Rätselhafte Krankheit: Kälber schwitzen Blut

Seit knapp zwei Jahren häufen sich Berichte über Kälber, die innerhalb von wenigen Stunden verbluten. Die Ursache ist unklar und gibt Tiermedizinern Rätsel auf.

Blut schwitzen: Die Kälber verenden kurz nach dem Auftreten der ersten Symptome.

Blut schwitzen: Die Kälber verenden kurz nach dem Auftreten der ersten Symptome.
Bild: ZVG

Ein Stich und es hört nicht mehr auf zu bluten: Mysteriöse Kälberkrankheit in Deutschland.

Ein Stich und es hört nicht mehr auf zu bluten: Mysteriöse Kälberkrankheit in Deutschland. (Bild: ZVG)

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Die Kälber kommen gesund zur Welt und entwickeln sich ganz normal. Doch dann nach zwei bis drei Wochen passiert es: Die Tiere beginnen zu bluten. Zum Beispiel nach einem kleinen Stich ins Ohr zwecks Einzugs einer Erkennungsmarke. Aber manchmal auch einfach so, durch die intakte Haut und aus allen Körperöffnungen. Dann hört es nicht mehr auf, bis der Tod eintritt. Und das dauert meist nur wenige Stunden.

Bei der Untersuchung der toten Tiere wurden auch massive Blutungen der Organe festgestellt. Allen Fällen gemeinsam ist eine starke Schädigung des Knochenmarks. Die unstillbaren Blutungen sind also die Folge einer Störung der Blutgerinnung, weil der Nachschub von Blutplättchen fehlt. So weit sind sich die Tiermediziner einig. Nach wie vor ungeklärt sind aber die Umstände, welche zu dieser Knochenmarkschädigung führen.

Bisher keine Fälle in der Schweiz

Die Erkrankung tritt in verschiedenen Regionen Deutschlands auf und betrifft unterschiedliche Rassen und Kreuzungen. In Bayern hat der Tiergesundheitsdienst (TGD) dieses Krankheitsbild bei rund vierzig Kälbern festgestellt. Bundesweit sind bisher rund 150 Tiere verendet. Genaue Zahlen kennt aber niemand, da es bislang keine Meldepflicht gibt. Es ist eine hohe Dunkelziffer zu vermuten.

Anfragen bei den Kliniken und Instituten für Pathologie der Vestsuisse-Fakultäten Bern und Zürich haben ergeben, dass die Krankheit in der Schweiz bisher nicht aufgetreten ist.

Veterinärmediziner stehen vor einem Rätsel

Eine Infektion mit einem bekannten Erreger könne derzeit ausgeschlossen werden, sagt der Chef-Virologe Mathias Büttner vom bayrischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gegenüber der «Süddeutsche Zeitung». Auch eine Vergiftung durch Futter oder Medikamente käme nicht in Frage, sagt Ottmar Distel von der Tierärztlichen Hochschule Hannover in der gleichen Zeitung.

Am stärksten legen die Experten ihr Augenmerk auf das so genannte Kolostrum, der ersten Milch, die Kälber vom Muttertier bekommen. Sie vermuten, dass darin Antikörper schwimmen, die das Knochenmark schädigen.

Doch warum das so ist, bleibt ein Rätsel. Im Internet kursieren die wildesten Spekulationen: Da ist als Ursache von genetisch verändertem Mais und homöopathischen Mitteln die Rede.

Wolfgang Klee, Leiter der Klinik für Wiederkäuer an der Universität München, hat sich gemäss «Süddeutsche Zeitung» mit seinen Kollegen daran gemacht, die Spuren in der Milch zu verfolgen. «Voraussetzung ist allerdings die Bereitstellung von ausreichenden Mitteln durch das Ministerium.»

Und Otmar Distel ergänzt: «Eine so grosse Zahl von so grausamen Ereignissen stellt ein ernsthaftes Problem dar, der Staat muss dem eine hohe Priorität einräumen.» (Thurgauerzeitung.ch/Newsnetz)

Erstellt: 06.03.2009, 09:53 Uhr

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16 KOMMENTARE

Gramatzki Annika

23.04.2009, 19:53 Uhr

Ich finde es schon wichtig das man die kälber frühzeitig von der mutter trennt denn es gibt auch genügend krankheiten die das muttertier überträgt!!! Ich mache grade noch eine lehre zur tierwirtin und ich finde es schlimm wenn ich sowas lese das kälber ausbluten!!! Ich hoffe die krankheit wird bald aufgedeckt damit unnötiges leid von den kälbern abgehalten wird!!!


Theresa Fenyvesi

14.03.2009, 11:02 Uhr

Man sollte die Kälber nicht so schnell von der Mutter trennen, in der Muttermilch sind die meisten Abwehr-kräfte. Es kann auch durch eine Infection entstehen, wenn alle Kälber von einen Eimer zusatzmilch trinken, oder Ersatzmilch bekommen, die nicht dasselbe abwehr-system entwickeln lässt, wie die Muttermilch. Jedes Kalb sollte ein eigenen Trinkeimer haben, und die Melkmaschinen muss man auch untersuchen, ob sie gesäubert sind. Das Genfutter ist auch nicht gerade das Beste. Wenn sie Vitamine oder Tabletten bekommen, muss man es auch untersuchen, ob villeicht nicht eine Alergie wegen diesen Mittel ensdanden ist.


christoph scheidegger

11.03.2009, 16:24 Uhr

es wäre für kinder und andere wichtige menschen beruhigend zu wissen, dass die engmaschigen kontrollen bei der centravo ag in lyss, auch systematisch kontrolliert werden. das tiermehl aus lyss, gelangt nämlich evtl. wieder in den nahrungsmittel-kreislauf?!! (kommandieren, kontrollieren, korrigieren!). also bitte peinlich genau hinschauen..., vielleicht brauchen die mehr mitarbeiter / kontrolleure?


Annemarie Richard

09.03.2009, 04:42 Uhr

Wäre interessant zu wissen ob diese Kälber bereits geimpft wurden, und gegen was.


Suzette da Mota Veiga

09.03.2009, 03:25 Uhr

Moeglicherweise hat es mit Ueberzuechtung und zu vieler Inzucht zu tun. Die natuerlichen Abwehrkraefte werden ausser Kraft gesetzt. Es ist dringend notwenig alte Rassen beizubehalten und in genuegend grosser Anzahl weiter zu zuechten, damit dessen wertvolles Genmaterial nicht verloren geht, um die neuzeitlichen gezuechteten Rassen wieder aufzufrischen.


Helena Müller

08.03.2009, 12:13 Uhr

Diese Geschichte sagt mir, dass wir mit Tieren anders umgehen sollen. Natürlicher. Die Ausbeuterei muss aufhören, im Wasser und auf der Erde.


Malte Gross

07.03.2009, 21:20 Uhr

Kommentare zu wissenschaftlichen Themen von Menschen, die offensichtlich keine Ahnung von Wissenschaft haben, sind echt traurig mit anzusehen.. Das erinnert an die pseudowissenschaftlichen Begründungen der mittelalterlichen Hexenverbrennung.


Coline Brazenbird

07.03.2009, 12:00 Uhr

Das erinnert mich an die Pusztai-Affäre: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%81rp%C3%A1d_Pusztai Ein Interview mit Dr. Pusztai: http://umweltinstitut.org/gentechnik/kommerzieller-anbau/wir-mussen-die-wissenschaft-verandern---interview-mit-prof.-arpad-pusztai-186.html Noch eine Frage: Kann der Mensch, auch wenn es um Nutztiere (oder Hunde) geht, die natürliche Auslese auf Dauer erfolgreich ersetzen?


Beerbaum Angela

07.03.2009, 11:24 Uhr

Es wird uns nicht wundern, wenn das auch bei den Menschen passiert. Man stelle sich mal vor, auch unsere Mütter tkonsumieren Gen-Veränderte Nahrungsmittel. Nur weiter so, und die Natur mitsamt dem Nahrungskreislauf weiter verschandeln, die ersten Zeichen dass die Menschheit sich selber vernichtet, sind da.


Ruth Hofstetter

06.03.2009, 19:30 Uhr

Vielleicht hängt es mit Elektrosmog im Zusammenhang, da sich dann die Blutplättchen anders aufreihen. (Wie fern- gesteuert) Die antroposophische Medizin hat Beweise dafür.


Elisabeth Huber-Brun www.licht-farben.ch

06.03.2009, 17:07 Uhr

Die Kälblein beginnen zu "bluten und verenden". - Und wie ergeht es den betroffenen Landwirten? WO bluten diese in ihrer Seele, in ihrem Empfinden ?? Ganzheitlich das Geschehen betrachten lernen. Ueberall. - Jedes Leid, jede Krankheit will dem Menschen etwas "sagen", etwas "mitteilen". und wir alle sollen daraus LERNEN. Egal was passiert auf der Erde.... Es will uns allen etwas bedeuten.


christoph scheidegger

06.03.2009, 15:21 Uhr

creutzfeldt-jacob lässt grüssen...! bevorzugen ihre kinder das fleisch lieber blutig oder halb durchgebraten...? - im bernischen lyss werden kadaver und schlachtabfälle irgendwie verwertet....! stimmt es, dass von dort nicht berichtet werden darf bzw. , dass man dort weder filmen noch fotografieren darf... ? wenn ja, warum und wozu denn eigentlich nicht....? märchenstunde...? wer will's wissen.?


licht-farben .ch

06.03.2009, 14:38 Uhr

Das Kalb blutet und verblutet innerhalb einer ganz kurzen Zeit. Wie steht es mit dem "Besitzer" des Tieres? Wo schmerzt bzw. "blutet" seine Seele, seine Gefühle? Es ist das Spektrum der gesamten Wirtschaftslage der Landwirte in Betracht zu ziehen. Und dann von "dort" her die Situation neu betrachten lernen. - Energietesten bringt gewiss erste Hinweise.


Mark McGee

06.03.2009, 12:38 Uhr

ach herr falstaff, glauben sie ernsthaft dass es hier anders ist? träumen sie weiter und schauen sie bei geklegenheit mal beim vgt rein.


Ursula Jungo Furfaro

06.03.2009, 10:02 Uhr

Kälber sind Säugetiere, wie auch wir Menschen es sind! Und bei uns steht die Psyche an oberster Stelle, ist sie gestört, gestresst usw., werden wir krank! Kälber werden ihrer Mutter gleich nach der Geburt weggenommen! Die schlimmste Tierquälerei, die es gibt, aber leider ist sie immer noch erlaubt! Würde man das Menschenmüttern antun, wären die Psychiatrien voll! Sind wir besser als unsere Kollege


John Falstaff

06.03.2009, 09:49 Uhr

So überzüchtet wie heute Milchkühe sind, wundert mich das nicht. Eine Hochleistungskuh kann schon heute nicht mehr ohne den Menschen in der Natur überleben. Dass der Wahnsinn solche Missgeburten fabriziert, ist naheliegend. Da lobe ich mir unsere geschützte und nicht wettbewerbsfähige Landwirtschaft. Sollen doch die EUropäer Dreck fressen. Ich zahle lieber mehr für gesunde Produkte.



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