Arbon
«Ersatz für die ‹Wunderbar›»: Die Geländebesitzer wollen beim ZIK ein neues Hotel für Velogäste eröffnen

Nächsten Sommer eröffnet das Self-Check-in b_smart nahe dem Bahnhof Arbon. Und wie jetzt bekannt wird, soll es in der Stadt auch ein zweites Hotel geben: und zwar auf dem Gelände des früheren Saurer-Werks Eins, sprich in unmittelbarer Nähe, wo die «Wunderbar» steht. Das sagen die Verantwortlichen dazu.

Max Eichenberger
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Auf dem Baufeld gegenüber der Schlossmauer, wo heute noch Autos parkiert sind, plant die ZIK Immo AG ein Hotel.

Auf dem Baufeld gegenüber der Schlossmauer, wo heute noch Autos parkiert sind, plant die ZIK Immo AG ein Hotel.

Max Eichenberger

An der von der IG Pro Riva am vorletzten Samstag eröffneten Ausstellung im Hamel sprach Peter Gubser eher beiläufig davon: von einem geplanten neuen Hotel im ZIK, am Eingang des ehemaligen Saurer-Werks Eins im Städtli. Das tat das Mitglied der IG Seeufer ohne Hochhäuser (SoH), um zu argumentieren, die 24 Hotelzimmer in der Riva-Überbauung brauche es nicht – und damit auch die Hochhäuser nicht. In Arbon nähmen Hotelalternativen mit ausreichend Betten Gestalt an. Jürg Niggli, Präsident der IG SoH, hatte an einer Veranstaltung der IG Pro Riva letzte Woche ebenfalls von «potenziell weiteren Projekten» gesprochen.

Das Self-Check-in b_smart, schräg gegenüber dem Bahnhof im HRS-Werk-Zwei-Areal, steht bald schon im Rohbau da und eröffnet im Sommer 2023 mit 63 Betten. Am Wochenende haben die künftigen Betreiber vor Ort über ihr Konzept informiert. Dass hier ein in der Region neuartiges Hotelmodell realisiert wird, ist schon seit Frühling 2021 bekannt.

Mit dem Hotelbau löst HRS das Versprechen ein, Ersatz für den Wegfall der «Metropol»-Betten zu schaffen. Zudem würden in der geplanten Riva-Überbauung 24 Hotelzimmer bereitgestellt. In der gesamten Grundfläche seien diese «doppelt so gross wie die kleinen ‹Metropol›-Zimmer», sagt HRS-Arealentwickler Michael Breitenmoser dazu. Gegenüber ersten Planungen ist die Bettenzahl verdoppelt worden.

Statt Museumsanbau jetzt ein Hotel

Von Hotelplänen im ZIK hingegen ist bisher öffentlich noch nichts bekannt geworden. Als Vorstandsmitglied der Museumsgesellschaft ist Peter Gubser indirekt über die Absichten der ZIK Immo AG informiert. ZIK-Teilhaber Heinz Nyffenegger und Gubser zogen 2018 am selben Strick, als eine Interessengruppe Arbon zum künftigen Standort des Historischen Museums des Kantons Thurgau machen wollte. Sie spielte dabei die Karte Schloss und dessen Umfeld aus.

Eine von Nyffenegger verfasste Projektstudie sah als Erweiterung der Schlossräume einen Neubau an der Schlossgasse vor. Verbunden mit dem Schlossgebäude gegenüber über eine transparente geschlossene Passerelle. Vorgesehen war ein moderner Neubau auf dem ZIK-Baufeld hinter der ehemaligen Pizzeria, das heute als Parkplatz genutzt wird. Es hätte zügig gehen können: Die Baugrundfläche ist nämlich in einem bereits bewilligten Gestaltungsplan definiert.

Vor allem Tages- und Velotouristen

Konradin Fischer, Teilhaber der ZIK Immo AG.

Konradin Fischer, Teilhaber der ZIK Immo AG.

Donato Caspari

Künftig wird zwar das Historische Museum Thurgau auch in Arbon einen Standort haben, aber im Saurer-Werk Zwei, in der ehemaligen Webmaschinenhalle. Nach dem Museumsstandortentscheid rückt eine Nutzung als Beherbergungsbetrieb für die ZIK-Leute wieder in den Vordergrund. ZIK-Teilhaber Konradin Fischer bestätigt:

«Unsere Idee ist, auf dem Baufeld ein Hotel à la Bed and Breakfast zu realisieren. Wir sind daran, Projektideen zu entwickeln.»

Zunächst wolle man die Rahmenbedingungen mit der Stadt klären und das Ganze auch mit dem neuen Stadtpräsidenten René Walther anschauen.

«Wir wollen niemanden überfahren und auch nicht heute oder morgen loslegen.»

Konzipiert wird das Hotel vor allem für Tages- und Velotouristen und deren Bedürfnis nach einer günstigen Unterkunft. Es würde im Süden stimmig an den Saurer-Platz angrenzen, der neu verkehrsfrei gestaltet wird. Fischer glaubt, mit dem Hotel in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz zu einer Aufwertung der Altstadt beitragen zu können. «Auch, indem Übernachtungsgäste die Gastrobetriebe im Städtli frequentieren.»

Die ZIK-Vertreter sehen es als «möglichen Realersatz für das Hotel Wunderbar», dessen Betrieb auslaufen wird. Noch aber hat das Thurgauer Obergericht in dieser Causa nicht entschieden. Über die ZIK-interne Verbindung «zum See» sind es gerade mal 200 Meter zum stark frequentierten Seeradweg.

Dem Übernachtungsangebot im ZIK liege ein ganz anderes Konzept zugrunde als im Riva, sagt Fischer. Dieses spreche eine andere Klientel im gehobeneren Segment an und wäre weg, könnte Riva nicht gebaut werden.