Jubiläum
Sogar Lukas Studer will seine Kinder in diesem Verein spielen sehen: Der FC Münsterlingen hat eine rosige Zukunft

Der Traditionsverein feierte sein 75-Jahr-Jubiläum. Am Wochenende ging es auf dem Hafenfeld um Fussball und die Vereinsmitglieder schwelgten gemeinsam in Erinnerungen.

Viviane Vogel
Drucken
SRF-Moderator Lukas Studer im Talk mit seinem ehemaligen Trainer beim FC Münsterlingen Stefano Martinelli.

SRF-Moderator Lukas Studer im Talk mit seinem ehemaligen Trainer beim FC Münsterlingen Stefano Martinelli.

Bild: Viviane Vogel

Nach dem Krieg kam der Fussball. Der Gründervater des FC Münsterlingens, Heinrich Götz, war im Militär für seine ausserordentlichen sportlichen Leistungen bekannt. Nach seinem Dienst wollte er auch sein ziviles Leben dem Sport widmen. So rief er mit Gleichgesinnten 1947 den FCM ins Leben. Dass dieser nun 75 Jahre später ein grosses Jubiläum feiern kann, war nicht immer sicher. So ist es nicht zuletzt einem Pachtvertrag von 1951 zu verdanken, durch welchen der FCM für 139 Franken im Jahr zum Hafenfeld kam. Dort wo der Verein heute zusammenkommt und in Erinnerungen schwelgt. Ein zu diesem Jubiläum erstellte Chronik bündelt die historischen Fakten und die ganze FCM-Geschichte.

TV-Moderator und Club-Legende

Die Festlichkeiten dauern das ganze Wochenende. Am Samstagmittag ist eine nostalgische Talkrunde vorgesehen. SRF-Sportmoderator Lukas Studer führt durch die Chronik. Das Interesse des ehemaligen Münsterlinger Kickers geht übers Professionelle weit hinaus. Er sagt:

Lukas StuderSRF-Moderator und ex-Kicker beim FCM

Lukas Studer
SRF-Moderator und ex-Kicker beim FCM

Bild: Viviane Vogel
«Wenn ich diese Bilder sehe, dann sind das für mich Gänsehautmomente.»

Diesen Eindruck vermittelt er nicht nur in Worten. «Was haben wir uns verliebt in diese Frauen», seufzt er bei einem Bild, das die Frauenmannschaft am Grümpi 1993 bei einem Musikauftritt zeigt. Alle dürfen ihre Erinnerungen zum Besten geben. Immer wieder geht Studer ins Publikum und leiht das Mikrofon Zeitzeugen, deren Namen er alle noch kennt. Der ehemalige Trainer Andy Schreiber erzählt von seiner Pionierarbeit im Frauenfussball in den 1990er Jahren. Besonders heikel: Man musste lernen, wie Geschlechtertrennung in den Duschen funktioniert.

«Wäre da auch nur einmal etwas passiert, wären wir auf der Blick-Titelseite gelandet.»

Das sagt Ehrenmitglied Albert Forster, um die Ernsthaftigkeit zu verdeutlichen. «Nach meiner Archivarbeit bin ich sicher, dass die nächsten 75 Jahre ein Klacks werden, verglichen mit dem ersten Jahrzehnt», sagt Vorstandsmitglied und Chronist Dario Zimmermann. Auch Vereinspräsident Hary Finocchi blickt in eine rosige Zukunft:

Hary FinocchiClubpräsident

Hary Finocchi
Clubpräsident

Bild: Viviane Vogel
«Ich bin ein glücklicher Präsident. Unsere Mitgliederzahlen steigen wöchentlich, die Sponsoren stehen Schlange und das Engagement ist enorm.»

Auf dem Boden bleiben, und sich weder von Erfolgen blenden noch von Niederlagen entmutigen lassen. Das ist die Vereins-Philosophie. Studer untermauert Finocchis Worte: «Ich will irgendwann wieder hierher zügeln und meine Kinder in diesem Club spielen sehen.»