Wolf und Bär streiten sich im Tierpark Goldau

Ab morgen können Besucher die fünf Bären und fünf Wölfe im neuen, grosszügigen Gelände des Naturparks Goldau bewundern. Das erste Zusammenleben der Tiere verlief allerdings ruppig.

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Die Bären des Tierparks Goldau geniessen ihre neue Anlage.
Bild: KEYSTONE/AP

   

Die Tiere fühlen sich zwar alle sichtlich wohl in ihrem neuen Reich, schreibt der Tierpark. An das Zusammenleben müssen sie sich aber erst noch gewöhnen. In der Natur teilen sich Bären und Wölfe ihren Lebensraum. Die erste Begegnung in der neuen Gemeinschaftsanlage im Natur- und Tierpark Goldau war hingegen ruppig, erzählte die Direktorin, Anna Baumann, auf einem Medienrundgang durch die grosszügige Anlage. Die Bärin Evi und ein Wolf gerieten in einen heftigen Territorialkonflikt. Aber das Kräftemessen endete glimpflich.

Noch seien die Tiere nicht geübt im Umgang miteinander, sagte Baumann. Sie hofft aber, dass sie sich schon bald friedlich gute Nacht sagen werden. Bis dahin verteidigen sie aber noch ihr Territorium. Die über vier Hektaren grosse Anlage ist nämlich in vier Sektoren unterteilt: Zwei gehören den Bären, einer ist ein Gemeinschaftsgehege, und in einem haben sich die Wölfe einquartiert.

Natürlicher Lebensraum erhalten

Das neue Gehege steht auf dem Gelände, das der Goldauer Bergsturz von 1806 formte. Es entspricht dem ursprünglichen Lebensraum von Bär und Wolf. Die Besucher sollen die Tiere so erleben, wie sie sich in der Natur verhalten. Verschiedene Plattformen, auch ein Unterwasserfenster, ermöglichen es den Besuchern, die Tiere beispielsweise beim vergnüglichen Baden zu beobachten.

Neben der vorzüglichen Grösse brachte der Tapetenwechsel für die Tiere noch weitere Vorteile mit sich. Bei den Wölfen beispielsweise wurde ein Weibchen in den letzten Wochen von den anderen Wölfen stark gequält. Seit dem Umzug aber ist Ruhe im Rudel eingekehrt.

Auch bei den Bären sorgte der Umzug für positive Veränderungen. Bärenmutter Maria hatte im alten Gehege bereits begonnen, ihre beiden Söhne Takis und Arko zu entwöhnen, sagte Baumann. Nun aber könne man Maria und ihre beiden Söhne beobachten, wie sie gemeinsam baden oder als riesiger Wollknäuel unter einem Baum dösen.

Noch fehlen 1,8 Millionen Franken

Die Bauzeit der europaweit noch einmaligen Anlage betrug zwei Jahre. Seit 1987, als der Park das Gelände erwarb, schwebte der Gedanke einer solchen Anlage in den Köpfen der Verantwortlichen. Geistiger Vater des neuen Geheges ist Felix Weber, ehemaliger Direktor des Tierparks.

Die Anlage kostete 6,8 Millionen Franken. Diese setzen sich grösstenteils aus Stiftungsgeldern, Spenden von Privaten oder Beiträgen der öffentlichen Hand zusammen. Ein kleiner Teil sind Eigenmittel. Noch fehlen aber 1,8 Millionen Franken. «Die Wirtschaftskrise hat auch uns einen Strich durch die Rechnung gemacht», sagte Baumann.

Der Rundgang durch die neue Anlage ist ein Kilometer lang und bietet einen Einblick ins Leben der Bären und Wölfe. Zudem weiden auf den angrenzenden Wiesen Esel, Pferde, Maultiere und Schweine. Dass sie und ihre Freunde im Trubel um die tolpatschigen Bären nicht ganz unter gehen, dafür sorgte die weisse Barockeselin: Pünktlich zur Eröffnung brachte sie vergangene Woche ein junges Eselein zur Welt. (oku/sda)

Erstellt: 26.06.2009, 14:19 Uhr

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