30. Oktober zur Wahl stellen.

Urs Brüschweiler
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Hans-Jörg Saner am Münsterlinger Seeufer.

Hans-Jörg Saner am Münsterlinger Seeufer.

Bild: Benjamin Manser
«Ich spüre, dass mir viel Respekt und Vertrauen entgegengebracht wird.»

Hans-Jörg Saner hat in den letzten Wochen viele Gespräche geführt. Über 200 dürften es sicher gewesen sein, schätzt er. Der Kandidat fürs Gemeindepräsidium möchte genau wissen, was die Münsterlinger beschäftigt und was auf ihn zukommen würde, sollte er die Wahl am 30. Oktober schaffen. Dass ihm der abgetretene René Walther sagte, es sei ein 130-Prozent-Pensum, macht Saner keine Angst. «Ich habe die Arbeit nie gescheut.» Als langjähriger Inhaber eines KMU im Bereich Sanitär- und Heizungstechnik sei er es sich gewohnt, Vollgas zu geben. «Arbeit beschaffen und Verantwortung tragen für bis zu 20 Mitarbeiter, das heisst etwas.»

Der 55-jährige Landschlachter zeichnet ein sehr positives Bild der Gemeinde Münsterlingen insgesamt und auch von ihrer Verwaltung. Sehr strukturiert und harmonisch nehme er Letztere wahr – aber absolut auch konfliktfähig. Etwas, was für ihn von grosser Wichtigkeit ist. Zu viel ändern will er denn auch gar nicht. Die Arbeit von René Walther fortführen ist sein Ziel.

«Falls nötig, werden wir eine Feinjustierung vornehmen und an ein paar Schräubchen drehen.»

Dazu passt, dass Saner – der aufgrund einer veralteten Ausgangslage auch auf der Gemeinderatskandidatenliste steht – explizit die bisherigen sechs Mitglieder der Exekutive zur Wiederwahl empfiehlt. «Ich denke, da sind überall die richtigen Personen am richtigen Ort.»

Ein richtiger Wahllandschlachter

Seit zwei Jahren wohnt Hans-Jörg Saner mit seiner Partnerin und der jüngsten Tochter in der Gemeinde. Für eine Weltreise mit dem Segelboot hatten sie in der alten Heimat im Zürcher Oberland alle Zelte abgebrochen. Corona hatte den auf drei Jahre geplanten Törn zerstückelt und verkürzt. «Doch wir konnten danach frei wählen, wo wir leben wollen.» Die Entscheidung fiel auf Landschlacht. «Diese Gegend hier am See hat mir schon immer sehr gut gefallen», sagt er über seine heutige Wahlheimat.

Nun will der mittlerweile als Gerichtsgutachter arbeitende Saner – «ich habe keine langfristigen beruflichen Bindungen mehr» – an die Spitze der Gemeinde.

«Politik ist für mich kein neuer Gedanke. Wenn ich Gedanken und Visionen habe, möchte ich diese teilen und umsetzen.»

Schon früher liebäugelte er oft mit einer Kandidatur für ein Amt, was sich jedoch meistens mit der Arbeit nicht vereinbaren liess, wie er erzählt. Dennoch zieren Lehraufträge, Verbandstätigkeiten und ein Amt als Kirchenpfleger seinen Lebenslauf. Eine Parteimitgliedschaft findet sich dort dagegen nicht. Saner verortet sich selber «Mitte, Mitte-rechts». Werte wie Fairness, Offenheit und Kompromissbereitschaft schreibt er sich auf die Fahne. Er verspricht, ein offenes Ohr für die Einwohner zu haben und sie, wenn immer möglich, miteinzubeziehen. «So entstehen Projekte, die dann auch akzeptiert werden.»

Brückenbauer zwischen Landschlacht und Scherzingen

Fragt man Hans-Jörg Saner nach einer Einordnung von Münsterlingen, kommt er auf die Zweiteilung der Gemeinde mit den Orten Scherzingen und Landschlacht zu sprechen.

«Alles, was die beiden Ortsteile zusammenführt, hat meine volle Unterstützung.»

Ein Dorffest schwebt ihm vor. Brückenbauer wäre er gerne. «Obwohl schon viel Gutes gemacht wird.» Eine weitere Aufgabe sieht er in der Schaffung eines Begegnungsortes für alle Einwohner, ob Jung oder Alt. «Münsterlingen darf kein Schlafdorf werden.» Entsprechend liegen Saner auch die Vereine am Herzen. Mit der Gründung der Seglervereinigung Münsterlingen hat der passionierte Böötler ganz aktuell zur Vielfalt beigetragen.

Hinweis: Das Porträt von Hans-Jörg Saners Gegenkandidat Urs Arpagaus erschien am Dienstag.