Lehrstellensuche
Berufswahlparcours mit 189 Schülern aus der Region Romanshorn ist ein voller Erfolg

Diesen Mittwoch haben die Zweitklässler der Sekundarschulen in Romanshorn, Dozwil und Neukirch den Berufswahlparcours besucht. Er wurde gemeinsam vom Gewerbeverband Romanshorn und Egnach sowie dem Arbeitgeberverein Romanshorn und Umgebung lanciert und soll Jugendlichen einen Einblick in die Berufswelt ermöglichen.

Tiziano Grimm
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Schüler aus der 2. Sek Romanshorn treffen die Verantwortlichen des Berufswahlparcours in der Werft von Pro Nautik AG.

Schüler aus der 2. Sek Romanshorn treffen die Verantwortlichen des Berufswahlparcours in der Werft von Pro Nautik AG.

Bild: Tiziano Grimm

Der Fachkräftemangel in der Schweiz wird immer mehr zum Problem. Viele Arbeitskräfte aus der Babyboomer-Generation gehen in Pension. Da heutzutage die Geburtenrate nicht mehr gleich hoch ist wie in den Jahren zwischen 1946 und 1964, suchen immer mehr Betriebe Lehrlinge. Der Berufswahlparcours der Sek Romanshorn, Dozwil und Neukirch soll Schülerinnen und Schülern aus der zweiten Oberstufe die Breite des Ausbildungsangebotes aufzeigen und sie für eine Lehre motivieren.

Am Parcours können junge Schülerinnen und Schüler aus der Region Romanshorn dieses Jahr aus 100 Berufsbildern, vorgestellt von 85 Betrieben, auswählen. Der Parcours findet bei den Jugendlichen grossen Anklang. Markus Villiger, Schulleiter aus Romanshorn, sagt:

«Obwohl der Berufswahlparcours freiwillig ist, haben sich bis auf zwei Schüler alle Zweitklässler angemeldet.»
Die Schüler dürfen beim Berufswahlparcours selber Hand anlegen und mit Betreuung den Beruf besser kennen lernen.

Die Schüler dürfen beim Berufswahlparcours selber Hand anlegen und mit Betreuung den Beruf besser kennen lernen.

Bild: Tiziano Grimm

Das Ziel des Parcours ist es, den Schülern einerseits die Arbeitswelt näherzubringen, andererseits aber auch eine möglichst vielfältige Auswahl von Berufen in der Umgebung zu zeigen. Durch diesen regionalen Aspekt haben Schüler, welche an einem Beruf Freude finden, schon einen Bezug, und was noch wichtiger ist, einen Kontakt für eine spätere Schnupperlehre. So können regionale Lehrstellen besetzt und den Betrieben kann geholfen werden.

Eine beliebte Schnupperstelle dank Swiss-Skills-Schweizer-Meisterin

Chantal Hefti wurde diesen Herbst an den Swiss-Skills Schweizer Meisterin. Sie wurde zur besten Bootfachwartin des Landes gekürt. Ihre Lehre hat sie bei der Pro Nautik in Romanshorn abgeschlossen. Yves Bosshart, CEO und Eigentümer der Pro Nautik, sagt:

«Dass wir hier eine Schweizer Meisterin haben, ist natürlich eine super Werbung für uns und weckt das Interesse am Beruf des Bootfachwartes.»

Und die Prognose bewahrheitet sich, denn dieses Jahr gehört der Beruf zu den beliebtesten Angeboten unter den Schülern.

Website Schnuppy.ch erfolgreich im Einsatz

In den Sommerferien ging die Website Schnuppy.ch im Thurgau online. Mit der Website können die Jugendlichen Schnupperlehren in der Region finden und sich bewerben. Die App wird von vielen Betrieben genutzt, welche beim Berufsparcours mitgemacht haben. So können die Schüler der Sekundarstufe Betriebe besser kennen lernen, welche sie beim Parcours besucht haben.

Veränderte Arbeitsinteressen im Laufe der Zeit

Während früher handwerkliche Berufe sehr hoch im Trend standen, sind Lehrstellen im Detailhandel, Gastro oder handwerkliche Berufe schon lange nicht mehr die beliebteste Wahl bei den Jugendlichen. Der Trend geht heute in Richtung Informatik oder Logistik. An der Spitze hält sich nach wie vor die kaufmännische Lehre. Eine weitere wichtige Zunahme der Lehrstellen ist im Gesundheitssektor. Dies zeigen zwei Berichte der Blogs Jobagent und Yousty. Eine ähnliche Bewegung zeigt sich laut Markus Villiger auch am Berufswahlparcours: Während früher die beliebtesten Stellen vor allem handwerklicher Natur waren, sind es heute neben Fabe und Fage Fotografie, Bäcker/Konditor, Automechatroniker sowie Bootsfachmann.