Rekordgewinn
Salenstein legt Geld auf die Seite: Bei Arbeiten an fünf Schlössern könnte die Gemeinde zur Kasse gebeten werden

Die Gemeinde Salenstein weist ein rekordverdächtiges Ergebnis aus. Ein Teil davon soll der Sanierung der historischen Gebäude dienen.

Margrith Pfister-Kübler
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Der Salensteiner Gemeinderat mit Präsident Bruno Lorenzato.

Der Salensteiner Gemeinderat mit Präsident Bruno Lorenzato.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

«Wir haben mit einem Verlust gerechnet. Jetzt weist die Gesamtrechnung 2021 einen Gewinn von 1,2 Millionen Franken aus und das Jahresergebnis fällt um 2,2 Millionen Franken besser aus als budgetiert», sagt Gemeindepräsident Bruno Lorenzato. Er strahlt zuversichtlich und erklärt den 53 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern am Donnerstagabend zuerst, dass es nicht mehr «Einheitsgemeinde Salenstein» heisst, sondern «politische Gemeinde Salenstein», inklusive Schule. Mit 53 von 871 Stimmberechtigten sei es ein «kleiner Aufmarsch» an Stimmbürgern. «Die Entwicklung vorauszusehen, war fast unmöglich», sagt Lorenzato. Es sei wie Kaffeesatzlesen.

Der finanzielle Erfolg setzt sich wie folgt zusammen: Die politische Gemeinde weist einen Gewinn von 541'550 Franken aus, die Primarschule einen solchen von 736'723 Franken und das Wasserwerk 148'780 Franken. Das Abwasserwerk und das EW schreiben rote Zahlen: 103'017 Franken beziehungsweise 123'825 Franken. «Sie konnten alles in der Botschaft zu Hause studieren», fügte Lorenzato an. Mehrerträge bei den Gemeindesteuern, den Schul-Gemeindesteuern durch Kapital- und Dividendenauszahlungen, Minderaufwand bei der Finanzausgleichszahlung und Mehreinnahmen bei den Grundstückgewinnsteuern haben massgeblich das Ergebnis aufpoliert. Diskussion gab es keine. Ohne eine einzige Wortmeldung wurden alle Jahresrechnungen 2021 einstimmig genehmigt.

Auch die Vor- und Rückschlag-Verwendung fand Zustimmung. Der Vorschlag der politischen Gemeinde von 541'550 Franken wird aufgeteilt: 291'550 Franken geht zum Eigenkapital, 250'000 Franken werden zur Wiedereröffnung eines NHG-Fonds (Natur- und Heimatschutz) verbucht. Das für soziale und schulische Zwecke gebundene Fondsvermögen Ernest Ilg soll «nicht geplündert werden», betonte der Gemeindepräsident. Deshalb wird mit 250'000 Franken der NHG-Fonds wieder eröffnet.

Weil Salenstein mit fünf Schlössern «beschenkt» sei, und bei den historischen Bauten denkmalpflegerische Arbeiten anstehen, an welche die politische Gemeinde zehn Prozent an die Kosten zahlen müsse, denn so stehe es im Gesetz, wolle man «nicht zwischen Stuhl und Bank fallen», erklärte Lorenzato. Die vorsorgliche Überlegung kam gut an.

Zwei Rücktritte aus der Schulkommission

Schulpräsidentin und Gemeinderätin Eveline Gasser meldete zwei Rücktritte aus der Schulkommission: Nadja Ribi und Reto Schumacher. Die Neuwahlen sind am 12. März 2023. «Stutzig machen mich die verschiedenen Parkflächen», meldete sich ein Stimmbürger zu Wort. Er listete die unterschiedlichen Park-Szenerien im Dorf. «Wir sind in der Ortsplanung dran», sagte Gemeindepräsident Lorenzato. Ziel ist, alle Parkplätze zu bewirtschaften. In der Rekordzeit von 58 Minuten war alles über die Bühne gegangen und der vom Frauenturnverein organisierte Apéro riche dauerte länger als die Versammlung.