Romanshorn
«Wir können gespannt sein»: Im ersten Anlauf machte niemand das Rennen um den freien Stadtratssitz – das ist die Ausgangslage vor dem zweiten Wahlgang

Am 25. September wählt die Romanshorner Bevölkerung eine neue Stadträtin oder einen neuen Stadtrat. Es ist bereits der zweite Wahlgang. Ganz vorn lagen im ersten zwei junge Frauen, Celina Hug (glp) und Nadja Bolliger (FDP). Beide geben eine Einschätzung zu ihren Chancen ab. Nicht nur sie treten indes nochmals an.

Tanja von Arx
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Das Romanshorner Stadthaus. Wer hält bald Einzug?

Das Romanshorner Stadthaus. Wer hält bald Einzug?

Reto Martin

Die Auswahl bleibt gross. Zumindest vier der fünf Kandidatinnen und Kandidaten für den Romanshorner Stadtrat treten nochmals an, nachdem in einem ersten Wahlgang kein absolutes Mehr zu Stande kam (unsere Zeitung berichtete).

Celina Hug

Celina Hug

Annina Flaig

Die 25-jährige Celina Hug, die das beste Resultat erzielte, sagt auf Anfrage:

«Über das Resultat im ersten Wahlgang habe ich mich ausserordentlich gefreut! Den grossen Anklang auf eine junge, qualifizierte Stadträtin empfinde ich als eine positive Entwicklung.»

Ein ähnliches Resultat und eine höhere Wahlbeteiligung seien im zweiten Wahlgang wünschenswert, so die glp-Politikerin. «Mit meinen Qualifikationen, meinem Engagement und meiner jungen Sicht bin ich überzeugt, den Stadtrat optimal ergänzen zu können.» Es wäre ihr eine Ehre, die Romanshorner Bevölkerung im Stadtrat zu vertreten.

«Platz eins und zwei lagen extrem nah beieinander»

Nadja Bolliger

Nadja Bolliger

Annina Flaig

Auch die 24-jährige Nadja Bolliger sagt: «Nach diesem erfreulichen Ergebnis im ersten Wahlgang gehe ich motiviert und bestärkt in die zweite Runde.» Bolliger (FDP) machte fast so viele Stimmen wie Hug, insgesamt fielen fast zwei Drittel aller Stimmen auf die beiden Frauen.

«Platz eins und Platz zwei lagen extrem nahe beieinander, daher sind die Chancen wohl ausgeglichen und wir können gespannt sein auf den Ausgang des zweiten Wahlgangs.»

Bolliger erhofft sich, dass sich die Romanshornerinnen und Romanshorner für eine junge, bürgerliche und gewerbenahe Kraft entscheiden.

André Vrecer

André Vrecer

Annina Flaig

Auch der 53-jährige André Vrecer, damals im Juni auf Platz drei, will es noch einmal wissen.

«In diesem wichtigen Gremium brauchen wir mehr denn je eine Stimme, die sich mit ihrer ganzen Erfahrung für Industrie, Handel und Gewerbe einsetzt und gleichzeitig das grosse touristische Potenzial Romanshorn weiter fördert.»

Einen erfahrenen Unternehmer, der es gewohnt sei, wirtschaftlich zu denken, sich mit Prozessen auskenne und so Projekte erfolgreich umsetze.

Jörg Bruckner

Jörg Bruckner

Annina Flaig

Der 49-jährige Jörg Bruckner, damals auf Platz vier, tritt ebenfalls an. Er sagt, mit einer höheren Wahlbeteiligung würden «Leute wie du und ich», zu denen er sich als Parteiloser ebenfalls zähle, wählen und nicht nur Parteimitglieder.

«Mit meinen klaren Aussagen und meiner persönlichen Meinung rechne ich mir bei reflektierten Wählerinnen und Wählern gute Chancen aus.»

Er sei denn täglich in Romanshorn anzutreffen.

Nicht alle geben ein Statement ab

Raphael von Büren

Raphael von Büren

Annina Flaig

Der parteilose, 38-jährige Raphael von Büren hat nicht auf die Anfragen unserer Zeitung reagiert.

Die Ersatzwahl ist nötig, weil Stadträtin Tamara Wiedermann im Zuge ihrer Long-Covid-Erkrankung das Amt niederlegte. Im ersten Wahlgang erreichte niemand das absolute Mehr. Im zweiten kommt es nun auf das relative Mehr an, sprich, wer die meisten Stimmen holt.

Legislatur 2023 bis 2027: Alle Amtierenden wollen weitermachen

Bei den Erneuerungswahlen im März 2023 treten alle Mitglieder der Romanshorner Exekutive wieder an, ausgenommen die an Long Covid erkrankte Tamara Wiedermann (Stadträtin mit Ressort Freizeit und Sport, Mitte). Es sind dies Stadtpräsident Roger Martin (Finanzen und Verwaltung, Mitte), Vize-Stadtpräsident Philipp Gemperle (Ortsplanung und Baurecht, FDP), Stadtrat Peter Eberle (Soziales, parteilos), Stadträtin Ursula Bernhardt (Energie und Umwelt, parteilos), Stadtrat Dominik Reis (Verkehr und Integration, SVP), Stadtrat Christian Zanetti (Hoch- und Tiefbau, parteilos), Stadträtin Melanie Zellweger (Ordnung und Sicherheit, SVP) und Stadtrat Roman Imhof (Gesundheit, parteilos). (red)