Oberthurgau
Schluss mit den Provisorien

An einer ausserordentlichen Versammlung sagten die Mitglieder der Spitex Oberthurgau Ja zur Finanzierung des Ausbaus der neuen Räumlichkeit – mit Geld aus dem Solidaritätsfond.

Manuel Nagel
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Federico Pedrazzini spricht im APZ zu den Mitgliedern. Der Bischofszeller ist Präsident des Vereins Spitex Oberthurgau.

Federico Pedrazzini spricht im APZ zu den Mitgliedern. Der Bischofszeller ist Präsident des Vereins Spitex Oberthurgau.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 18. Mai 2022)

Die Erleichterung nach der Abstimmung ist Federico Pedrazzini anzumerken und er gesteht offen, dass es keinen wirklichen Plan B gegeben hätte – «ausser, dass wir so weitergemacht hätten wie bisher», wie er sagt. Und das hätte bedeutet, dass die Angestellten der Spitex Oberthurgau weiterhin auf mehrere Gebäude aufgeteilt und teilweise auch in Containerprovisorien hätten arbeiten müssen.

Die Platzprobleme bestehen nicht erst seit kurzer Zeit, sondern schon seit 2007. Damals hiess es, die Spitex Amriswil solle Synergien mit dem Alters- und Pflegezentrum nutzen. Als dann im Sommer 2013 die neuen Räumlichkeiten im APZ bezogen wurden, kurz vor der Fusion mit der Spitex Bischofszell, war der Platz bereits beim Einzug erneut sehr knapp.

Im Frühjahr 2019 reorganisierte man den Betrieb und konzentrierte sich nur noch auf den Standort Amriswil, wo die allermeisten der Klienten zu Hause sind – insbesondere beim und in nächster Nähe des APZ. Es wurden Bürocontainer angeschafft, doch gleichzeitig hielt man Ausschau nach alternativen Lösungen im ganzen Oberthurgau. Doch der Standort beim APZ blieb der beste für die Spitex.

Spitex will Mitarbeitern ein gutes Arbeitsumfeld bieten

Als dann die Stadt Amriswil bekanntmachte, dass sie bei den bestehenden Alterswohnungen ein weiteres Wohnhaus bauen wolle, «da wollten wir die Chance nutzen», sagt Federico Pedrazzini. Der Bischofszeller Anwalt präsidiert den Verein Spitex Oberthurgau, der die Chance sah, am idealen Standort alle Angestellten unter einem Dach zu haben, so effizienter arbeiten und Leerläufe durch Raumwechsel vermeiden zu können. Das komme letztlich auch den Pflegebedürftigen zugute, sagt Pedrazzini, «denn wir können gute Mitarbeiter nur dann halten, wenn wir diesen auch ein attraktives Arbeitsumfeld bieten».

Die Argumente überzeugten die anwesenden 38 von insgesamt 2039 Mitgliedern, und sie stimmten einstimmig dafür, dass der Vereinsvorstand maximal 900'000 Franken für den Ausbau der Räumlichkeiten, die von der Stadt gemietet werden, aus dem Solidaritätsfond nehmen kann. «Wir versuchen natürlich alles, um deutlich darunter zu bleiben», verspricht der Präsident, dankt den Mitgliedern für das Vertrauen und sagt: «Irgendwann kommen wir alle in die Situation, in der wir die Spitex brauchen und auf eine solch gute Organisation angewiesen sind.»

Architekt Stefan Räbsamen von RLC Architekten erläutert den Anwesenden das Projekt.

Architekt Stefan Räbsamen von RLC Architekten erläutert den Anwesenden das Projekt.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 18. Mai 2022)