Kreuzlingen
Evangelische Kreuzlingen: Die Zukunft der Boje führt zu Diskussionen

An der Versammlung der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen sorgen Gerüchte, dass das Jugendhaus verkauft werden soll, unter den Stimmberechtigten für Aufruhr.

Judith Schuck
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Präsidentin Susanne Dschulnigg führt durch die Versammlung der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen.

Präsidentin Susanne Dschulnigg führt durch die Versammlung der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen.

Bild: Judith Schuck

Die Traktanden der Jahresversammlung waren am Dienstagabend schnell durchgearbeitet. Dafür gab Susanne Dschulnigg, Präsidentin der Vorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen, der Diskussion um strittige Themen mehr Raum. Unter dem Titel «Zukunft Kirchenraum» verkündete sie die Grundsatzentscheide, welche die Kirchenvorsteherschaft im Anschluss an eine ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung und unter Zuzug von externen Experten gefällt hatte.

Es stand die Überlegung im Raum, das erfolgreiche Sozialprojekt Open Place ins Zentrum zu holen, doch sei es in Kurzrickenbach inzwischen fest verankert. Nicht allen Gemeindemitgliedern gefällt, was dort geschieht. Der Kirchenraum wird als Begegnungsort und Café genutzt. Pfarrer Damian Brot, der das Projekt ins Leben gerufen hat, verteidigte das Vorgehen. Im Open Place, ursprünglich im Haus Bleiche angesiedelt, gab es immer schon Platzprobleme. «Während die Gottesdienste immer weniger besucht werden, müssen wir im Open Place erweitern. Ich bin stolz, Pfarrer solch einer Kirche zu sein.»

Jugendarbeit soll ins Gemeindehaus zügeln

Vorab hatten bereits Gerüchte für Aufruhr gesorgt, dass die Gemeinde das Jugendhaus Boje verkaufen wolle. Eine Frau hielt im Namen der Elternschaft ein emotionales Plädoyer. Sie sei gegen überstürzte Handlungen und sehe mit Blick in die Zukunft und eine schrumpfende Gemeinde mehr Potenzial im Haus Boje vis-à-vis der Stadtkirche. Statt die Jugendarbeit ins Gemeindehaus zu integrieren, wie es vorgesehen ist, solle doch umgekehrt überdacht werden, das Gemeindehaus gegen die zentral gelegene Boje einzutauschen.

Walter Studer, in der Kirchenvorsteherschaft zuständig für die Liegenschaften, räumte das Gerücht aus dem Weg.

«Rund fünf Jahre wird die Boje noch als Jugendhaus genutzt.»

Der Umzug werde relevant, wenn das Gemeindehaus renoviert sei. Bei der Rechnung gab es wiederum Einigkeit, als es darum ging, 30'000 Franken aus dem Ertragsüberschuss von gut 375'000 Franken an die Ukraine-Hilfe zu spenden.