Arbon
«Das ist ein Zeichen der Solidarität»: An der Nationalfeier hängen Ukraine-Flaggen – die Stadt beherbergt rund 150 Flüchtlinge

An der Arboner 1.-August-Feier ging es nicht ausschliesslich um die Schweiz. Auch die Ukraine bewegte. Die Regierung liess die Stadt entsprechend beflaggen. Auch Festrednerin Regula Rytz von den Grünen ging auf das Thema ein. Sie sagte unter anderem, der Krieg treffe alle mitten ins Herz.

Tanja von Arx
Drucken
Zum Nationalfeiertag hingen die einheimischen Flaggen, aber eine Ukraine-Flagge blieb.

Zum Nationalfeiertag hingen die einheimischen Flaggen, aber eine Ukraine-Flagge blieb.

Reto Martin

Eigentlich steht die Schweiz im Zentrum des Nationalfeiertags. Eigentlich. Denn dieses Jahr nahm auch die Ukraine nach dem raschen Einfall der Russen einen besonderen Stellenwert ein – zumindest in der Stadt Arbon. Die Regierung hat entsprechend beflaggt: Seit einiger Zeit schon haben Ukraine-Fahnen in der Altstadt gehangen, wovon man anlässlich der Bundesfeier im Jakob-Züllig-Park eine vis-à-vis beim Hafen platzierte und eine weitere direkt im Park-Pavillon.

«Der Geburtstag ist nicht so gross wie die Probleme»

Regula Rytz, ehemalige Nationalrätin der Grünen.

Regula Rytz, ehemalige Nationalrätin der Grünen.

Anthony Anex/Keystone

Dort hielt Regula Rytz, ehemalige Nationalrätin der Grünen und bis vor Kurzem Präsidentin der Grünen Schweiz, bei schönem Wetter und vor zahlreichem Publikum die Rede. «Das ist ein Zeichen der Solidarität», sagte sie. Denn:

«Dieser Krieg trifft uns alle mitten ins Herz.»

Sie rief nicht nur die gefährdeten Werte Freiheit, Sicherheit und Menschenwürde durch den Angriff des russischen Diktators ins Gedächtnis, sondern auch die gerade im Sommer bedrohlich anmutende Klimaerwärmung und aus aktuellem Anlass die Abhängigkeit von fossilen Energien. «Der Schweizer Geburtstag ist wichtig, aber nicht so gross wie die Probleme, gegen die wir uns behaupten müssen.»

«Arbon beherbergt zur Zeit 150 Flüchtlinge»

Didi Feuerle, Arboner Stadtpräsident.

Didi Feuerle, Arboner Stadtpräsident.

Reto Martin

Diesen Statements schliesst sich der Stadtpräsident ad interim und ebenfalls Grüne Didi Feuerle durchgehend an, auf dessen Einladung Rytz vorgesprochen hat. Er verweist auf Anfrage auf die Arboner, Thurgauer und Schweizer Flaggen, die anlässlich der 1.-August-Feierlichkeiten bis auf eine Ausnahme wieder im Städtli direkt vor dem Stadthaus hängen. Aber er verweist auch auf die Friedenstaube der Ukraine-Flagge am Hafen. Feuerle: «Leider dauert der Krieg immer noch an und Arbon beherbergt inzwischen zirka 150 Flüchtlinge.»