Halbes Jahrhundert
Nach 52 Jahren kehren 15 Jubilaren zurück in die Kirche Hugelshofen zur verspäteten «goldenen» Konfirmation

Am 22. März 1970 war die Gruppe von Pfarrer Gottfried Saurer konfirmiert worden. Wegen der Pandemie etwas mehr als ein halbes Jahrhundert später trafen sie sich wieder.

Werner Lenzin
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Goldene Konfirmation im Kemmental

Die morgendlichen Sonnenstrahlen fielen hell durch die drei, einst von verschiedenen Familien gespendeten farbigen Glasfenster auf der Ostseite der Kirche Hugelshofen. Siegfried Schmidgalls munteren Orgelklänge empfingen die Jubilare und die weiteren Gottesdienstbesucher im Kirchenraum. Eigentlich hatten die ehemaligen Hugelshofer Konfirmanden ihr goldenes Jubiläum schon vor zwei Jahren geplant, doch die Pandemie zwang sie, dieses Ereignis zu verschieben. Eingeladen von den drei Ehemaligen Yvonne Pellegrino-Landis, Willi Egger und Robert Neuhaus warteten die Jubilare voller Vorfreude auf das Kommende. Der damalige Pfarrer Gottfried Saurer konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein.

Zusammen mit dem heutigen Pfarrer Andreas Reich (rechts) stellten sich die einstigen Konfirmanden in gleicher Formation auf wie vor 50 Jahren vor der Kirche Alterswilen (Es fehlt der später eintreffende Hansruedi Ritter).

Zusammen mit dem heutigen Pfarrer Andreas Reich (rechts) stellten sich die einstigen Konfirmanden in gleicher Formation auf wie vor 50 Jahren vor der Kirche Alterswilen (Es fehlt der später eintreffende Hansruedi Ritter).

Bild: Werner Lenzin

Motiviert durch Konfirmandenspruch

«Er hat euch berufen durch unser Evangelium, damit ihr die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangt.» Mit diesem Vers, mit dem sich der damalige Pfarrer vor über 50 Jahren an die Konfirmanden gewandt hatte, eröffnete Pfarrer Andreas Reich den Gottesdienst. Er wies darauf hin, dass für die ehemaligen Konfirmanden eine lange Zeit mit freudigen und traurigen Lebensabschnitten zurückliegt. Der Anfang und der Schluss der damaligen Predigt am 22. März 1970 liessen den Tag wieder in Erinnerung wach werden:

«Der ganze Konfirmanden- und Religionsunterricht war nichts anderes, als euch zu sagen, dass ihr berufen seid, vor Christus.»

Von Hans Krüsi, Präsident der Kirchgemeinde Kemmental, wurden die Anwesenden informiert, über das, was seither passiert ist. «Aus den beiden Kirchgemeinden Alterswilen und Hugelshofen entstand am 1. Januar 2021 die Kirchgemeinde Kemmental und wir haben in den vergangenen Jahren die Kirche, das Pfarrhaus und den Friedhof von Alterswilen saniert», erinnerte Krüsi. Gebäude und Anlagen sind für ihn die Hülle und die wahren Werte in den Aktivitäten der Kirchgemeinde. Der verantwortliche Initiant des Anlasses, Robert Neuhaus, berichtete, wie es zu diesem Jubiläum gekommen war. Sein Konfirmandenbild und sein -spruch gaben den Ausschlag: «Christus spricht, ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.» Mit dem gemeinsamen Singen eines Liedes gedachte man der fünf Verstorbenen, fünf weitere hatten sich entschuldigt. Unter dem Motto «Wie vor 50 Jahren» stellten sich die Jubilare vor der Kirche auf, bevor sich beim Apéro und beim Mittagessen im Restaurant Thurberg die Möglichkeit bot, Erinnerungen von damals auszutauschen.

Die Konfirmandengruppe 1970 vor der Kirche in Alterswilen.

Die Konfirmandengruppe 1970 vor der Kirche in Alterswilen.

Bild: PD