Junge laufen oft über die Geleise
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Kameras als Abschreckung für Vandalen
Märstetten – In den vergangenen Monaten trieben am Märstetter Bahnhof immer wieder Vandalen ihr Unwesen. Unbekannte demolierten das Wartehäuschen, die Bahnhofsuhr oder jüngst eben das Entwertungsgerät (siehe Bericht). Um gegen die Vandalenakte vorzugehen, hat der Märstetter Gemeinderat im Juli ein Videoreglement erlassen und plant im kommenden Jahr an verschiedenen Standorten die Installation von hochauflösenden Kameras.
Die genauen Standorte der Kameras sind noch nicht im Detail bekannt, doch sicherlich werden auch am Bahnhof welche installiert. «Die Kameras dienen nicht der permanenten Überwachung. Aber wir erhoffen uns davon eine abschreckende Wirkung für Vandalen», sagt der Märstetter Gemeindeammann Jürg Schumacher. Die SBB selber wollten am Bahnhof aus Kostengründen keine Kameras anbringen und betreiben, doch «sie begrüssen unser Vorgehen, sagt Schumacher. Schliesslich sei es auch im Interesse der SBB, wenn die Sicherheit erhöht werde. (mza)
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MÄRSTETTEN – Am Samstagmorgen ist ein 59-jähriger Mann beim Überqueren der Geleise in Märstetten von einem ausser Fahrplan fahrenden Zug erfasst und getötet worden. Laut Polizeisprecher Ernst Vogelsanger sind am Montag trotz Zeugenaufrufs keine Hinweise zum Geschehen eingegangen. «Es deutet aber alles auf einen tragischen Unfall hin», sagt Vogelsanger. Der Mann wollte nach Angaben aus dem Umfeld des Opfers nicht ohne entwertete Fahrkarte in den Zug einsteigen. Weil er auf dem Perron das Billett nicht entwerten konnte – der Automat war von Vandalen zerstört worden – lief der Mann auf dem kürzesten Weg, über die Geleise, hinüber zum Bahnhof, wo ein anderer Entwerter steht.
Aus dem Beton gerissen
Der neue Entwerter müsse komplett neu aufgebaut werden, sagt SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi. Das Problem sei, dass der Fuss des Entwerters aus dem Betonfundament herausgerissen worden sei, die Kabel seien ebenfalls herausgerissen worden, und der Kopf des Entwerters sei in zwei Teilen auf den Geleisen gelegen. Die Meldung über den zerstörten Entwerter ging am vergangenen Mittwoch bei den SBB ein. Tags darauf, am Donnerstag, seien Fachkräfte der SBB in Märstetten gewesen, um die notwendigen Arbeiten zu besprechen. Eine Baufirma baut das Betonfundament heute auf. Pallecchi geht davon aus, dass der Entwerter Ende Woche betriebsbereit ist. Die SBB verfügen schweizweit über 3000 Entwerter. Täglich gehen rund 20 Störungsmeldungen ein, darunter auch Vandalenakte.
Lebensgefährlich
Komplett verhindern könne man solche tragischen Unfälle nicht, ist Pallecchi überzeugt. Weder liessen sich Schienenstränge komplett einzäunen noch können die SBB ihr 3000 Kilometer messendes Schienennetz lückenlos um die Uhr kontrollieren. Auch die SBB müssen an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen appellieren. Es sei allgemein bekannt, dass der Aufenthalt im Gleisbereich lebensgefährlich ist. Darauf weisen die SBB seit Jahrzehnten mit Tafeln an den Haltestellen hin.
Die Tatsache, dass trotzdem immer wieder Leute die Gleise überqueren, auch wenn sie unter Druck sind, ist auch für den Märstetter Gemeindeammann Jürg Schumacher unerklärlich: «Der Bahnhof ist schon etwas weitläufig und die Wege für Auswärtige eventuell unklar. Dennoch ist es natürlich zu gefährlich, die Geleise zu überqueren, um Zeit zu sparen.» Ihm sei bekannt, dass vor allem Jugendliche häufig über die Geleise laufen. Die Gemeinde habe auch schon das Aufstellen von Zäunen angeregt, doch die Entscheidung dazu liege bei den SBB. (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 24.11.2009, 06:39 Uhr
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